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04.05.06

Posttraumatische Belastungsstörung

Notfallseelsorger gehören mittlerweile zum Feuerwehralltag wie Schlauch und Verteiler. Gespräche von psychologisch geschulten Kollegen oder professionellen Hilfestellungen sollen helfen das Erlebte zu verarbeiten und posttraumatische Belastungsstörungen gar nicht erst entstehen zu lassen.

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Opfer und Helfern wird geholfen, aber was ist mit den nachrichtenproduzierenden und Öffentlichkeit generierenden Journalisten? Bisher Fehlanzeige, obwohl ihre Arbeit auch für die Feuerwehr sehr wichtig ist.

Aus diesem Grund fordern Psychologen eine bessere Betreuung von durch Berichterstattung traumatisierten Journalisten. Gerade die Tsunami-Katastrophe zeigte, so ein Bericht der DPA anlässlich einer zweitägigen Tagung des Netzwerkes für Journalisten und Trauma, dass auch Journalisten von traumatischen Ereignissen betroffen sein können. Es bedarf keines Tsunamis um auch gestandene Lokaljournalisten in psychische Stresssituationen zu bringen. Der tägliche Tsunami findet auf Deutschlands Straßen statt oder offenbart sich bei Interviews mit Unfallopfern, die zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen können.

Wie auch vor wenigen Jahren bei der Feuerwehr, sehen sich auch Journalisten nicht als gefährdet an. Der ehemalige BBC-Journalist und Psychologe Mark Brayne fordert deshalb, Informationen über die psychologischen Belastungen bei der Arbeit schon bei der Ausbildung junger Journalisten anzusprechen. Auch das ein Parallele zur Feuerwehr. Bereits in der Grundausbildung wird den jungen Anwärtern nahe gelegt sich bei Problemen nach Einsätzen der professionellen
Hilfestellungen zu bedienen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass ausdrücklich gesagt wird, niemand müsse sich deshalb "schwach" fühlen.

"Wir sind hier nicht beim Müttergenesungswerk. Das Psycho-Gerede brauchen wir nicht", mit solchen Sprüchen musste sich das Open-Team auseinandersetzen, als es zum 1. Januar 1996 offiziell seine Arbeit aufnahm. Doch schon wenige Monate später bestand es seine erste große Prüfung mit Bravour. 17 Menschen starben im April beim Flughafenbrand in Düsseldorf, ein Großeinsatz, der extreme Belastungen für die Feuerwehrleute mit sich brachte. "Kollegen mussten Leichen bewachen, ihre Grenzen erkennen und einsehen, dass nicht jeder wiederzubeleben war", erklärt Günter Nuth vom Open-Team. (RP-Online)

Geschrieben von Stefan C. um 04.05.06 21:49

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Kommentare

Eins meiner persönlichen "Tsunami-Erlebnisse" (um bei Deinem Sprachgebrauch zu bleiben) hatte ich als Lokaljournalist erst gerade vor wenigen Stunden. In Dortmund wurde ein achtjähriger Junge unter einem Bus eingeklemmt und lebensbedrohlich verletzt, nachdem er mit seinem Fahrrad unter den Linienbus geraten war. Hoffentlich wird der Bursche wieder ganz gesund. Aber Du hast recht - bis auf den Führungsdienst der Feuerwehr hat sich noch nie jemand (ausser meiner besseren Hälfte) dafür interessiert, wie wir damit klar kommen. Deshalb hat die Feuerwehr angeboten bei Bedarf auf die Nachbetreuungsangebote der Berufsfeuerwehr zurückzugreifen. Auch wenn sich manche so darstellen wollen - Berichterstatter sind eben keine abgebrühten, gefühls- und seelenlosen "Bluthunde" oder "Aasgeier". Vielfach vergessen wird auch, dass so mancher Polizeireporter oftmals an einem Wochenende mehr Schwerverletzte und Unfalltote ertragen muss als so manch ein Feuerwehrmann in einem Jahr oder mehr. Es mag möglicherweise ein Vorteil sein, dass der Journalist im Normalfall nicht so genau ansehen muss, was er nicht veröffentlichen kann.

Geschrieben von: PRINTZ.NET um 05.05.06 01:23

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