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11.08.06
Rückschlag oder wie schreibe ich eine Reportage
Nachdem ich gedacht hatte, nach der Abnahme einer "Reportage" durch den betreffenden Pressesprecher, sei ich nun endlich fertig, wurde ich eines besseren belehrt. Ich war mir, was den Text betraf, noch immer etwas unsicher. Die bekannten unterbewussten Zweifel nagten an mir.
Die Umstände führten mich in eine Online-Schulung (CMS, Teasern, Artikel fürs Web) und ich nutzte die Gelegenheit und fragte die Dozentin, ihres Zeichens CvD beim Rundfunk (und demnächst auch in der Abteilung mein CvD!), um ihre Meinung und Verbesserungsanregungen.
Kurzum: Sie verriss den Text und bezeichnete ihn als eine Aufzählung von Fakten ohne besonderen roten Faden. Das schlimme: Ich musste ihr zustimmen! Kritik eines Außenstehenden ist immer sehr lehrreich. Ich ging also etwas in mich und studierte erneut den Aufbau vergleichbarer Reportagen.
Grob lassen sich zwei Arten eine "Reportage" zu schreiben, unterscheiden: Die erste zählt viele Fakten auf, die in thematisch geschlossenen Blöcken dargeboten werden. Dies ist bei der Feuerwehr Fachzeitschrift (FFZ) zuletzt oft der Fall gewesen. Eine zweite Variante erzählt anhand eines bestimmtem Aspektes eine Geschichte. In dieser Form eher in der Feuerwehr Bravo anzutreffen.
Der Vorteil des FFZ-Stils: Viele Fakten und geschlossene Blöcke. Für Fachinteressierte (mich eingeschlossen) wird mehr Information geboten. Die Einordnung und Meinungsbildung erfolgt durch die Strukturierung des eigenen Vorwissens. Der Nachteil: Schwere Lesbarkeit, insbesondere im Online-Bereich, Länge des Textes, Außenstehende können viele Informationen nicht richtig einordnen. Als Reportage kann er nicht bezeichnet werden, da der aufzählende Charakter überwiegt.
Der andere Stil ist leichter zu lesen und manchmal auch spannender. Er eignet sich durch seine einfache Sprache und kurzen Satzbau besser für ein Online-Medium. Nachteil: Ich muss u.U. bestimmte Fakten aus dem Text rausnehmen, da es sonst nicht zur "Story" passt. Wenn man von vornherein einen Schwerpunkt hat, dann lässt sich diese Form der Reportage besser umsetzen.
Ich stehe nun vor dem Problem, wie ich den Artikel umschreibe bzw. neu formuliere. Nachdem wir im Weblog festgestellt haben, dass auch viele Nicht-Feuerwehrleute mitlesen, ist ein narrativer und erklärender Reportagestil wohl besser geeignet. Ich muss also so viel Fakten wie möglich mit einem Erzählstrang verbinden und mich notfalls von einigen Inhalten trennen. Die Folge: Die Reportage wird tendenziös. Ob das dem abnehmenden Pressesprecher gefällt, ist eine andere Frage.
Ich habe mich nun entschieden dieses Modell anzuwenden. Jetzt kommt das nächste Problem. Ich optimiere diesen Artikel für das Web und ein pdf. Zwei gänzlich verschiedene Formate. Während ich beim pdf Infoboxen oder andere Aspekte ohne Probleme in den Text einbauen und optisch trennen kann, habe ich diese Möglichkeit im Weblog aus technischen Gründen nicht. Im Weblog wird die Reportage schwerer zu lesen sein! Das beschäftigt mich derzeit.
“Learning by Doing”, sage ich immer. Je mehr Reportagen ich mache, desto eher bekomme ich ein Gefühl für den Umgang mit solchen Texten. Dazu brauche ich aber auch das Feedback der Leser. Feedback im umfassenden Sinn: Stil, Sprache, Aufbau, Grafiken, Fakten, ... .
Mich würde außerdem interessieren, welchen Reportagestil ihr bevorzugt und wie groß eure Bereitschaft ist, ein pdf-Dokument herunterzuladen, statt den Text im Web zu lesen?
Geschrieben von Stefan C. um 11.08.06 11:13
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Kommentare
Kommt prinzipiell auf den Umfang des Dokumentes an, aber ich les das Weblog über RSS und wäre über einen PDF-Artikel nicht sehr begeistert.
Anderer Seits muss ich dir vollkommen rechtgeben, PDFs sind einfach leichter zu formatieren (und auch zu lesen) sind als ewig lange Artikel im Weblog.
Kommt prinzipiell auf den Umfang des Dokumentes an, aber ich les das Weblog über RSS und wäre über einen PDF-Artikel nicht sehr begeistert.
Anderer Seits muss ich dir vollkommen rechtgeben, PDFs sind einfach leichter zu formatieren (und auch zu lesen) sind als ewig lange Artikel im Weblog.
Geschrieben von: Stefan Hauf um 11.08.06 11:47
Was hat dies mit Feuerwehr zu tun?? Oder ist dies kein Feuerwehr-Blog mehr?
Geschrieben von: georg rosenbaum um 11.08.06 12:12
@ Stefan: Ich bin Konsument schneller und leichter Kost im Web - zumindest im Teaser. Wenn der Teaser dann Lust auf mehr macht, nehme ich gerne auch ein gut gemachtes PDF entgegen!
@ Georg: Das hat viel mit Feuerwehr zu tun. Wenn Du länger hier liest merkst Du, dass gerade das Feuerwehr Weblog sich auch mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren in Deutschland beschäftigt. Feuerwehr ist vielschichtig und besteht eben doch aus wesentlich mehr, wie reinem Wasserwerfen....
Geschrieben von: Alex Bentzien um 11.08.06 13:06
Also ich konsumiere das Weblog nicht über RSS oder sonstiges sonder ganz "normal und altmodisch" über Browser... und ich denke die meisten tun dies noch so weil der Rest wohl oft noch ein Buch mit sieben Siegeln ist, oder seh ich das falsch?
Ob ich nun also eine Reportage als .pdf oder im Blog lese ist rein technisch egal. Für mich wäre aber die .pdf aufgrund der besseren Lesbarkeit, der schöneren Formatierung und vor allem (wenn einmal geladen) der offline-Verfügbarkeit der Favorit!
Geschrieben von: Florian Saalfeld um 11.08.06 15:07
also zumindest beim problem mit den "infoboxen" könnte ich mir ne ziemlich simple lösung vorstellen. ( html? )
es sei denn jemand erklärt mir die akuten "technischen hindernisse". :)
Geschrieben von: patrick um 11.08.06 15:07
@Florian: Du liegst falsch ca. 2/3 der Zugriffe kommen über RSS. ;-) Aber auch ich bin der klassische Konsument und wähle die Browser-Variante.
@patrick: Die Blogsoftware lässt zwar html-code zu, das Problem ist aber die Browserübergreifende Darstellung. Div-Tags gehen gar nicht und zerschießen meist das komplette Layout. Auch table-tags sind vorsichtig einzusetzen. Blogsoftware ist nun mal nicht für layoutechnisch anspruchsvollere Artikel geignet. :-(
@Georg: Da es bei dieser Reportage um Feuerwehr geht (also einen zukünftigen Inhalt) gehört das Thema schon ins Blog, zumal wir explizit "privates" einfliesen lassen wollen. Die Layoutfragen bzw. Lesegewohnheiten der Weblog-User sind für mich deshalb von Interesse, damit ich meine Inhalte anpassen kann. ;-)
Geschrieben von: Stefan C. um 11.08.06 15:38
@ Stefan C.: Wo ist denn das Problem mit div-Boxen? Die kannst du doch mit CSS einwandfrei "stylen" gibst ihnen noch ein float mit und dann läuft sogar der Text drumrum. Falls du Hilfe brauchst schreib mich einfach an.
Geschrieben von: Carsten um 11.08.06 17:52
@Carsten: Ich habs schon probiert. Irakli meinte auch zu mir, ich soll es bei dieser Software besser lassen.
Geschrieben von: Stefan C. um 11.08.06 18:30
Was mir auch noch gerade einfällt, in letzter Zeit schleichen werden Artikel öfters mal korrigiert. Dabei wäre es schön, wenn die veränderte Passage markiert wird, da sieht der Leser gleich was am Artikel verändert wurde. In anderen Blogs (oder sogar von anderen Bloggern hier?) wird das so gemacht: "alter Text neuer Text"
Geschrieben von: Stefan Hauf um 11.08.06 23:18
@Stefan Hauf: Wenn ich was korrigiere, dann unterscheide ich oft, ob es ein Tipp-/Rechtschreibfehler war oder ob inhaltlich etwas verändert wird. Tipp-/Rechtschreibfehler mache ich selten kenntlich. Wenn ich diese kenntlich mache, dann meist weil ich per Email oder Kommentar darauf hingewiesen wurde.
Wenn Absätze (Inhalt) verändert wird, weise ich dadurch durch das Wort (update) im Titel hin oder ich streiche das betreffende Wort/Satz durch und schreibe dahinter weiter. Es kommt vor, dass ich vergesse etwas "durchzustreichen", das ist aber keine Absicht.
Andererseits nervt mich dieses Durchgestrichene beim Lesen. Weshalb ich mich mit dem Hinweis "update" begnüge".
Ich werde zukünftig ans Ende des Artikels der korrigiert/verändert wurde, Datum, Uhrzeit und Art der Änderung anhängen. In diese Praxis schließe ich Hinzufügen von Fotos und Rechtschreib-/Grammatikkorrekturen ein. Kenntlich gemacht wird in meinen Artikel zukünftig grundsätzlich JEDE Änderung, auch Rechtschreibeung, im Titel durch "(update)".
Vorbehaltlich, dass ich es nicht vergesse. ;-)
Geschrieben von: Stefan C. um 13.08.06 23:33
