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    Chef oder Führungskraft zu sein ist keine einfache Sache. Im Beruf nicht, in der Feuerwehr sowieso nicht. Das Umfeld wandelt sich, die Aufgaben auch. Immer noch am wichtigsten ist die Führung von Mitarbeitern (bzw. von FA), doch hier können auch die größten Probleme entstehen.

    Wiederhole ich mich doch gerne: Werden in der Arbeit Verbindungen hauptsächlich durch Geld (=Lohn) reguliert, herrschen in der Feuerwehr ganz andere Bindungsstränge. Hauptsächlich ist dies die Motivation, dabei zu sein.

    Die Führung Deiner Feuerwehr:
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    Andererseits gibt es durchaus viele Parallelen: ein Unternehmen, eine Feuerwehr steht und fällt mit ihrem Management.

    boss.jpg

    Machen wir einen kurzen Exkurs in die Politik, beispielsweise nach England. Eine Partei (New Labour), ein Regierungschef (Tony Blair) wird neu gewählt. Die Euphorie ist groß, die Chance ist gegeben, die alten Mißstände (Tories) zu beseitigen und frischen Wind ins Land zu bringen. Das geht auch eine Zeit gut, doch dann hinkt man den Erwartungen hinterher (Gesundheitswesen, Ausbildung) oder leistet sich gar eine „Eskapade“ (Irak-Krieg). Schließlich muss man erkennen, dass es vielleicht besser ist, abzutreten.

    Dieser Zyklus ist überall zu finden. Tony Blair muss man zugute halten, als Machtmensch doch abgetreten zu sein, bevor es zu spät wurde. Parallelen zur Feuerwehr? Zu oft bekomme ich mit, dass es extreme Gräben zwischen der Mannschaft und der inzwischen verbarrikadierten Führung gibt.

    Autokraten, die nicht mehr erkennen, dass sie über keinen Rückhalt verfügen. Man hat Probleme nicht rechtzeitig erkannt, entsprechend nicht gegengesteuert.

    Was aber die meisten Fälle gemeinsam haben: sie waren mal ein Neuanfang, eine neue Hoffnung.

    Wir können aber einen Schritt weiter zurückgehen. Es geht hier auch nicht unbedingt zu wissen, wann man wie ein guter Zocker abtreten sollte, sondern um die Organisationseffizienz und die dazugehörigen parameter, die eine gute Feuerwehr ausmachen.

    Im Wirtschaftsleben muss sich ein Unternehmenschef nach drei Seiten orientieren: die Unternehmenseigner und dessen Kontrollgremien (Aktionäre, Gesellschafter, Aufsichtsrat etc.), den Kunden sowie den Mitarbeitern. Die muss er alle glücklich halten: kein einfaches Spiel. Ach ja, Umsatz (besser: Gewinn) muss er auch noch generieren.

    Bei der Feuerwehr sind wir glücklicherweise (noch) davon befreit, eine Rendite abzuwerfen. Ich muss keinen Businessplan entwerfen, in dem ich die Ausgaben für BGA im Jahr 2012 angeben muss. Andererseits hat man sehr wohl ein Budget, welches man sich erkämpfen und verteilen muss. Überhaupt wird wirtschaftliches Denken immer wichtiger, aber das ist ein anderes Thema.

    „Kundenzufriedenheit“ nimmt einen immer höheren Wert ein. Zwar werden wir bei schlechter Leistung nicht mit Liebesentzug (= Umsatzschwund) betraft, aber es hat wehr wohl eine Bedeutung, wie unsere Arbeit wahrgenommen wird. Für unsere „Produkte“ gibt es sogar gesetzliche Vorgaben (bsp. Hilfsfrist), aber der gewichtigste Punkt ist sicher die öffentliche Wahrnehmung. Hier gilt es, eine vernünftige Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

    Der dritte, wichtigste Punkt ist das „Mitarbeitermanagement“.  Hier gibt es aus meiner Sicht am öftesten Probleme, die schließlich zum Strukturproblem heranwachsen.

    Eine Organisation besteht zu allererst aus Menschen. BWLer würden hier einen Einwand bringen, aber Kapital und sonstige resourcen sind aus meiner Sicht zweitrangig.

    Diese Menschen „leben“ das Unternehmen – oder nicht. Zwar kann man in ISO-zertifizierten Prozesshandbüchern jede kleinste Stufe der Wertschöpfung festhalten, Knowledge Management betreiben, wunderbare Balanced Scorecards aufsetzen, aber die meisten Bindungstränge sind nicht dokumentierbar und dennoch der wichtigste „Asset“ (= das wichtigste Kapital) eines Unternehmens.

    Wer beispielsweise in einem großen Unternehmen auf gutem Fuß mit den Sekretärinnen und dem „Facility Management“ (= Hausmeister) ist, weiß, wovon ich rede. Vieles läßt sich so einfacher gestalten.

    Mitarbeiter orientieren sich logischerweise nach der Führung. Stimmt die Chemie, ist die Führungskraft empathisch (=zuvorkommend, verständnisvoll), wirkt sich dies auch auf die Gesamtorganisation aus. Es wird mehr geleistet, als eigentlich notwendig. Man macht’s halt gern.

    Ist dieses Verhältnis jedoch gestört, gibt es schlimmstenfalls nur noch Dienst nach Vorschrift, und das ist gar nicht gut.

    Es gibt eine Reihe von Todsünden, die begangen werden können: beispielsweise die Nicht-Anerkennung von Leistung. Nicht kritikfähig sein. Bei Problemen vorschnell Partei ergreifen. Seilschaften und Mobbing zulassen.

    Zudem muss man die Erwartungen auch managen können: natürlich erwarten Mitarbeiter Lob – doch wie weiß man, wie oft und wie man loben soll?

    Worauf ich hinaus will: im Unternehmen wird man zum Chef getrimmt. Dazu gehört – je nach Qualität des Personalmanagement – auch eine vernünftige Ausbildung; nicht nur fachlich, sondern auch bei den „Soft Skills“.

    Die Aufgaben eines Leiters einer Feuerwehr werden denen einer Führungskraft in der Wirtschaft immer ähnlicher. Je größer die Wehr, desto umfangreicher die Aufgaben. Und da man gerade hier nicht erwarten kann, dass in naher Zukunft auch vernünftige Entschädigung geleistet wird, muss man halt mit dem zurecht kommen, was man hat.

    Dazu gehört auch der Aufbau einer Organisation, in der Aufgaben verteilt sind – die dann auch geleistet werden. Und eben dies kann nur gelingen, wenn man mit den Leuten kann.

    „Führung“ wird bei uns stiefmütterlich behandelt. Ein Blick in die FwDV100 genügt. Es gibt, meine ich, nur eine Handvoll Bücher, die sich mit Führung bei der Feuerwehr beschäftigen. Andererseits wird man nur durch Lektüre keine bessere Führungskraft.

    Die größte Hoffnung schöpfe ich bei der nächsten Generation: das sind diejenigen, die heute eine Jugendfeuerwehr leiten, bzw. Jugendbetreuer. In diesem Bereich hat die Ausbildung der Ausbilder einen sehr hohen Anteil an „Soft Skills“. Schon bald wird dies auch den Einsatzabteilungen, wenn die Jugendwarte dort in die Führung wechseln, zugute kommen.

    Was allerdings ein strukturelles, und schwer vermeidbares Problem ist: die High Potentials (=potenziell gut Führungskräfte) wandern irgendwann ins Berufsleben und haben entsprechend keine Zeit mehr für Feuerwehr. Man muss aufpassen, dass keine Klischees entstehen: wer Zeit für Feuerwehr hat, ist im Beruf nicht so erfolgreich. Dies stimmt nämlich (größtenteils) nicht.

    Ein weiteres Problem: Kontrollgremien: wem ist ein Kommandant gegenüber verantwortlich? Ist die turnusmässige Wahl die einzige Kontrollmöglichkeit?

    Sind Kommandantenwahlen fair? Ich schätze, bei den meisten Wahlen dürfte es nur einen Kandidaten geben. Lässt sich ein weiterer als der „erkorene“ aufstellen, riskiert man die Spaltung der Wehr.

    Und wenn jemand einen Zustand moniert: hat er sich den Rückhalt der Mannschaft gesichert, und kommt es zum Showdown: wieviele andere werden öffentlich die Unterstützung des „Rebellen“ kundtun? Plötzlich kann man ganz schnell alleine da stehen.

    Wie gesagt, keine einfache Sache.

    4 Antworten zu “Führungsqualitäten (Umfrage)”

    [quote]Eine Organisation besteht zu allererst aus Menschen. BWLer würden hier einen Einwand bringen, aber Kapital und sonstige resourcen sind aus meiner Sicht zweitrangig.

    Diese Menschen “leben” das Unternehmen – oder nicht.[/quote]

    Da gehts doch schon los ..
    es gibt Leute die sind bei der Feuerwehr, weil sie eine gewisse Lebenseinstellung haben, und die Feuerwehr dann auch wirklich „leben“. Mit allen Konsequenzen und allem was dazugehört.
    Dann wiederum gibt es Menschen, die sehen die Feuerwehr als „Freizeitbeschäftigung“. Mir wird jedesmal ganz komisch dabei wenn ich sowas höre und ich muss mich sehr beherrschen nicht allzu emotional darauf zu reagieren.
    Für mich kann die Feuerwehr niemals eine Freizeitbeschäftigung sein, so wie es z.B. Tennis spielen oder Fahrradfahren sind. Viele Leute sehen das aber leider so.
    Sie kommen zur FW um „Spaß“ zu haben … aber ist der „Job“ wirklich Spaß?
    Wenn diese Einstellung vereinzelt in einer Wehr vorkommt ist das kein allzu großes Problem, aber wenn die Leute überwiegen, die die Feuerwehr als lustige Freizeitbeschäftigung sehen, dann wird es irgendwann kritisch.
    Diesen ganzen „Haufen“ Leute mit so unterschiedlichen Einstellungen dann als Chef einer Wehr unter einen Hut zu bringen ist ein enorm schwieriger Job.

    ach ja und btw: Hausmeister sind keine Facility Manager *grr* ;-)

    Nun die Feuerwehrführung…
    ich glaube, dass man selten einen so heterogenen haufen findet, wie bei der Feuerwehr.

    Wie Max schon sagt, haben viele eben die Einstellung von „komm ich heute nicht, komm ich morgen“ und wollen sich nicht vorschreiben lassen, wie sie Ihre Freizeit verbringen sollen.
    Andere wiederum stehen voll hinter der Sache und ärgern sich, dass immer die selben da sind, wenns was zu tun gibt.

    Dann kommt auch noch die Gruppe der ewig gestrigen, die zu allem und jedem den Kommentar, dass es früher auch ohne ging loslassen und so die Moral der anderen erfolgreich senken.

    Und mittendrin steht der Wehrleiter,
    der einen Übungsbetrieb aufrecht erhalten soll, die Jugend begeistern soll, den Ausbildungsstand hoch halten soll und zusehen muss, dass auch das ganze drumherum läuft.

    Allzusehr kann man den Leuten nicht auf die Füße treten, weil ja alle erstmal freiwillig da sind.

    Und da denke ich immer an den Ausspruch „Führung ist Knochenarbeit“

    Ich für meinen Teil lebe immer noch nach dem, meiner meinung wahren, Spruch:
    FEUERWEHR ist kein Hobby/Beruf, sondern eine BERUFUNG!!!

    Und der Spruch ist einfach, aber wahr…

    was ist denn feuerwehr für euch? berufung? ich bezeichne es voll und ganz als ein / mein hobby ! wenn jemand zur feuerwehr kommt und behauptet er möchte ganz schlicht und ergreifend nur „den menschen helfen“ und seine eigenen bedürfnisse bzw. wünsche / vorstellungen vollkommen hinten anstellen – dann erzählt er meines erachtens nach im grossteil aller fälle entweder nicht die ganze oder gar die un-wahrheit ( kommt also letztendlich aufs selbe hinaus … )

    wenn feuerwehr-DIENST keinen spass mehr machen würde wären wahrscheinlich nichteinmal mehr die eingefleischten selbsternannten philanthropen dabei.

    sehr spannend finde ich jedoch die aussage zu den sog. etwaigen high-potentials !

    „wer Zeit für Feuerwehr hat, ist im Beruf nicht so erfolgreich. Dies stimmt nämlich (größtenteils) nicht.“

    was ist denn erfolg bei der feuerwehr? der spass am hobby mit netten menschen oder gar freunden – erfolgserlebnisse bei einem einsatz – profilierung durch glitzerzeugs auf den schultern und ‚macht‘ – oder etwas ganz anderes??

    und die genannte „einsatz-selektions-mentalität“ – nenn ich sie einfach mal – ist nicht nur ein subjektives problem der potentiellen motivation sondern je nach beruflicher einbindung in letzter zeit immer öfter ein essentielles ! unser wehrführer sagt dazu meistens „freiwillig sind der ein- und der austritt“ – inwiefern lassen sich dadurch jetzt führungsqualitäten ableiten :)