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    „Dieses Gerät wird die Arbeit der Feuerwehr revolutionieren“, sagte Apple CEO Steve Jobs auf der diesjährigen Febit – der Feuerwehraustellung präsentiert von Bitburger -, als er das neue iFeuerwehr vorstellte. iFeuerwehr revolutioniert das Feuerwesen. Durch intuitive Benutzerführung auf einem Touchscreen soll den Feuerwehrmännern die Arbeit erleichtert werden. Auch andere Hersteller, wie Microsoft und Google drängen auf das Gebiet „Feuerwehr 2.0“.

    „iFeuerwehr ist kein eigenes Gerät, es beschreibt mehr ein Prinzip“, erklärte Jobs. Mit Hilfe der sensitiven Touchscreenoberfläche und spezieller Software können die Feuerwehrleute Strahlrohre, Pumpen und ganze Löschzüge steuern. So besitzt das iHSR keine mechanischen Teile mehr. Mit Hilfe des QuadCore-Prozessors und 2048 Megabyte RAM, bietet das iHSR drei vorprogrammiertem Einsatzszenarien: Vollstrahl, Sprühstrahl und Mannschutzbrause. Apple sieht damit die häufigsten Anwendungsbereiche abgedeckt. Die angereisten Feuerwehrleute und die Fachpresse überschlugen sich in geblendeter Begeisterung.

    DFV-Präsident Kröger bemängelte aber, dass Apple das Problem der leicht verkratzbaren Screenoberflächen noch immer nicht im Griff hätte. Allerdings will er nicht so weit gehen, wie eine amerikanische Feuerwehr, die Apple mit einer milliardenschweren Schadenersatzklage drohte. Jobs verwies in dem Zusammenhang auf die neue kratzfeste iFeuerwehr-Generation, die ein GPS-Navigationsgerät und MP3-Player mit dauerhafter Verbindung zu iTunes enthalten wird. Auf iTunes können sich die Feuerwehrleute die neuesten Martinshorntöne, Yelp-Signale, Brand- und Pressluftatmergeräusche zum Preis von 99 Cent Herunterladen.

    Ein verärgerter Anwender einer Feuerwehr aus dem süddeutschen Raum kritisierte, dass er das iHSR mit seinen Nomex-Handschuhen nicht bedienen könne. Jobs entgegnete, dass das iFeuerwehr nur mit Apple-Produkten kompatibel sei, und er sich dazu den sensitiven iNomex-Handschuh mit integriertem WLAN anschaffen muss. Jobs warnte eindringlich vor dem Unlocking der iFeuerwehr-Produkte und dem Einsatz selbst geschriebener Software. So hatten findige Feuerwehrleute einen vierten Modus für das iHSR programmiert und die Anleitung dazu ins Internet gestellt. Weitere kritische Stimmen überging Jobs mit dem Hinweis, dass es die Möglichkeit der Vernetzung aller eingesetzten iHSR oder iNomex-Handschuhe im Einsatz gibt. Dies wird immer, so Jobs, zu einer effektiven Einsatzbewältigung führen.

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zeigte sich insbesondere an der Möglichkeit der Vernetzungsfunktion der iFeuerwehr-Produktreihe interessiert. Er sagte, dass der „Staat präventiv auch seinen Sicherheitskräften auf die Finger schauen müsse“. Er werde einen Gesetzvorschlag einbringen, der die Speicherung der Handschuh- und Strahlrohrbewegungen sechs Monate lang erlaube. Dies diene jedoch nicht der Überwachung, sondern sei eine Vorsichtsmaßnahme, falls sich Terroristen als Feuerwehrleute tarnten. Einige Teilnehmer applaudierten zustimmend. Dass durch die Speicherung auch versicherungstechnische Nachteile entstehen können, stört offenbar niemand. So behält sich die FUK vor, bei nicht taktischer Handschuhbewegung eventuelle entstandene Verletzungen nicht zu bezahlen.

    Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Microsoft stellte parallel seine Antwort auf das iFeuerwehr vor, das ZeFeuer. Allerdings versagte das Gerät bei der Vorstellung. Ballmer kündigte daraufhin einen sofortigen Bugfix und vorsorglich ein ServicePack für das nächste Jahr an. Dass auch Microsoft verstärkt in den Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr vordringt, sieht DFV-Präsident Kröger skeptisch. Er sagte, dass „es nicht sein könne, das Feuerwehrleute alle zwei bis drei Jahre, bei Erscheinen eines neuen Microsoft-Produktes ihre Arbeit komplett neu lernen müssen.“ Microsoft-CEO Ballmer warf dagegen den deutschen Feuerwehren Rückständigkeit vor. „Wenn die Feuerwehr mit der Technologie so mitgehalten hätte wie die Computer-Industrie, dann würden heute alle Löschfahrzeuge nicht teurer als 1000 Dollar sein und mit einer Gallone Sprit 1000 Meilen fahren”. Microsofts Produkt sei billiger und besser als Apples iFeuerwehr, immerhin hätte 1000 Programmierer und Techniker fast sechs Jahre lang an dem 13.000.000 Zeilen langen Steuercode gearbeitet. Dem Kritikpunkt, das ZeFeuer kenne die Option „Vollstrahl“ nicht, trat Ballmer entschieden entgegen. „Was wollen sie mit einem Vollstrahl? Wenn sie genügend ZeFeuer-Mehrzweckstrahlrohre einsetzen, bekommen sie jedes Feuer aus.“ Kritisiert wurde ebenfalls, dass Microsoft 7 verschiedene Versionen auf den Markt gebracht hat. Nur die „Ultimate-Premium-Professional-Edition Plus XXL“ erlaube den uneingeschränkten Einsatz von Sprühstrahl und Mannschutzbrause. Auch empfinden viele den mühsamen Freischaltungs- und Registrierungsvorgang als hinderlich. So fragt das ZeFeuer vor jedem Einsatz nach dem Freischaltungscode. Fehlermeldungen bleiben kryptisch, wie beispielsweise die Meldung, dass das verwendete Wasser nicht von Microsoft autorisiert sei. Nicht selten meldet das ZeFeuer einen Fehler, der sich nur durch einen Neustart beheben lässt, und damit im Einsatz viel Zeit kostet.

    Ballmer deutete außerdem an, dass Microsoft sich das Patent auf die thermische Zersetzung von Kohlenstoffen unter Einwirkung von Oxygen und Zündenergie sichern wolle, und entschieden gegen die Verletzung von Microsoft-Rechten vorgehen werde. Er warnte alle Feuerwehren, dass durch die gängige Löschpraxis außerdem Dutzende weitere Microsoft-Patente verletzt würden. Nur mit dem ZeFeuer seien die Wehren auf der sicheren Seite. Welche Patente genau verletzt würden, sagte Ballmer nicht.

    Satirischer “GHelm” von Google. Bildmontage: Alexander Proff
    Von außen nur schwer von traditioneller Feuerwehrtechnik zu unterscheiden: Der GHelm von google besticht zwar nicht gerade durch perfektes Aussehen, dafür freut sich aber IM Schäuble. (Foto: H. Wanke; Montage: A. Proff)

    Interessant dürfte auch die Ankündigung von Google werden, einen Feuerwehrhelm, den GHelm, auf Basis von RFID-Suchalgorithmen mit offener API zur Serienreife weiter zu entwickeln. Der rundum geschlossene Helm basiert auf der viralen Eingabe von Suchbegriffen, der die Feuerwehrleute zu den richtigen Geräten oder dem Feuer führt. Nachteil ist, dass diese Technologie auf RFID-Chips basiert. Die Ausstattung eines Brandes mit RFID dürfte schwierig werden, sodass die Feuerwehrleute in ihrem Helm eine zusätzliche Kamera zur Anzeige der realen Umgebung benötigen.

    Auch die Navigation auf Basis von GoogleMaps wirft Probleme auf, so sind die verwendeten Karten nicht tagesaktuell, und im Bereich der Mikrokarten stößt Google noch immer auf große Ablehnung. Mikrokarten zeigen von Google erstellte Bilder aus Häusern und anderen nicht von Satelliten einsehbaren Objekten. Der Suchgigant hat dabei aber immer wieder mit dem Widerstand von Wohnungs- und Hausbewohnern zu kämpfen.

    Als störend dürften Einsatzkräfte allerdings die Einblendung von Werbung empfinden. Der GHelm liefert passende Werbeanzeigen zu eingegebenen Suchbegriffen oder Einsatzszenarien. Brennt zum Beispiel der Akku eines Dell-Notebooks, zeigt der GHelm einen zehnsekündigen Werbespot für das Lenevo Thinkpad. Die Kopplung der Navigationsfunktion mit der Einblendung von Werbung führt bisweilen zu skurillen Ergebnissen. So berichtete Ulrich Maurer von der Feuerwehr Hamburg über einen Praxistest, der eine ungewöhnliche Wendung nahm. Die Einsatzkräfte gaben „Löschwasserentnahme“ ein, daraufhin führte der GHelm die beiden Feuerwehrmänner statt zum nächstgelegenen Hydranten in ein zwei Kilometer entferntes Spirituosengeschäft.

    Bei der Präsentation des GHelm zeigte sich wiederum Innenminister Schäuble interessiert. Da Google alle Suchanfragen mit Ortsangabe und Dienstnummer speichert, ergebe sich, so Schäuble, ein Plus für die bundesdeutsche Sicherheit, wenn das BKA Zugriff auf diese Daten habe.

    Dass es noch immer 1.0-Feuerwehren gibt, zeigte sich am Febit-Stand der OpenSource-Gemeinde von Fizilla. Feuerwehrkommandant Stoibeckerstein aus dem bayrischen Wald fragte beim Anblick der quelloffenen und beliebig erweiterbaren Wasserentnahmesoftware Waterfox, wozu „das Teil“ denn gut sei. Daheim würden sie das Wasser immer noch mit einer TS 8/8 aus dem Bach holen, und hätten bisher auch jeden Brand gelöscht. Die umstehenden Messebesucher blickten daraufhin verdutzt von ihren PDAs auf, schalteten ihre Bluetooth-Telefone aus und schauten sich verwirrt an.

    Die Stille wurde nur von einem Brandmeldealarm unterbrochen. Dummerweise ließen sich die Türen der Halle aufgrund eines Softwaredefektes (Error 404 – Not found) nicht mehr öffnen. Der Versuch die ausgestellten Löschgeräte einzusetzen, schlug fehl. Bei den iFeuerwehr-Produkten war der Akku leer, Microsofts ZeFeuer bestand auf der Eingabe von autorisiertem Wasser und Googles GHelm führte die Helfer nicht zur BMZ, sondern zum Würstchenstand „Bei Mama zuhause“. Nur Kommandant Stoibeckerstein blieb in all dem Chaos ruhig. Der TS-Boxermotor aus den 1960er Jahren  funktionierte einwandfrei – ohne Passworteingabe, ohne Akku und ohne Touchscreen.

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    12 Antworten zu “Satire: Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft”

    Erste Sahne! Könnte so auch bei Heise stehen (Telepolis oder besser als Editorial in der nächsten c’t)

    Vom Feinsten! ;-)

    Sehr herrlich! Danke dafür.

    Super!

    Das ist genau das richtige für das nächste Webteam treffen. :-)

    YMMD :-)

    Satire vom feinsten :) …einfach zu geil :D

    Sehr schön. Ich glaube heute Abend gibts noch ne Mail mit dem Link an meine Kameraden…

    PS:

    [x] Veröffentlichung in c’t

    Allertiefste kollegiale Verneigung!!!

    Gruß

    Thomas

    Besser hätte man es nicht verdeutlichen können,
    plädiere ebenfalls für einsendung

    [x] Veröffentlichung in c’t
    oder zumindest dem Heise Newsticker :D

    stell mir das gerade für Sani´s vor…

    Google: Schnappatmung
    Antwort: Laden sie hier den neuesten Schnappi Song herunter…

    lg
    flo

    @Florian:
    hehe, gute Idee

    Hallo,

    Respekt – geht in die Annalen der Geschichte ein. Wurde heute (!) bereits im Anschluß an das Seminar für Angehörige des hDFeu in NRW am IdF in Münster verteilt vom Lehrgangsleiter verteilt!

    Hi Stefan,

    das Beste, was ich seit langem gelesen habe!

    Gruß
    Dieter