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    Wer schon einmal einen Patienten mit großflächigen Brandverletzungen erstversorgt hat, weiß, dass diese Aufgabe mit zum unangenehmsten gehört, was einem Feuerwehrangehörigen begegnen kann. Bei einem meiner ersten Einsätze fiel mir diese Aufgabe zu; der Betroffene hatte mehr als zwei Drittel der Hautoberfläche zweit- und drittgradig verbrannt und war bei vollem Bewusstsein. Wenige Tage später ist er seinen Verletzungen erlegen.

    Die Stuttgarter Zeitung berichtete vor zwei Tagen auf ihrer Homepage über eine Art künstlicher Haut, die bislang in etwa 50 deutschen Kliniken verwendet wird. Die Ergebnisse, die mit diesem Produkt namens Suprathel erzielt werden können, finde ich ziemlich beeindruckend – Grund genug, sich mit dem Thema etwas näher zu beschäftigen.

    (Auf der folgenden Seite sind Bilder von Brandverletzungen zu sehen. Also einmal tief durchatmen vor dem Weiterlesen.)

    Suprathel ist ein Epithelersatz, also ein vorübergehender Ersatz für die verletzte Haut. Der Stoff, der chemisch auf Milchsäure basiert, ist dünner als die menschliche Haut – nur etwa 0,1 Millimeter dick – und erinnert ein wenig an Papier. Die Milchsäure-Moleküle wurden durch chemische Reaktionen verändert und mit Zusatzstoffen flexibel, atmungsaktiv und abbaubar gemacht. Er wird direkt auf die betroffenen Hautbereiche aufgebracht und anschließend mit einem Verband fixiert.

    suprathel-1.jpg
    Foto: Suprathel wird direkt auf die Wunde aufgebracht und anschließend mit einem Paraffin-Gaze-Verband fixiert.

    Nach einigen Minuten wird der Stoff durchsichtig, so dass man Wundheilung durchgängig beobachten und beurteilen kann:

    suprathel-2.jpg
    Foto: Nach wenigen Minuten wird der Stoff durchsichtig.

    Während des gesamten Heilungsprozesses verbleibt der Stoff auf der Wunde; lediglich der darüber liegende Verband, der keinen direkten Kontakt zur verletzten Haut hat, wird regelmäßig ausgetauscht. Für den Patienten bedeutet dieser Verzicht auf den Wechsel des Primärverbandes deutlich weniger Schmerzen als bei der bisherigen Behandlungsmethode. Zudem heilen die Wunden schneller ab, und auch Infektionen sind seltener. Bezüglich Elastizität, Wasserdampfdurchlässigkeit und Keimdichtigkeit ist Suprathel der menschlichen Haut sehr ähnlich. Praktische Ergebnisse kann man auf dem nächsten Bild sehen – links am Tag des Unfalls, rechts elf Wochen später:

    suprathel-3.jpg
    Foto: Verbrennungen (IIa/ IIb) am Tag des Unfalls (li.) und nach elf Wochen (re.).

    Suprathel kann bei Brandverletzungen (bis zum Grad IIb, partiell III), aber auch bei anderen Hautverletzungen wie Schürfwunden oder beispielsweise bei Tatoo-Entfernungen verwendet werden. Am Ende des Heilungsprozess löst sich der Stoff von selbst bzw. kann ohne Schmerzen abgezogen werden. Und zuguterletzt: Für kleinere Brand- oder Schürfwunden ist der Stoff für jedermann in der Apotheke erhältlich.

    Weitere Fallbeispiele auf der Homepage von Stapleline
    (PDF; Achtung, nichts für schwache Nerven…)
    Artikel in der Stuttgarter Zeitung

    Vielen Dank an Herrn Boxbücher (Fa. Stapleline) für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung der Fotos!

    Eine Antwort zu “Fortschritte in der Behandlung von Brandverletzten”

    Wow. Hört sich echt genial an. Danke auch für den Tip mit der Apotheke. Echt eine klasse Sache wenn man solche tollen Ergebnisse damit erzielen kann.