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    Aus meiner Sicht kann es nichts Schlimmeres geben als ein Unglück, an dem Kinder beteiligt sind. So geschehen in Bosnien, als ein Waisenhaus in Flammen aufging, fünf Säuglinge starben an Rauchvergiftung (Link zum BBC-Artikel) , weitere 17 wurden verletzt. Würde ich so eine Situation antreffen, wüsste ich nicht, ob ich das verarbeiten könnte. Ehrlicherweise habe ich schon immer Angst davor gehabt.

    Mit Toten hatte ich es zweimal zu tun: einmal 1987 bei einem Flugzeugabsturz hier in München-Trudering, als eine zweimotorige Maschine beim Landeanflug auf den alten Riemer Flughafen abschmierte und in ein Schnellrestaurant raste, und einmal privat bei einem Verkehrsunfall wo ich nicht mehr dazukam, dem eingeklemmten Fahrer eines Lieferwagens zu helfen. Ich habe noch seine letzten Pulsschläge miterlebt.

    Beim Flugzeugabsturz waren wir (mit) die ersten an der Einsatzstelle. Wie bei jedem Einsatz – vor Allem als 18-Jähriger – war alles „lustig“ bis zu dem Zeitpunkt, als ich merkte, dass mein Schlauch sich in einer Leiche verfangen hatte.

    Zwar ist so etwas immer schwer abzuschätzen, aber ich bin der Meinung, diese beiden Ereignisse haben mich nicht nachhaltig beeinflusst – zumindest nicht negativ. Vielleicht bin ich auf der positiven Seite eher weg vom Materiellen, und freue mich über schöne Dinge, insbesondere meine Familie.

    Gerade als Familienvater ist es eben ein Horrorszenario, auf Verletzte und insbesondere tödlich verletzte Kinder aufzutreffen. Ich kann mir nicht vorstellen, dies besonders gut verarbeiten zu können. Im Gegenteil. Ich denke, man muss einfach hoffen, auf dieses Szenario niemals zu treffen.

    Das Glück hatten die Kollegen in Bosnien nicht. Ich wünsche ihnen, dass ihr Leben von nun an trotzdem erträglich bleibt.

    Ich denke, jeder hat sein persönliches „Horrorszenario“.  Würde mich interessieren, was es ausser Kinder sonst noch sein könnte.

    12 Antworten zu “Gedanken: Was ist unerträglich?”

    ich weiß nicht wie ich reagieren würde wenn wir im einsatz tote hätten. vor so einem einsatz hab ich immer so ein wenig bammel.

    Bis jetzt ist mir so etwas glücklicherweise erspart geblieben.
    Aber was für mich auch ein persönliches „Horrorszenario“ wäre, wenn ich einen Einsatz hätte, bei dem Verwandte oder Freunde verstorben sind oder bei dem ein Kamerad (tödlich) verunglückt. Ich hoffe, das niemand so eine Erfahrung machen muss.
    Deshalb passt auf euch auf im Einsatz, denkt an die UVV und Gefahren an der Einsatzstelle, auch wenn man dazu meist keine Zeit hat und das Thema langweilig findet, so ein paar Grundsätze sollte man doch immer im Hinterkopf behalten. Hier noch einen Spruch den ein Ausbilder zum Abschied sagte, grade an die jüngeren Kameraden zu denen ich auch gehöre: „Leichtsin ist kein Mut, und Vorsicht keine Feigheit“!

    Aslo, ich bin zwar noch relativ unerfahren, aber das was ich mir denke könnte wo es hart für mich wird, ist einfach der Punkt mit verstümmelten Körpern. Ich meine, bis zu einem bestimmten Grad der Verletzung habe ich keine Probleme damit, aber irgendwann da setzts einfach aus bei mir, dann will ich einfach nur noch weg. Außerdem währe für mich schlimm, einen Verwandten oder guten Freund schwer verletzt zu sehen. Zumindest ist das mal meine Vorstellung davon, was für mich schlimm sein könnte. Ich habe bis heute Gottseidank nichts mit Verletzten und Toten zu tun gehabt, zum Glück. Und ich hoffe auch, das sowas auf mich nicht zutreffen wird.

    Hi,
    Ich bin war noch relativ jung(21), jedoch habe ich auf der Autobahn schon einiges gesehen, also Verbrannte, zerquetschte, usw.. Jedoch muss ich sagen das ich mit dem Konflik, tote Menschen zu sehen, keine negativen probleme bekommen habe. Es klingt vieleicht stumpf, jedoch bin ich der Meinung, dass man diese eigenschaft besitzen sollte um Menschen effektiv zu helfen. Das soll nicht heisen das es mir egal wäre wenn jemand strib, oder so ähnlich, deswegen mach ich/wir das ganze ja, um anderen zu helfen. Leider ist es jedoch so das man nicht allen hilfebedürftigen helfen kann. Bei uns in der Wehr gibt es nach jedem Einsatz eine Einsatznachbesprechung. Bei Einsätzen wo Personen geborgen werden mussten, und jemand dies nicht „verkraftet“ hat, wird das das KIT (Kriseninterventionsteam) dazugeholt um über die sache zu sprechen. Ich kann nur jeder Wehr raten eine Einsatznachbesprächung einzuführen, so kann man auch Fehler ausdiskutieren und darüber sprechen was man nicht für gut empfunden hat.

    MFG
    Eric

    Hallo,

    ich muss Eric voll zustimmen. Ich bin zwar auch erst 20, hab aber in 4 aktiven Jahren Einsatzdienst (komme aus RLP) „dank“ BAB 61 und dem Rhein auch schon einiges sehen müssen. Von der Wasserleiche, über zerquetschte und verbrannte war schon alles dabei. 13 Tote in 4 Jahren ist viel, sehr viel. Mit 16 hab ich bei einem VU mit einem Auto voller Studenten und eine holländischen Familie die mit jeweils 120 frontal augfeinander geprallt sind direkt 8 Tote auf einen Schlag vor mir gehabt. Um ehrlich zu sein: Mit hat es nicht wirklich etwas ausgemacht.

    Ich weiß nicht ob man sich wirklich auf das „erste Mal“ vorbereiten kann, aber wenn man einer HiOrg beitritt muss man nun zwangsläufig damit rechnen irgendwann einem/einer verstorbenen begegnen zu müssen.

    Ich habe demletzt bei einem Einsatz mit einem Kameramann gesprochen, der schon seit fast 25 Jahren täglich Brände, Unfälle und andere Bilder sieht (nein, nicht Wolfgang Wiebold) und er sagte, ihm würden fast jede Nacht die verschiedensten Einsätze Haarklein erscheinen. Der Mann ist jetzt 64 und sagt von sich selber er würde die Kamera erst aus der Hand legen wenn er selber den Löffel abgeben muss.

    „Wenn ich die Kamera jetzt aus der Hand gebe, dann geh ich schneller kaputt als ich eigentlich will. Wenn du aufhörst, frisst es dich auf.“

    Jetzt geht mal in euch selbst und denkt über den zitierten Satz nach….

    Gewisse Abstumpfung kann ich nicht leugnen (obwohl meine aktive Zeit sehr lang her ist). Wir hatten in meinem Heimatort mal eine Phase mit relativ vielen S-Bahn-Selbstmördern in kurzer Zeit. Auch daran gewöhnt man sich uznd wird nicht nachst in seinen Träumen davon verfolgt. Vor schweren Unfällen mit Kindern bin ich damals immer verschont geblieben, vermutlich würde mich das aber heute, nachdem ich eigene habe, mehr mitnehmen als damals. Die paar zum Göück nur leichten Unfälle mit Kinden, die ich als dritter Mann am RTW mitgemacht habe, waren alle so mehr oder weniger Happy-End, ein wenig aufgelöste Mutter zwar, aber bei Eintreffen im Krankenhaus gut gelaunte kleine Patienten, weil man z.B. während der Anfahrt einen ganzen Zoo aus Latex-Handschuh-Tieren gebastelt hat. Und die Erinnerung egrade an solche Einsätze ist dann wieder sehr positiv.

    Ich kann von mir sagen, dass mir die damalige Zeit als „Dritter“ beim Rettungsdienst sehr geholfen hat, mit derartigen Situationen umzugehen.
    Jeder Einsatz mit Todesfällen ist natürlich tragisch. Trotzdem würde ich von mir persönlich sagen, gelernt zu haben, es nicht zu nah an mich ran zu lassen.
    Aber da reagiert natürlich jede Einsatzkraft anders.
    Neben Kindern gehört zum persönlichen Horrorszenario, welches ich natürlich niemals erleben will, wenn es Familienangehörige, die Freundin oder sonst Nahe stehende Personen treffen würde.

    also meine horrorszenarien sind einmal ein einsatz bei familie und freunde oder im einsatz selbst wenn ich mit einem von meinen besten freunden als trupp zb in brandobjekt reingehe und nur noch einer raus kommt. das sind die schlimmsten dinge die ich mir vorstellen kann.
    andere szenarien kenn ich schon, mein erster einsatz war eine, leider vergebliche, menschenrettung aus einem fluß…am ende kam nur noch über funk das stichwort geborgen…werd ich nie vergessen…aber sowas kommt leider vor…

    Tote sind nicht unbedingt ein problem. wenn man sie nicht persönlich kennt, kann man das gut verarbeiten. wenn man zb nach einer türnotöffnung eine meist ältere leiche findet (also vom alter des menschen gesehen), ist das auch kein problem. meistens haben diese menschen ihr leben hinter sich.

    das größte problem hätte ich wohl mit nahen verwandten oder personen die man persönlich kennt.

    Bis jetzt musste ich mich 2 Mal mit Toten bei Feuerwehreinsätzen beschäftigen. Bei beiden Malen war es kein Problem, weil ich die Personen nicht kannte.
    Mein Horrorszenario wäre wie bei allen anderen auch eine Einsatz, bei dem Freunde/Familie betroffen wären. Sehr schwer stelle ich mir auch einen Einsatz mit kleinen Kindern vor, da ich selbst noch nihct so lange Vater bin.
    Christian

    Hatte bis jetzt „nur“ mit einer toten Person zu tun. War damals ein First Responder Einsatz. Beim Eintreffen war kein Puls und Atmung mehr fühlbar. Leider haben wir es nicht mehr geschafft die Person zurückzuholen.
    Muss aber sagen, dass ich überrascht war, wie locker ich mit dieser Sache umgehen konnte. Denke aber auch, dass man vor allem bei First Responder Einsatzen damit zurechtkommen muss, da man sich sonst selbst mehr kaputt macht als man anderen helfen kann.
    Wusste bis zu diesem Einsatz auch nicht, wie ich mit toten Personen zurechtkomme, da ich vorher noch die eine Leiche gesehen habe. Auch nicht auf Beerdigungen o.Ä.
    Bei den anderen schlimmen Feuerwehreinsätzen hatte ich immer das „Glück“, dass ich nicht zuhause war. Die Kollegen hatten nach solchen Einsätzen aber immer das Notfallseelsorgerteam der BF mit hinzugeholt um über den Einsatz zu sprechen

    Mann-O-Mann, ich bin froh, dass ich trotz 10 Jahren aktiver Zeit als Feuerwehrmann von dem hier diskutierten verschont geblieben bin – noch nicht mal besonders schwer Verletzte fallen in meine Dienstzeit. Diese Erfahrung möchte ich nicht machen. Deshalb bin ich auch froh, dass ich sowas wie eine „White Cloud“ bin!