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    Großübung an der ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt – Über 250 Einsatzkräfte üben Ernstfall am 07.10.2006 in Wiesbaden

    Von Sebastian Stenzel

    „In der Nacht zum Samstag wurde in Wiesbaden die bisher größte Einsatzübung an der ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt durchgeführt. Angenommen wurde, dass sich im Schulwaldtunnel, der zwischen Wiesbaden-Breckenheim und Wiesbaden-Auringen verläuft und mit ca. 4,5km Länge der längste der ganzen Strecke ist, ein Unglück mit einem ICE 3 ereignete.

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    Zwischen dem Südportal (bei Wiesbaden-Breckenheim) und dem Notausstieg Nr. 4 (Wiesbaden-Medenbach) entgleist der mit 300 Menschen besetzte Zug, ein Waggon stürzt um und versperrt den Durchgang, in ihm bricht auch ein Feuer aus. Man nimmt an, dass sich 270 Passagiere selbstständig aus dem Zug befreien können, die teilweise verletzt sind und sich zwischen allen Notausgängen verteilen. 30 restliche sind leicht-, mittel- und schwerverletzt in den Waggons zurückgeblieben.

    Um 00:35 Uhr setzt der Zugführer dann den Notruf ab und beginnt damit die Übung. Doch es dauert ganze 10 Minuten, bis erste Kräfte alarmiert werden. Warum das so lange gedauert hat wird derzeit überprüft.

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    Um 00:53 Uhr erst treffen daher die ersten Kräfte aus Wiesbaden-Breckenheim ein und beginnen sofort den Rettungsplatz, wie vorgeschrieben, auszuleuchten und die Wasserversorgung, bis weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr am Südportal eintreffen, sicherzustellen.
    Kurze Zeit nach dem Eintreffen der Kräfte waren bereits die Personen, die sich aus dem Tunnel retten konnten aufgefunden und an den Rettungsdienst übergeben, doch bis man mit den speziellen Atemschutztrupps (Langzeitatmer), die als einzige in den verrauchten Bereich dürfen, die ersten Personen rettet vergeht fast eine Stunde.

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    Zwar waren die Gleiswagen, auf denen die Rettungsgeräte verladen und später die Verletzten schonend transportiert wurden, schnell installiert doch durch die späte Alarmierung trafen die Atemschutzteams aus dem Rheingau-Taunus- und Main-Tanus-Kreis auch erst unverhältnismäßig spät ein.

    Auch die SEG der Rettungsdienste kam erst spät an dem Rettungsplatz an, doch nach der Ankunft ging alles sehr schnell: Zelte sowie zusätzliche Beleuchtung wurden aufgebaut und man konnte sich um alle Verletzten kümmern.

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    Durch den umgestürzten Waggon konnte man nicht ausschließlich vom Südportal des Schulwaldtunnels vergehen, sondern musste auch mehrere Stockwerke vom Rettungsplatz 4, bei Medenbach, mit den Rettungsgeräten nach unten in den Tunnel hineingehen.

    Als dann auch die Atemschutzteams aus Frankfurt und Limburg, zur Einsatzstelle eskortiert durch den Lotsendienst der FF Wiesbaden-Stadtmitte, eintrafen legte sich die Hektik und alles verlief übersichtlicher, da bis dahin auch die Atemschutzüberwachung und Einsatzleitung eingerichtet war. Von diesem Moment an lief alles Hand in Hand. 17 Verletzte wurden an dem Südportal herausgefahren und wurden allesamt von den Einsatzkräften der Feuerwehren übernommen und über die lange Treppe nach oben auf den Rettungsplatz zu dem Rettungsdienst gebracht und dort weiter versorgt. So war es nicht ungewöhnlich, dass eine Verletzte von Feuerwehrmännern aus 3 verschiedenen Landkreisen getragen wurde. Hier zeigte sich wie gut die Zusammenarbeit lief.

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    Um 3:30 Uhr wurde die Übung durch die Übungsleitung beendet, da man die Strecke für den regulären Zugverkehr räumen musste.

    Zu dem Zeitpunkt sah man in den Gesichtern der Feuerwehrleute, die ihr bestes gegeben hatten, die Erschöpfung. Viele hatten zwischenzeitlich vergessen, dass es eine Übung ist, denn die Hilfeschreie aus dem Tunnel, die perfekt geschminkten Verletztendarsteller und der Rauch, der sich im Tunnel verteilt machten die Übung sehr realistisch.

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    Insgesamt sicher ein sehr einprägendes Erlebnis, sowohl für die ca. 250 Einsatzkräfte als auch die über 150 Beobachter und Pressevertreter.“

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    Text und Bilder: Michael Ehresmann und Sebastian Stenzel, www.feuerwehr-wiesbaden.com

    6 Antworten zu “Bericht Übung ICE-Strecke”

    […] ——————– [update] Einige Artikel die wir bisher finden konnten: WHF-News HR-Online Frankfurter Rundschau Frankfurt Live Dippelschisser (danke für den Hinweis!) Wiesbadener Kurier abacho.at rhein-main.net Stadtleben.de Fernsehbericht Hessenfernsehen Streifenhörnchen-Blog Einsatzinfo 112 Feuerwehr Weblog Veröffentlicht von Michael Ehresmann Abgelegt unter Übungen […]

    Ich war damals als „Fahrgast“ an der Tunnelübung im Fernthaltunnel (Landkreis Neuwied) beteiligt. (Da gab es auch mal einen Artikel im FM drüber)
    Fazit: Wenn es mal zu einem Brand in einem ICE im Tunnel kommt, dann gute Nacht. Zum einen sind die baulichen Gegebenheiten ein Katastrophe z.b. beträgt der Abstand Zug – „Bahnsteig“ im Tunnel 1m und ist ca. 1m hoch. Ergebniss was ein real verletzter Fahrgast. Und zum anderen wurden erst nach ca. 30min die ersten Trupps in Richtung Tunnel in Marsch gesetzt. An eine Menschenrettung war also nicht mehr zu denken.
    Ich bin fest der Meinung, das es bei so einem Szenario Tote geben wird.

    ML

    Hallo

    Also in Zügen, die solche Neubaustrecken befahren ist eine Notbremsüberbrückung vorgeschrieben, d.h. wenn ein Fahrgast in einem Tunnel die Notbremse zieht, so wird die erst nachdem der Zug den Tunnel verlassen hat wirksam… also bleibt ein nicht entgleister ICE eher im freien stehen als im Tunnel…

    mfg Christopher

    Nachtrag…

    http://de.wikipedia.org/wiki/N.....C3%BCckung

    Artikel auf Wikipedia

    „Die Notbremsüberbrückung (NBÜ) dient bei Personenzügen dazu, den Zug trotz betätigter Notbremse weiterfahren zu lassen und erst an einem geeigneteren Ort zum Stillstand zu bringen.“

    Das wird aber, gerade im Bereich Westerwald – Montabaur – Limburg -Wiesbaden recht schwer. Da sind teilweise Streckenabschnitte so kurz, das ich den Zug nie komplett außerhalb eines Tunnels parken kann. Sieht man in Google-earth sehr schön.

    ML

    Die Tunnel auf dieser Strecke sind allerdings so gebaut, dass sie in eine Richtung abschüssig sind. Kommt es nun also aus irrgendeinem Grund zu einem Stillstand, so rollt der Zug trotzdem automatisch aus dem Tunnel wieder raus. Wenn natürlich ein Waggon umkippt bzw. abseitz der Gleise ist, dann ist es sowieso zu spät