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    Während von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt und von Kontinent zu Kontinent Telegrafie und Telefon beinahe zum Alltag gehörten, war die Kommunikation, insbesondere aber der Notruf auf See ein Unterfangen, das angesichts des technischen Fortschritts zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie ein Anachronismus wirkte: Nebelhorn, Flaggen und Lichtsignale – andere Möglichkeiten zur Verständigung hatten die Seefahrer nicht.

    SOS-Morsecode

    Di-di-di-da-da-da-di-di-di oder kurz-kurz-kurz-lang-lang-lang-kurz-kurz-kurz, also SOS wurde zum ersten Mal am 10. Juni 1909 durch den Äther geschickt. Das Auswandererschiff Slavonia war vor den Azoren-Insel Flores auf dem Weg von Triest nach New York in Seenot geraten. Alle Passagiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Drei Jahre später, am 15. April 1912 sendete ein anderes Schiff das charakteristische Morsesignal. Doch diese Mal ging das Unglück nicht so glimpflich aus. Die Titanic, der angeblich unsinkbare Ozeanriese, sank und riss über 1.500 Menschen mit in den Tod.

    Interessant an dem Unglück der Titanic ist, dass die Funkoffiziere neben dem markanten SOS auch CQD sendeten. CQD ist ein ebenso markantes Morsesignal, war aber im Gegensatz zum SOS nicht auf der Internationalen Seefunkkonferenz in Berlin am 3. Oktober 1906 als internationales Seenotrufzeichen ratifiziert worden.

    Willy Stöver: Sinkende Titantic (Public Domain)
    Der Untergang der Titanic war eines der größten maritimen Schiffsunglücke. (Das Bild zeigt das Gemälde von Willy Stöwer „Sinkende Titanic“)

    Dass dennoch CQD verwendet wurde zeigt, dass der Seenotruf nicht erst mit dem SOS begann. Bereits seit 1904 konnten Schiffsbesatzungen mit dem Marconi-System zur drahtlosen Morsekommunikation Notrufe absetzen. Dieser Notrufcode hieß CQD. „On and after the 1st February, 1904, the call to be given by ships in distress or in any way requiring assistance shall be CQD“, schrieb Marconi 1904 an seine Kunden.

    Die Sache hatte allerdings einen Haken: Aufgrund der Konkurrenzsituation zwischen der Marconi’s Wireless Telegraph Company Ltd. und Ferdinand Brauns Telefunken, wurde es den Benutzern des Marconisystems angeblich verboten mit Schiffbesatzungen, die das Konkurrenzsystem nutzten, Kontakt aufzunehmen.

    Auch wegen dieses Konkurrenzverhältnisses kam es 1906 zur Internationalen Seefunkkonferenz in Berlin. Aber erst mit der Titanic-Konferenz in London 1914 war der Kampf zwischen den Morsesystemen zu Ende. Damals wurde der erste internationale Vertrag zum Schutz des menschlichen Lebens auf See geschlossen. SOS wurde zum alleinigen Morsenotruf bestimmt, und noch ein weiteres Notrufsignal eingeführt.

    Das Pendant zum SOS im Morsecode wurde Mayday für den Sprechfunk. Das englische Mayday leitet sich offenbar von der französischen Sprechweise von „m’aidez!“ („helfen Sie mir!“) ab. Dass SOS für „Save our Souls“ oder „Save our Ship“ bzw. CQD „Come quick – danger“ oder „Seek you – Distress“ stehen, ist eine Erfindung der Presse. Gewählt wurden die Buchstaben S und O wegen ihres prägnanten Rhythmus’ und ihrer Eindeutigkeit.

    Das Ende für das SOS schlug am 1. Februar 1999. An diesem Tag verlor das Notrufzeichen im terrestrischen Seefunk seine Bedeutung. Seit 1999 werden Schiffsnotrufe mit dem weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem Global Maritime Distress and Safety System (GMDSS) abgewickelt, mit dem alle Fracht- und Handelschiffe ab 300 Bruttoregistertonnen ausgerüstet sein müssen. Das System arbeitet mit Satellitentechnik und ermöglicht schnelle die Lokalisation und Kommunikation mit einem Havaristen.

    Inmarsat-Satellit (Public Domain)
    Das Inmarsat-Satelliten-System ist ein aus zwölf Satelliten auf einer stationären Umlaufbahn bestehendes Satellitenkommunikationsnetz, über das auch das GMDSS abgewickelt wird. (Bild: NASA)

    Das Mayday gibt es auf See aber weiterhin, denn Sportboote fallen nicht unter die Vorschrift. Aus diesem Grund wird der UKW-Sprechfunknotfrequenz Kanal 16, der für das Mayday reserviert ist, weiter überwacht, obwohl seit 2005 auch diese Pflicht aufgehoben wurde.

    Quellen und weiterführende Links

     

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    2 Antworten zu “Als der Notruf auf See geboren wurde”

    „CQD“ als Morsezeichen ist nicht sonderlich markant. Ich habe mal gelernt, dass CQD als Variante des allgemeinen Anrufes CQ eingführt wurde. Funkamateure arbeiten heute noch ähnlich („CQ“ als allgemeimer Anruf, „CQ irgendwas“ als Anruf für bestimmte Gruppen, also „CQ DX“ für Weitverbindungen, „CQ CONTEST“ in Wettbewerben, „CQ DL“ „nur deutsche Stationen“ etc.).

    [quote comment=“25281″]Funkamateure arbeiten heute noch ähnlich („CQ“ als allgemeimer Anruf, „CQ irgendwas“ als Anruf für bestimmte Gruppen, also „CQ DX“ für Weitverbindungen, …[/quote]

    Onliner übrigens auch „I seek you“ – kurz ICQ.

    Gruß
    Thomas

    (der auch mal auf 27 MHz „CQ DX“ gerufen und – manchmal – sogar jemand Entferntes erreicht hat)