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07.04.06

Serienbrandstifter in Düren geschnappt

Bei folgender DDP-Meldung musste ich zuerst etwas schlucken:

Die Beschuldigten räumten rund 80 Brandstiftungen ein, konnten sich angesichts der Vielzahl der Taten aber nicht mehr an jede einzelne erinnern. Ihnen wird vorgeworfen, Gebäude, Fahrzeuge sowie eine große Anzahl von Strohhaufen und Großcontainern niedergebrannt zu haben.

Weiter heißt es:

Die Polizei sprach von einer «professionellen Vorgehensweise». Ein Täter war beauftragt, ständig den Polizeifunk abzuhören, um vor Kontrollen zu warnen. Die anderen Gruppenmitglieder suchten geeignete Objekte aus. Untereinander kommunizierte die Bande mit Funkgeräten. Während ihrer Vernehmungen gestanden die Brandstifter ein, sie hätten das Feuer und die Arbeit der Feuerwehr fotografiert, um sich daran zu ergötzen.

Seit Beginn des Jahres war die «Ermittlungsgruppe Winter» zur Aufklärung der Straftaten eingerichtet. Über mehrere Wochen wurden die Täter beobachtet. Organisiert hatten sich die Brandstifter in einem eingetragenen Dürener Verein, in dessen Namen auch das Wort «Brandschutz» vorkommt.

Dieser Verein übernahm unter anderem gegen Entgelt die Aufgabe, einen Supermarkt zu entlüften, nachdem die Gruppe dort vorher den Brand gelegt hatte. Den «harten Kern» der Tatverdächtigen bildete der gesamte Vorstand des Vereins. Insgesamt wurde gegen elf Personen im Alter zwischen 19 und 24 Jahren ermittelt. Gegen die fünf Hauptverdächtigen ergingen Haftbefehle, die allerdings unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden.

Die Pressemeldung der Polizei Düren führt weiter aus:

Den "harten Kern" der Tätergruppe bildete der gesamte Vorstand des Vereins, der es sich eigentlich zur Aufgabe gemacht hatte, Menschen in Not zu helfen. So ergingen tatsächlich auch Angebote an die Polizei, z.B. bei der Suche nach vermissten Personen zu unterstützen. [...]

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Aachen wurden die fünf Haupttäter dem Haftrichter beim Amtsgericht in Aachen vorgeführt. Gegen alle Personen wurden Haftbefehle erlassen, die aber gegen sehrstrenge Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden.

Das ist schon ein starkes Stück! Ich hoffe nur, dass sich nicht herausstellt, dass auch nur ein einziger Täter einen direkten Bezug zur Feuerwehr hat. Das wäre nämlich dann der GAU.

Geschrieben von Stefan C. um 07.04.06 12:10

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Kommentare

Habe ich das richtig verstanden, dass die die Brände unter anderem dafür gelegt haben, um neue Kundschaft für ihren Verein beizuschaffen?!

Geschrieben von: Carsten Franz um 07.04.06 13:34

@Carsten: So wie ich das verstanden habe, diente der Verein nicht dazu um Kunden zu akquirieren, sondern um die Brandstifter-Tätigkeit zu organisieren. Die Tätigkeit als Brandschützer war dann wohl nur der Deckmantel. Es bleibt abzuwarten, was da noch alles in den nächsten Wochen verlautbart wird.

Geschrieben von: Stefan Cimander um 07.04.06 13:39

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