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27.06.06
Zugführer Tag 7: Heissausbildung die zweite
Heute war der Tag mit den meisten Aufenthalten unter freier Luft. In der Früh zwei THL-Durchgänge. Der erste war VU, LKW gegen PKW, Fahrer eingeklemmt. Erfreulicherweise durfte ich das erste Mal in meinem Leben einen RW fahren, auch wenn ich sehr, sehr wenig Ahnung von der Beladung hatte.
Bei der Inbetriebnahme des eingebauten Stromgenerators musste aber sogar die Lehrkraft ein wenig nachdenken, also war das alles nicht so wild. Danach wurde es ein wenig komplexer: unvorsichtiger Passant unter LKW, Ladung verrutscht: Mulde drohte auf nachfolgendes Fahrzeug zu fallen.
Im Bayern wurden 0,5bar Luftwürsteheber mal stark gefördert, sind also recht verbreitet. Auch hier wurde der Einsatz befohlen, und zwar mit Unterbaumaterial um die Achse anzuheben. Leider verfügt das Gerät (hier ein Beispiel) nur über eine Hubkraft von drei Tonnen, was man ja schlecht wissen kann wenn man das nicht kennt. Als wir das merkten, gab es zwei Dinge zur Auswahl: alles wieder abbauen, mit dem womöglich unzureichenden Unterbauholz des RW2 und evtl. Hebekissen 8bar. Oder aber einfach mit zwei "Büffel" das Gestell ein wenig anheben und dem Kissen ermöglichen, die Achse anzuheben. Das klappte dann auch prima.
Ein weiteres Problem war dann die verrutschte Ladung, die es zu sichern galt. Auch hier wurde die etwas umständlichere Variante gewählt, die Ladung mit der Seilwinde des RW zu sichern.
Dies hatte allerdings den Nachteil, dass so der ganze LKW nach vorne gezogen wurde, und die eigentlich problemlosen Büffel um ein Haar instabil wurden. Die Lösung - auf das muss man auch mal kommen - wäre gewesen, die Ladung einfach und schnell mit Spanngurten zu sichern. Nun, das Vorgehen war zwar etwas unorthodox, aber die Person wurde dann doch halbwegs flott befreit.
Danach waren wir alle schon extrem durchnässt, denn es war schon in der Früh sehr schwül.
Anschließend gab's noch etwas Unterricht über Löschwasserversorgung, auch über lange Wegstrecken, und Kartenkunde.
Am Nachmittag ging es dann wegen der extremen Hitze + Feuchtigkeit mit starker Marscherleichterung an die praktische Übung: Wasserversorgung über lange Wegstrecken.
Das Objekt, ein Einsiedlerhof auf einer entlegenen Bergkuppe, wurde vor acht Jahren ein Raub der Flammen. Wir mussten die damals aufgebaute Versorgung rekonstruieren. In acht dreierteams galt es, die Länge, den Höhenunterschied und die Position der Pumpen (klassisch 8 bar) zu definieren. Dabei hatten die Teams unterschiedliches Werkzeug zur Hand: so mussten wir völlig frei ohne Hilfsmittel schätzen, andere mit der 1,60m-Wasserwaage und ein Team mit dem Schlauchverlegecomputer.
So ganz falsch lagen wir nicht. Zwar hatten wir die Höhe mit 68 statt 88 Meter geschätzt, dafür lagen wir bei der Länge mit 1300 statt 1400 nur knapp daneben. Das Wichtigste jedoch: die Pumpen waren an der richtigen Stelle (wieviele FP und B, wer raten mag?). Ein anderes Team mit Wasserwaage hatte alles genauestens vermessen, allerdings vergessen, die Pumpen zu setzen.
Schliesslich hatten wir noch eine Stunde Theorie: Katastrophenschutzgesetz. Leider war ich jedoch zu müde, um mich auf FüGK, ÖEL, ÖEL-UG, FB Bw und wie sie alle heissen, zu konzentrieren.
Morgen ist Gefahrstoffstag!
Geschrieben von Irakli um 27.06.06 21:51
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