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17.07.06
Wir sind alle BILD-Reporter
Florian schickt einen Hinweis auf diesen Artikel im BILD-Blog, in dem es darum geht, dass die BILD-Zeitung bis zu €500.- für eingereichte Fotos springen lässt, und zwar von (Zitat):
— Blitzte für Sekunden der Busen eines prominenten Stars unter der Bluse hervor?
— Wurden Sie Zeuge eines Großbrandes oder eines Unfalls?
Wie soll man das eigentlich beurteilen? Hier fliessen einige Aspekte rein, wovon zwei von besonderer Bedeutung sind.
Erstens: Der Schritt vom fotografierenden Passanten zur Veröffentlichung seiner Bilder in den Medien ist nicht groß. Ob nun die BILD, das Feuerwehr[weblog] oder die Süddeutsche Zeitung, die die gestern in der OVB veröffentlichten Fotos vom verunglückten TLF der FF Garching / Alz, und die nicht von einer Presseperson aufgenommen wurden, veröffentlichte: alle sind stark auf den Input von Privatpersonen angewiesen, die das Ereignis in Bildern festgehalten haben.
Auf dieser Ebene unterscheiden wir uns nicht. Auch wir vom Weblog ermutigen die Leser dazu, uns Bilder, Texte und Videos zu schicken. Hier gibt es ein interessantes "Henne-Ei"-Problem. Sind eigentlich die Leser daran Schuld, weil sie solche Inhalte wollen? Oder sind es doch die Medien, die die Leser überhaupt für so etwas konditionieren? Ich kann das pauschal nicht beantworten.
Zweitens: Der Umgang mit den Bildern. Darin liegt meiner Meinung nach der grosse Unterschied, der mir zumindest eine gewisse Seelenruhe ermöglicht. Ich denke, wir können hier eher verantwortlich mit den Inhalten umgehen, es geht nicht (nur) darum, das Ereignis zu zeigen, sondern auch den Kontext, eventuell auch mit einer fachlichen Analyse verbunden, aufzuzeigen. Auch können die Absender, zumeist Feuerwehrler, schon sehr wohl einschätzen was erlaubt ist und was nicht.
Vielleicht lässt sich dieser Punkt am einfachsten visualisieren, wenn man das Zitat oben liest: "Titten und Großfeuer, für €500.-" ist doch etwas anderes und treibt die (Privat-)Leute nun wirklich dazu, sich aktiv passende, oder eher unpassende Motive zu suchen. Letzteres ist das eigentlich erschreckende. Nächster Schritt: ein Abnehmer, der alles bezahlt und unzensiert mit aufnimmt. Ich denke, sogar die BILD hält sich an einem minimalen Kodex. Andere werden es nicht tun.
Der fade Beigeschmack: ich weise gerne immer wieder darauf hin, dass die meisten Handys eine eingebaute Kamera haben. Was wir mit der Feuerwehr in der Öffentlichkeit tun, das wird nicht nur von den Anwesenden gesehen, sondern von der ganzen Welt. Und der Knipser bekommt nun sogar auch Kohle dafür.
Unterm Strich beschleunigt das nur den Trend.
(Danke, Florian!)
Geschrieben von Irakli um 17.07.06 12:16
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Kommentare
Hi,
geh mal auf http://www.bildblog.de .
Dann wirst du sehen, dass sich die BILD-Zeitung auch nicht an einen minimalen Kodex hält.
Gruß
Markus
Hi,
geh mal auf http://www.bildblog.de .
Dann wirst du sehen, dass sich die BILD-Zeitung auch nicht an einen minimalen Kodex hält.
Gruß
Markus
Geschrieben von: Markus S. um 17.07.06 13:13
Da kann ich Markus nur Recht geben - Bildblog.de beweist das tagtäglich aufs Neue...
Geschrieben von: Timo um 17.07.06 13:40
Ähnluche "Mitsreiter" sucht auch der Fernsehsender N24
http://n24.de/tv/sendungen/?a2005102814285155328
:-(
Geschrieben von: Jörg um 18.07.06 14:25
