Heute waren wir in einer richig interessanten Diskussion eingebunden: soll die Feuerwehr auch “seelische Hilfe” leisten?
Bevor das falsch verstanden wird, möchte ich die Fragestellung ein wenig darlegen. Wir werden zu Schadensereignissen gerufen. Ein Schadensereignis führt in fast allen Fällen auch Geschädigte mit sich. Die Art, Heftigkeit und subjektive Wahrnehmung von Schädigung können ganz unterschiedliche Ausprägungen annehmen. So ist es was anderes, wenn ein morscher, allein stehender Baum umfällt, als wenn jemand durch ein Feuer sein Hab und Gut verliert.
In dieser Diskussion ging es um Letzteres. Wir als Feuerwehr lernen das Abhandeln eines Einsatzes. Wir können Feuer löschen, Menschen aus Fahrzeugen befreien, Wunden versorgen. Was jedoch den Umgang mit direkt und indirekt Betroffenen angeht, stehen wir meistens ziemlich blank da, zumindest von der Ausbildung her.
In einer Großstadt wie München rückt bei bestimmten Indikationen (bsp. Todesfall) im Normalfall das KIT an. Ich denke, dies wird nicht überall so sein. Zweifellos gibt es ein Bedarf an Betreuung von Betroffenen an der Einsatzstelle.
Doch wie betrifft dieses Thema eine Feuerwehr?
Persönlich finde ich, dass man sich durchaus Gedanken machen soll, ob wir nicht auf eine bestimmte Art und Weise helfen können. Klar, wir sind keine Seelsorger oder Betreuer. Andererseits, denke ich, können wir initial viel erreichen. Sei es bloss die Aushändigung einer Liste mit Telefonnummern und Kontaktadressen, oder einer “Checkliste” für Betroffene für die ersten Schritte nach einem schlimmen Ereignis.
Woher erfährt der Unfallbeteiligte, wie die nächsten Schritte für ihn aussehen mögen? Wie erkennen Menschen, und wie können Sie beurteilen, ob sie Beistand brauchen?
Es würde mich sehr interessieren, ob Feuerwehren sich bereits Gedanken in diese Richtung machen, ob es bereits Material zu diesem Thema gibt, und ob dies einer Feuerwehr bzw. den aktiven Dienstleistenden überhaupt zumutbar ist.
Um es zu wiederholen: unsere Aufgabe ist es Menschen zu helfen; dazu gehört nicht nur die Abwendung einer unmittelbaren Gefahr, sondern auch die ersten Schritte zur Bewältigung zu erleichtern. Sei es durch die Weitergabe relevanter Informationen, oder durch die richtige Betreuung an der Einsatzstelle. Damit meine ich nicht psychologische Betreuung, sondern das Schaffen von “Erleichterungen”. Ein gutes Beispiel dafür sind GRTW die bei einem Großschadenereignis den Opfern ein erstes “Zuhause” bieten.
Also: wie sieht es bei Euch aus? Sollte eine Feuerwehr sich um diese Nachgelagerten Dinge überhaupt Gedanken machen?
Sollte sich eine Feuerwehr auch um die Opfer kümmern?
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