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    Am 14. Oktober wurde ein wichtiges, 4,4 km langes Teilstück der Münchner U-Bahn eröffnet: endlich sind die Forschungsinstitute und einige Fakultäten der (Elite-)TU München nun viel besser öffentlich erreichbar (infos).

    Eine Woche davor, am 7.10., wurde der Ernstfall geübt: eine U-Bahn ist im Bahnhof Garching in Brand geraten. Da der Unglücksort im Landkreis München liegt, war also nicht die Feuerwehr München vor Ort, sondern – nach Einsatzplanung – vier Züge (Garching, Garching-Hochbrück, Oberschleissheim, Ismaning , auch WF TUM) aus der Umgebung.

    img_9812.jpg

    Tobias (Kamera) und ich durften sozusagen „embedded“ bei Ismaning mitfahren, und ein Paar Eindrücke vom Einsatzgeschehen mitnehmen.

    Vielen Dank nochmal an die FF Ismaning, und insbesondere an Stefan Hartl fürs Mitnehmen!



    (Download mp4, 19mb) (Bilderstrecke auf Flickr)


    Die vier eingesetzten Feuerwehren fahren jeweils zu einem festgelegten Einsatzort. Im Fall der Ismaninger war das ein Notausstieg. Dort galt es, diesen zu öffnen, das Löschwasser in die Trockenleitung (was ist eigentlich das Gegenteil von Steigleitung?) einzuspeisen, den Abschnitt (insg. ca. 1km) zu erkunden, Brandbekämpfung und Personenrettung durchzuführen. Unterwegs waren wir mit ELW1, HLF, TLF48/60, RW und LF8.

    img_9842.jpg
    (Einspeisung schon angeschlossen, der Schienenkarren wird heruntertransportiert).

    Nach Ankunft wurde der Notausstieg geöffnet und die Leitung angeschlossen. Der Höhenunterschied Boden zu Schiene beträgt (angeblich) 18m. Zuerst erreicht man ein Zwischengeschoss, der später auch dem Sicherheitstrupp als „Zuhause“ diente:

    img_9860.jpg

    Hinter den beiden, beim Geländer, ist ein Durchbruch. An der Decke ist ein Haken: so sollen auch liegende Patienten evakuiert werden, denn die Treppe vom Zwischengeschoss zum Gleis ist extrem steil. Hier ist an ein Transport per Hand kaum zu denken.

    img_9881.jpg
    Ist hier schwer zu sehen, aber die beiden sind 3-4 Stufen auseinander.

    Die Trockenleitung unten ist nicht durchgängig, also musste per Hand ein Teilstück verlegt werden. Zusätzlich wurde zum Schlauchtransport der Schienenwagen zusammengebaut.

    img_9846.jpg

    Die Übung an sich war dermassen weitläufig, dass eigentlich gar keine Action zu sehen war. In weiter ferne waren die Trupps unter PA am werkeln, einer stiess auf Fahrgäste, von denen einer zusammengebrochen war.

    Sofort klar war, dass der eine Zug in diesem Abschnitt bei dieser Lage mehr als ausgelastet war. Aber dafür übt man auch: die Örtlichkeiten kennenlernen, wissen was wo liegt und wie es funktioniert, ein Gefühl für die Dimensionen kriegen, das kann nicht schaden. Eine verhältnismässig „kleine Lage“, also ein leerer Zug in Brand oder ein Unfall mit vielen Verletzten, ist so im erstzugriff wahrscheinlich Herr zu werden. Bei einem GAU a la Flughafen Düsseldorf dürfte auch es auch in der besten U-Bahn der Welt mit den meisten Feuerwehren der Welt, sagen wir mal, interessant werden.

    Auf jeden Fall würde so eine Lage sehr schnell eine PA-Schlacht. Von den wenigen Langzeitatmer abgesehen dürften die Anmarsch- und Umkehrreglen, auch für die Atemschutzüberwachung eine Herausforderung sein, besonders wenn diese wegen Verrauchung oberirdisch erfolgt.

    img_9862.jpg

    Doch zurück zur Übung: wie im Videobeitrag zu sehen, dürfte die wichtigste Erfahrung sein, dass man hier nie genug AGT-Mannschaft zur Verfügung haben kann.

    img_9893.jpg

    Nach Abschluss der eigentlichen Übung wurde noch ein Entrauchungs-Versuch gefahren. Hierbei mussten die Ismaninger mit zwei Lüftern einen Gegendruck erzeugen, der Rauch allerdings entwich an einer anderen Stelle. Obwohl dies als Erfolg gewertet wurde, lässt sich hier sicherlich keine Pauschale Aussage treffen. Wer U-Bahn fährt, weiss, dass es am einen Tag windstill sein kann, am anderen Tag ganz schön windig. Bei letzterem bezweifle ich, dass man mit Standardlüftern genügend Druck oder Gegendruck erzeugen kann.

    img_9908.jpg

    Nun, hoffentlich wird es nie soweit kommen, dass man einen derartigen Einsatz zu bewältigen hat. Wie oben beschrieben, ist solch eine Übung kritisch, damit man einigermassen vorbereitet ist. Hoffentlich wird sie oft genug wiederholt, evtl mit anderen Lagen.

    img_9902.jpg
    Darf auf keiner guten Baustelle fehlen.

    4 Antworten zu “Embedded in Ismaning: Übung in der U-Bahn”

    Was ist das Gegenteil von Steigleitung?

    => Fallleitung ??

    Ich bin kein Feuerwehr-Angehöriger und so gesehen nur interessierter Laie. Habe am Montag die Doku über den Flughafen Düsseldorf im TV gesehen und nun heute diesen Bericht. Da kommt einem dann dies hier etwas wie eine Schönwetter-Übung vor, der Rauch bewegt sich optisch so gut wie gar nicht – ist das ein bauliches Feature des Tunnels (Lüftung, Abzug)?
    Der KBR zieht ja am Schluss schon das Resümee, dass bei einer etwas stärkeren Rauchentwicklung sofort nachalarmiert wird.

    Grüße

    Ich glaube der rauch ist ein feature der nebelmaschine ;) bei einem echten brand wäre der tunnel sicherlich stärker verraucht (kamineffekt und ausbreitung).

    Der KBR zieht ja am Schluss schon das Resümee, dass bei einer etwas stärkeren Rauchentwicklung sofort nachalarmiert wird.

    sagen wirs mal so: je höher der dienstgrad/funktion, desto „erfolgreicher“ die übung. das muss nicht unbedingt heißen, dass keine schwachstellen am objekt und der eigenen Taktik gefunden wurden, sondern das ist beruhigung für außenstehende :) und motivation der eigenen leute. denn wenn ich schon fünf mal geübt habe und jede übung schief gegangen ist, geh ich im einsatz möglicherweise demotiviert vor.

    Was heißt denn der u.g. Satz?

    „Die Trockenleitung unten ist nicht durchgängig, also musste per Hand ein Teilstück verlegt werden.“