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05.10.06

Blitz-Besuch bei der Weltmeister-Wehr

Im Rahmen eines Vereinsausfluges nach Österreich hatte ich die sehr kurze Möglichkeit, die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen am Großvenediger im Bundesland Salzburg zu besuchen. Von einem Kameraden wusste ich, dass ich mal einen Blick in den Kameradschaftsraum werfen sollte. Und dort entdeckte ich sie:

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Goldmedaille 1977 Trient, Italien
Goldmedaille 1981 Böblingen, Deutschland
Goldmedaille 2001 Kuopio, Finnland

Doch das ist nicht alles, was die Wehr zu bieten hat.

Die knapp 60 Aktiven sind für die Sicherheit der 3.000 Einwohner große Marktgemeinde Neukirchen zuständig. Die Gemeinde lebt hauptsächlich vom Tourismus, so startet in der Nähe des Ortszentrums die Seilbahn auf den Wildkogel (2225m), von dessen Gipfel sich im Sommer Paraglider und im Winter Schifahrer stürzen.

Der Wehr stehen 5 Einsatzfahrzeuge und 2 Anhänger zur Verfügung.
Das Fahrzeug, mit dem zuerst ausgerückt wird, ist das RLF-A 2000 (Rüstlöschfahrzeug-Allrad, MB, Aufbau Seiwald). Auf diesem ist auch der Rettungssatz untergebracht.

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Das neueste Fahrzeug ist das erst 2 Jahre alte TLF-A 4000 (Tanklöschfahrzeug-Allrad, MB, Rosenbauer). Der Wasserbüffel hat als weitere Besonderheit einen PA im Gruppenführerplatz intergriert.

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Für schwierige Bergregionen ist das dritte Einsatzfahrzeug, ein LLFA (Leichtes Löschfahrzeug Allrad, Unimog, Seiwald) gedacht. Auch kann man mit der vorgebauten Seilwinde (14.100 dN) des Fahrzeuges einiges bewegen.

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Hintereinander hinter dem 4. Tor stehen ein MTF (MB Sprinter) und ein GW-Ts (MB, Seiwald).

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Bei den Anhängern handelt es sich um einen TS-Anhänger und einen mit jeder Menge B-Schlauch auf einer elektrisch angetriebenen Haspel.

Alle Fahrzeuge sind in einer etwas in die Jahre gekommenen Halle untergebracht, die sich an das Verwaltungsgebäude des Nationalparks „Hohe Tauern“ anschließt.

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Dort im Erdgeschoss sind weitere Räume der FF Neukirchen.

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Die Umkleide.

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Der Funkraum.

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Der Schulungsraum.

Sowie Nasszellen und eine Atemschutzwerkstatt.

Alarmiert werden die Kameraden von der Landeswarnzentrale Salzburg über Pager und Sirene. Bei Hilfeleistungseinsätzen wird nur über Pager alarmiert, bei Bränden generell über Sirene.
Jeder Kamerad ist mit einer Nomex-Überjacke ausgerüstet. Überhosen gibt es keine. Es wird generell der Rosenbauer-Helm verwendet, die silbernen Helme dienen nur noch zu Repräsentationszwecken oder sie werden bei Wettkämpfen getragen. Aber auch bei einer Weltmeister-Wehr lässt das Interesse an Wettbewerben nach.

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Leider hat mein Besuch nur knapp 30 Minuten gedauert, aber ich denke, ich konnte alles aus dem Neukirchener Kameraden rauspressen, was er wusste. Über das Einsatzgeschehen konnte er nicht sehr viel sagen. Ich habe aber bei der benachbarten Feuerwehr Bramberg einige finden können, bei der auch Neukirchen im Einsatz war. Besonders zu erwähnen: Ein schweres Zugunglück am 2. Juli 2005.

Das muß für heute reichen. Vielleicht kann ich andern Mal tiefer in die Materie eintauchen. Ach ja. Es hat wie immer, wenn es eine Feuerwehr zu besuchen gilt, geregnet.

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Geschrieben von Christian L. um 05.10.06 19:46

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Kommentare

Ein PA auf einem Gruppenführerplatz?
Seltsames Österreich.

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 05.10.06 23:19

Es gibt in Deutschland ein paar Feuerwehren die die sogenannte Stoßtrupptaktik anwenden bei der zB der GF auch mit PA und zwei Trupps vorgeht. So zB die Feuerwehr München, wenn ich richtig informiert bin.

Geschrieben von: Sven Koopmann um 05.10.06 23:42

Liegt München jetzt auch plötzlich in Österreich?
Ich dachte das hätten wir mit der Sendlinger Mordweihnacht 1705 erfolgreich verhindert ...
Oder ist München auch einfach nur seltsam.

Kleiner Tip: Mal nach "Stoßtrupptaktik" googeln ;-)

Geschrieben von: michael um 05.10.06 23:44

Nö, habe die Münchener Unterlagen zur Stoßtrupptaktik hier liegen.

2 Vorgehensweise am Bahnhof (Alarmadresse) :-Erster ankommender Zug

Angriffs- und Unterstützungstrupp des erstankommenden HLF bilden zusammen mit dem Gruppenführer einen Stoßtrupp 1/4/5; das 2.HLF stellt 1 Rettungstrupp 1/2/3 mit Langzeitatmer.

Geschrieben von: Sven Koopmann um 06.10.06 00:28

Sorry. Ich hatte es halt so gelernt, dass Gruppen- oder Truppführer im Einsatz Führungskräfte für das jeweilige Fahrzeug sind und wenden das nach wie vor auch noch so an. Ein Fahrzeug bleibt bei uns nicht führungslos und damit meine ihc jetzt natürlich nicht den Maschinisten.

Bezüglich BF München oder andere BF halte ich mich seit einger Zeit grundsätzlich raus und kommentiere dies nicht. Vielleicht nur so viel: Wir sind weit weg (Distanz) zu einer BF. Reservetrupps und Rettungstrupps sind (und wer hier etwas anders aus einer FF behauptet, behaupte ich mal schlichtweg der lügt oder zumindest verschönert) oft nur Traumwünsche. Und Langzeitamter - die kenne ich leider nur aus Büchern oder Internet.

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 00:46

@ Michael: Nur ging dieser Aufstand leider letztendlich doch in die Hose. Am Ende kapitulierte 1706 auch noch Burghausen.

Einziger Vorteil des Aufstandes (Geschichte Leistungskurs zahlt sich aus...) war, dass der Würgegriff des Kaisers etwas gelockert wurde und sich Bayern von der Steuerlast und den Wehrdiensteinzügen in den (glaube waren 10 ode 11 Jahren) einigermaßen erholen konnte.

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 00:52

(Immer wieder: Leider kein Edit möglich..)
Am Ende meines letzten Postings meinte ich 10 oder 11 Jahre NACH 1705/06

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 00:54

Moinsen!

Einverstanden. Die Stoßtrupptaktik ist halt eine besondere taktsiche Variante und wird so zB auch von der Feuerwehr Düsseldorf angewendet.

Ein Sicherheitstrupp ist auch bei einer FF kein Wunschtraum. Der ewig zitierte Unterschied zwischen FF und BF existiert sicherlich, aber gewiss nicht in einer Situation: dem Einsatz. Wer keinen Si-Trupp stellen kann, sollte sich mal ernsthafte Gedanken über seine AAO machen. Wenn nicht vom 1. Fahrzeug, dann sollte er zumindest vom 3. oder 4. gestellt werden.

Der Hinweis auf die BF ist hier unangebracht. Ein Si-Trupp ist gem. UVV und FwDv 7 vorgeschrieben. Nix Wunschdenken!

Geschrieben von: Sven Koopmann um 06.10.06 01:00

Was dann? Draußen bleiben und auf den Sankt Sanktnimmerleinstag warten? Die Vorschrift besagt aber zudem auch, dass es möglich ist, wenn Menschleben in Gefahr, auch ohne Sicherungstrupp vorzugehen.

AAO: Was tun, wenn die von mir schon so oft zitierte Tagesalarmsicherheit vielerorts einfach nicht ausreichend gegeben ist? Den halben Landkreis alarmieren?

Natürlich verstehe ich auch Deine Argumente.

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 01:04

Zu vorhin: Natürlich ist eine Alternative die Nachalarmierung, die sicher richtig wäre, was aber viele leider nicht tun, wenns z.B. "nur" ein Zimmerbrand ist. (Viele Kdt. wollen sich die Blöse nicht geben).

"...das kriegen wir schon aus..."

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 01:07

@ Sven: Bei Weitem meiner Auffassung nach so nicht ganz korrekt: Auch im Einsatz gibt es den "ewig" (aber dennoch vorhandenen) Unterschied zwischen FF und BF. Das mache ich als Beispiel einmal bei Deiner angeführten AAO fest:

Vielerorts existiert diese bei FFs meist nur auf dem Papier oder nur in so fern, dass zwischen Brand und THL - und hier auch meist nur bei zwei, drei Fahrzeugen, unterschieden wird. Im Prinzip ist es für mich keine ordentlich AAO, wenn man nur unterscheidet: Bei Brand fährt nicht der RW als erstes Fahrzeug...

Weiter kann eine BF auf eine kont. Mannstärke zurückgreifen und damit kalkulieren, was in einer FF defakto nicht möglich ist. Ferner kann eine BF davon ausgehen, dass ALLE ihre Kollegen einen gewissen, gleichen Ausbildungsstand hat, was bei einer FF nicht der Fall ist.

Die Unterschiede fangen aber - das ist meine Beobachtung im meinem Umkreis zumindest - schon im Kern an: Beispiel Fahrzeugkunde: Wie oft sehe ich Kameraden wie Kopf-abgeschlagene Hühner um die Autos in der Hoffnung den Ausrüstungsgegenstand zu finden hüpfend und doch dann nicht findend...

Ich bleibe dabei - auch im Bereich Atemschutz: Vielerorts Wunschdenken!

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 06.10.06 01:17

Bei unserem HLF ist auch ein Atemschutzgerät für den Gruppenführer eingebaut. Hat aber den Sinn, dass kein Gerät mehr im Aufbau verlastet werden musste und dort mehr Platz für andere Gerätschaften ist.
Wir haben auch sog. Twin-Packs mit doppeltem Lufvorrat, ob die schon als Langzeit zählen weiss ic allerdings nicht.

Geschrieben von: Stefan H. um 06.10.06 07:58

Wenn ich das alles soweit richtig verstanden habe was ich in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es doch so: Die (alte) FwDV4 kennt nicht mal einen Si-Trupp. Die FwDV7 sagt das einer da sein muss, aber nicht genau wie und wann (oder?). Einzig die UVV-Feuerwehr schreibt vor das ein SI-Trupp bereitstehen muss wenn ein Trupp in das Gebäude geht.
Da zur Menschenrettung aber ja von UVV abgewichen werden kann (sofer der EL das verantworten kann/will) kann eben auch der Si-Trupp (vorerst) weggelassen werden.

Nun kommts:
Entsprechend der (neuen) FwDV3 ist es zwingend vorgeschrieben das ein Sicherheitstrupp bereitsteht sobald der erste Trupp das Gebäude betritt. Menschenrettung ist hierbei nicht ausgenommen.

Bisher galt bei uns die (Lehr)Meinung das der UVV genüge getan ist, wenn der Si-Trupp sich am ausrüsten ist, oder aber auf dem nächsten Fahrzeug ein komplett ausgerüsteter Trupp sitzt. Dies Fahrzeug muss natürlich schon auf der Anfahrt sein.

Vielleicht kann man ja mal eine Diskussion anstossen wie die "Auslegung" der neuen FwDV3 Bundesweit geregelt ist.

Was ich hier geschrieben habe ist das wie ich es bisher verstanden habe. Bin gern bereit mich belehren zu lassen.

gruß aus dem Norden

Kai

Geschrieben von: Kai Schaumann um 06.10.06 08:51

Also, soweit ich mich erinnere, hatte doch das HLF in Mainz auch ein AS-Gerät auf dem Platz des Fahrzeugführers/Gruppenführers? (Du hast sogar auf den Artikel über den verregneten Besuch dort gelinkt).

Zu der Geschichte: GruFü im IA klickt mal hier ;-) (Stichwort: First in, Last out)

Geschrieben von: Stefan C. um 06.10.06 09:10

Bis vor paar Monaten war es bei uns so, dass unser TLF16(DDR IFA W50 LA) als erstes Fahrzeug zum Brand fuhr und der GF ebenfalls ein PA an seinem Platz hat. Er konnte somit eine kombinierte Lageerkundung machen. War ja an sich auch nicht das Problem weil in quasi jedem Fall schon der ELW mit 1:1 vor Ort war. Bedingung war halt, dass das LF16/12 mit mindestens einem, besser zwei PA-Trupps nach kommt!

Mit unserem neuen LF20/16 (20/24) gibt es diese Gradwanderung nicht mehr. Staffelbesatzung mit minimum 4 PA-Trägern ist Pflicht!

Auf unserer LFS war ich letztes Jahr zum ersten GF-Lehrgang der nach neuer FwDV3 geprüft wurde. Da war es so, dass der Wassertrupp sich nach dem Aufbau der Wasserversorgung mit PA ausgerüstet hat.

In der Einsatzpraxis (meist Gruppenstärke ohne Melder) bei uns rüstet sich jetzt meistens der Wassertrupp sofort nach dem Eintreffen als Sicherungstrupp aus. Maschinist setzt den Schnellangriffsverteiler. Schlauchtrupp stellt Wasserversorgung her. Ein Mann vom Wassertrupp unterstützt nach dem Ausrüsten den Schlauchtrupp. Der zweite Mann vom Wassertrupp sammelt die gesamten Ausrüstungsgegenstände für den Sicherungstrupp zusammen (Strahlrohr, C-Schlauchleitung, Schleifkorbtrage, Axt, Ersatzpressluftatmer, Rettungsmesser, Ersatzmaske, Verletztentragetuch usw.). Atemschutzüberwachung nach Lage meist von Maschinist und später von Schlauchtruppführer oder GW-A-Besatzung.

Geschrieben von: Thomas Lampert um 06.10.06 10:30

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