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12.06.06

"Die meisten Brandstifter sind Feuerwehrleute"

Im Hamburger Abendblatt habe ich einen Artikel gelesen, den ich mal nicht kommentiere und für sich stehen lasse.

Brandstifter kommen nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands Mecklenburg-Vorpommern häufig aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren. So hat ein 25jähriger Feuerwehrmann gestanden, den historischen Fachwerkspeicher von 1835 im pommerschen Wolgast angezündet zu haben. Der brannte in der Nacht zum vergangenen Mittwoch vollständig ab (wie berichtet). "Es bleibt ein Fakt: Die meisten Brandstifter sind Feuerwehrleute", sagte der stellvertretende Verbands-Vorsitzende Dietmar Zgaga dem "Nordkurier". Er rate der Polizei immer, sich bei der Suche nach Brandstiftern zuerst bei der Feuerwehr umzusehen. Für ihn sei das kein besonderes Phänomen: "Menschen, die häufig allein und ohne Anerkennung in ihrem stillen Kämmerlein sitzen, sehen bei Löschaktionen oft die Chance, einmal in ihrem Leben Erster zu sein und bei den Hilfsmaßnahmen im Vordergrund zu stehen." Der 25jährige Wolgaster soll der Polizei schon durch Körperverletzung und Sachbeschädigung bekannt gewesen sein.

Geschrieben von Stefan C. um 12.06.06 09:48

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Kommentare

Da weiß man echt nicht, was man dazu noch sagen soll... Aber eine prima Öffentlichkeitsarbeit! Juhu!

Geschrieben von: Jonas um 12.06.06 10:12

Da wird doch jeder Stammtischbruder in seinem (Vor?)Urteil bestätigt !

Geschrieben von: Dieter um 12.06.06 12:38

eigentlich ist an dem zeitungsbericht nichts verwerfliches zu finden - die distanz zu diesem ominösen STELLVERTRETENDEN vorsitzenden des landesfeuerwehrverbandes mecklenburg-vorpommern Dietmar Zgaga bleibt glücklicherweise gewahrt.

leider ist jedoch die ggf. empirisch belegbare eigenschaft von (gelegenheits-) pyromanen in einem verein wie einer freiwilligen feuerwehr mitwirken zu wollen nicht aus der welt zu schaffen. und durch etwaige kontrollen von seiten der polizei könnte ein gewisser effekt bewirkt werden. ( aber es wurde schon oft genannt: brandstifter sind oft feuerwehr - angehörige // NICHT: feuerwehr - angehörige sind oft brandstifter )

Geschrieben von: patrick klümpers um 12.06.06 12:43

Wenn man als stellv. Landesvorsitzender dieses Thema schon in der Öffentlichkeit diskutieren muss, dann sollte man es vielleicht in dieser Weise tun:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwehr#Vorurteile_gegen_FeuerwehrmitgliederIch

Auch wenn ich die Zahlen nicht bestätigen kann, erscheint mir dies weit realstischer als die Aussage von Herrn Zgaga.

Geschrieben von: Claus Henning um 12.06.06 13:24

Sorry, aber beim Link ist mir ein Fehler unterlaufen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwehr#Vorurteile_gegen_Feuerwehrmitglieder

Geschrieben von: Claus Henning um 12.06.06 13:28

Schon der erste Satz des Zitates ist dermaßener Blödsinn, dass geht auf keine Kuhhaut ;) - wer still in seinem kämmerlein sitzt, der geht nicht zur feuerwehr...

Es ist vielmehr so, daß die medien häufiger darüber bericht erstatten, wenn ein feuerwehrler brandstiftet, als ein "fußballer"...

Es hat einfach die nötige Nachrichtenrelevanz für die medien und man kann ihnen da auch nicht unbedingt einen vorwurf machen. viel mehr sollten wir mit guter öfka gegensteuern.

Geschrieben von: Stefan um 12.06.06 23:43

Ich frage mich wie der Herr Dietmar Zgaga auf solche Aussagen kommt...

Er möchte uns doch bitte zum Thema mal ne Statistik (die er nicht selber gefälscht hat) reichen, wenn er schon solche Behauptungen aufstellt!

Ausserdem ist er ja wohl völlig untauglich für den Posten eines stv. Vorsitzenden eines Landesfeuerwehrverbandes.

Jede Feuerwehr, egal wie gross, kämpft gegen dieses Vorurteil, hat vielleicht sogar schon kleine Erfolge durch ordentliche ÖfkA. Und der Herr Dietmar Zgaga kommt daher und zerstört die komplette Arbeit von tausenden -nicht brandstiftenden- Feuerwehrleuten.

Danke!

PS: Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die letzten Brandstiftungen in unserer Stadt auf das Konto eines Kameraden gegangen sind - Und das obwohl wir ja alles "notorische Brandstifter" sind! - Zumindest nach Herrn Dietmar Zgaga´s Ausführungen.

Geschrieben von: Thomas Lampert um 14.06.06 19:52

Hallo,
ich bin seit 23 Jahren aktives!!! Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr.
Ich kann mich nicht erinnern - in dieser Zeit und auch nicht davor! - jemals ernsthaft in Erwägung gezogen zu haben, einen Brand (absichtlich) selbst zu legen.
Und dies nicht nur, weil ich Mitglied einer Feuerwehr bin, sondern weil es zum Grundwissen eines jeden Menschen (sofern er ein solches besitzt) gehört, dass Brände Schäden verursachen, am Menschen und auch an Sachwerten.

Das die Polizei auch in den Reihen der Feuerwehr ermittelt, wenn es um die Aufklärung von Straftaten geht, ist ohne Frage selbstverständlich. Schließlich tragen Feuerwehrleute ja auch keinen „Heiligenschein“.

Ohne die Tat herunterspielen zu wollen – Brandstiftung gehört für mich nach wie vor zu einer der schlimmsten und heimtückischsten Verbrechen und muss mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden – ist es „glücklicherweise“ nur ein geringer Prozentsatz in der Feuerwehr, die solche Untaten verüben.

Somit sollte es doch Grund genug geben, dass der verbleibende, überwiegende Teil der Kameradinnen und Kameraden weiterhin seine (ihre) Uniform mit Stolz tragen kann.

Geschrieben von: Wieczorek, Dirk um 17.06.06 23:39

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