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06.07.06

Dunkle Wolken am Horizont: Unwetter in Deutschland

Es lag förmlich in der Luft, tagelange bullige Hitze entlud sich in der gestrigen Nacht in Form heftiger Gewitter über dem Süden und Westen Deutschlands. Besonders betroffen waren Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Heilbronn traf es am schwersten. Das Unwetter verursachte dort erhebliche Schäden. Zahlreiche Keller sind voll gelaufen. Viele Straßen wurden überflutet. Besonders betroffen waren die Gemeinden Güglingen, Meimsheim, Stebbach, Gemmingen und Kirchhardt. In Botenheim, Hausen und Cleebronn waren die Ortskerne überflutet. Die Feuerwehr habe vorsorglich die Bewohner von Meimsheim mit Sirenenalarm geweckt, nachdem der Ort von den Wassermassen der Zaber bedroht worden sei. Auf der Autobahn 81 kam es in der Nähe des Autobahnkreuzes Weinsberg zu vier Unfällen.

Auch den Raum Bruchsal und Baden-Baden traf es schwer. Die Feuerwehr pumpte zahlreiche Keller aus. Straßen und Unterführungen wurden wegen Überflutung und umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt. In Baden-Baden hieß es am Ebertplatz "Land unter". In mehreren Orten im Ortenaukreis fiel außerdem für kurze Zeit der Strom aus. In Karlsruhe wurde ein Motorrollerfahrer einem herabfallenden Ast verletzt. Verletzt wurde auch ein Feuerwehrmann, der beim Kellerauspumpen einen Stromschlag erlitt.

Auf dem Stuttgarter Schlossplatz musste die Übertragung des zweiten WM-Halbfinalspiels mit rund 8000 Zuschauern abgesagt werden. Auch das SWR-Fußballfest in Ravensburg wurde wegen des Sturmes abgebrochen. In Stuttgart beschädigten heruntergefallene Ziegel einige Autos, wie die Polizei mitteilte.

Am Bodensee registrierte der DWD Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 110 Stundenkilometern. Zahlreiche Jachten gerieten in Seenot. Auf dem Land wurden mehrere Dächer abgedeckt. Die Bahnstrecke zwischen Konstanz und Radolfzell musste wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.

Beim Brand einer Scheune mit technischen Geräten bei Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis entstand ein Schaden von 250.000 Euro. In Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) brannte ebenfalls eine Scheune. Hier beträgt der Schaden etwa 70.000 Euro. Menschen wurden nicht verletzt.

Auch Nordrhein-Westfalen wurde von dem Sommerunwetter heimgesucht. Durch einen Stromschlag in einem mit Wasser überfluteten Keller wurde ein 43-Jähriger in Wuppertal lebensgefährlich verletzt. Der Hausbewohner wollte den Einsatzkräften helfen, wurde aber mehrmals aufgefordert, in seine Wohnung zurückzugehen. Trotz der Warnungen ging er mit Hausschlappen in den Keller. Hier kam es zu einem Stromschlag, der wahrscheinlich durch ein Verlängerungskabel ausgelöst wurde. Zwei Feuerwehrmänner wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt.

Rund 200 Schweine konnten aus einem brennenden Stall in Steinheim Kreis Höxter) in Nordrhein-Westfalen gerettet worden. Zehn Rinder kamen dagegen in den Flammen auf einem Hof in Brakel (Kreis Höxter) ums Leben. In Münster brannte nach einem Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Einfamilienhauses. In Bochum wurden die Einsatzkräfte mehrfach gerufen, um Autos von umgestürzten Bäumen und Dachziegeln zu befreien. In Dortmund sorgte stellenweise sorgte starker Hagel für eine weiße Schicht auf dem Boden. Verletzt wurde aber niemand.

Auch in Teilen Hessen gab es am Mittwochabend nach fast tropischer Hitze Unwetter mit starkem Niederschlag. Im Landkreis Kassel schlug der Blitz in zwei Wohnhäuser ein. Beim Brand des Dachstuhles eines Einfamilienhauses in Oberweser entstand ein Schaden von 100 000 Euro. In Limburg liefen Keller voller Wasser, Alarmmelder wurden durch Blitzeinschlag ausgelöst. In Laubach bei Gießen schlug der Blitz nach Angaben der Feuerwehr in ein Weizenfeld ein. Das Feuer konnte jedoch rasch gelöscht werden. Die Autobahn 3 Frankfurt-Köln war zeitweise überflutet.

Geschrieben von Stefan C. um 06.07.06 10:42

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Kommentare

Laut lokalem Radio liefen in Heilbronn mehrere hundert Keller voll; am Bodensee wurden wohl Orkanböen bis zu 146 Stundenkilometer gemessen!

Geschrieben von: Philip um 06.07.06 11:19

Hi!

Also uns hat es vergangene Woche am 29.06. erwischt.
Am 05.07. waren dann die Nachbargemeinden dran.

Ich sage nur:" Von 22.00 Uhr bis 01.00 Uhr kam es im Landkreis Heilbronn zu 285 Unwetterbedingten Einsätzen".

Nachzulesen unter http://www.kfv-heilbronn.de/

Geschrieben von: Tobias um 07.07.06 01:45

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