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    Am 18. November 1987 ereignete sich das bekannte Feuer in der King’s Cross Station der Londoner Tube (U-Bahn), bei dem 31 Menschen den Tod fanden, darunter eines Mitglieds der London Fire Brigade, dem Führer des ersten Fahrzeugs vor Ort.

    King’s Cross
    (Fahrzeug der LFB am King’s Cross, 2007. Foto auf Flickr von fidothe, gemäß CC-Lizenz)

    Vermutlich durch ein weggeworfenes Streichholz entzündeten sich brennbare Materialien unter einer Rolltreppe aus Holz. Das Feuer schmorte eine zeitlang, wobei sich die Einsatzkräfte und Fahrgäste in falscher Sicherheit wägten, um dann in einem Flash-Over zu münden. Durch die lange Rolltreppe entstand ein starker Kamineffekt, die Eingangshalle in oberen Bereich wurde dadurch zu einem incinerator (Verbrennungsofen).

    Ein Ergebnis der Katatrophe war ein Abschlußbericht, der viele Schwachstellen bei den Rettungsdiensten, der Feuerwehr und dem Krisenmanagemen offenlegte. Beispielsweise war die PSA damals völlig inadäquat; als Resultat wurde sie stark verbessert. Der verstorbene FA erlitt eine Rauchvergiftung: die Erkundung erfolgte ohne PA.

    Weiterführende Informationen gibt es bei Wikipedia. Interessant in diesem Zusammenhang der sogenannte Trench Effect:

    The large number of casualties in the fire was an indirect consequence of a combustion phenomenon known as the trench effect, though this phenomenon was completely unknown prior to the fire. This effect meant that in the early stages of the fire the flames lay down in the escalator rather than burning vertically, so that they heated the steps higher up. In these early stages of the fire, the flames visible to anyone not standing on the burning escalator were a small part of the full story. The majority of the flames were lying down in the escalator trench; only a few flames protruded above the balustrade and were visible to observers.

    An starken Steigungen können Flammen durch den Entfall der Statik (so wie ich es verstehe) nicht vertikal, sondern parallel mit der Steigung brennen. Weiter oben erhitzen sie brennbare Materialien, bis sich diese durch Flash-Over-Effekt selbst entzünden.

    Dies erklärt, warum die Lage in King’s Cross zuerst falsch gedeutet wurde: vom Feuer war nur wenig sichtbar, weil dieses sich durch den Trench Effect unbemerkt nach oben arbeiten konnte, bis die Rolltreppe schlagartig in voller Länge durch ein Flash-Over Feuer fing.

    (maps: King’s Cross)

    5 Antworten zu “Heute vor 20 Jahren: King’s Cross”

    Ich habe da letztens im TV einen Bericht drüber gesehen, ich kann mich aber leider nichtmehr entsinnen wo genau das war. Aber das war echt sehr interessant, auch zu sehen was die FA damals für Schutzkleidung hatten. Gelbe Hosen mit einer Blauen Jacke mit doppelknöpfen und einem gelben Helm, das ganze sah aus wie aus dem letzten Jahrhundert und schien auch die selbe Schutzwirkung zu haben.

    Der Effekt dieses Feuers wurde in einigen Versuchen erfolgreich wiedergegeben. Die Flammen brennen fast parallel mit der Statik des Starken gefälles der Holzrolltreppe und heizen Somit die Stufen über sich auf. Die Folge ist ein Hitzestau der bei erreichen einer hohen Temperatur die schnelle Durchzündung des Holzes zur folge hat, was in dem gennanten Effekt resultierte.

    [quote comment=“34968″]Ich habe da letztens im TV einen Bericht drüber gesehen, ich kann mich aber leider nichtmehr entsinnen wo genau das war. Aber das war echt sehr interessant, auch zu sehen was die FA damals für Schutzkleidung hatten. Gelbe Hosen mit einer Blauen Jacke mit doppelknöpfen und einem gelben Helm, das ganze sah aus wie aus dem letzten Jahrhundert und schien auch die selbe Schutzwirkung zu haben.[/quote]

    Wo ich jetzt grade das FWPix Bild von Fireman Sam sehe, fällt mir auf, das man sich die PSA wirklich so vorstellen kann. Die sahen genauso aus. :-)

    Der Bericht war auf N-TV oder N24. War sehr interessant und mir ist auch als aller erstes die „Schutzausrüstung“ aufgefallen. Ich will ja nicht behaupten, dass unsere alten Bayern2-Schutzanzüge das gelbe vom Ei waren, aber für eine BF in einer Millionenmetropole war das damals echt dürftig. Die FA die mit PA runter gegangen sind hatten keine Flammschutzhauben, keine Handschuhe (!) und diese gelben Hosen haben irgendwie „Gummiartig“ ausgesehen (wie Watthosen). War bestimmt angenehm zu tragen bei 150 Grad C Aussentemperatur.

    Von wegen dem Trench-Effekt: es geht dabei darum, dass der heiße Luftstrom (Brandgase etc.) über schrägen Flächen nicht senkrecht nach oben abzieht, sondern sich an die Schräge anschmiegt. Die Fluidmechaniker haben da auch inzwischen ein ganz gutes Modell dafür, sagte man mir. Der „static pressure“ hat dabei nichts mit (Bau-)Statik zu tun, sondern mit dem statischen Druck (ganz grob: Strömung erzeugt Unterdruck an umströmten Körpern, wenn denn die Verhältnisse einigermaßen passend sind; Fluidmechanik ist mein Fachgebiet).
    Im Ergebnis ist dann die Brandausbreitung entlang der Schräge deutlich schneller als in der Ebene (je nach dem genausoschnell wie man es für die Ausbreutung in der Senkrechten nach oben erwarten würde).

    Interessant, die Kommentare derer zu lesen, die, anders als ich, physikalisch, pyrotechnisch und dergleichen mehr, in der Lage sind, sich das geschilderte Unglück in der Londoner U-Bahn vorzustellen.
    Habe selbst das Glück gehabt, im digitalen Sender RTL Crime, genauer gesagt in der dort besten Serie überhaupt, nämlich MEDICAL DETECTIVES, einen hochinteressanten Bericht über das Unglück, nachfolgende Recherchen, usw., zu sehen.
    Aufgrund eigener dekadelanger U-Bahn-Erfahrung kontaktierte ich nach Ausstrahlung der Folge SPIEL MIT DEM FEUER sowohl den Sender RTL Crime wie auch die Computer-Simulations-Softwarefirma ANSYS, die u.a. durch hervorragende Programme und großartige Spezialisten in der Lage war, auf gegebene Gefahren und Ursachen hinzuweisen, wodurch zwischenzeitlich diese großen Gefahrenquellen im gesamten Londoner U-Bahnnetz abgeschafft wurden.
    Für noch interessierte Florianer (an dieser Stelle mal ein laienhaftes Kompliment für all die Engel, die sich im Dienste der Menschlichkeit nicht scheuen, das eigene Leben zu gefährden, um Andere zu retten), laut RTL Crime wird dieser Beitrag noch einmal wiederholt werden voraussichtlich am 29.04.08, zwischen 19.00 und 20.00 h abends (genaue Angaben bitte etwa eine bis zwei Wochen vorher nochmal im Programmteil des Senders prüfen, da sich Sendungen bei eventuellen Aktualitäten verschieben könnten). Falls Interesse besteht, werde ich mich aber auch noch einmal melden, um die exakte Sendezeit mitzuteilen. Und bei noch mehr Interesse, ich habe dank der Niederlassung GB einen Auszug aus dem Bericht über das damalige Unglück, inklusive Skizzen, zwar in englischer Sprache, kann diesen aber gerne übersetzen.
    So, genug für jetzt und heute, lG.