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20.04.06

Rettung unter erschwerten Bedingungen

DPA berichtet heute über eine besondere Form von Schwierigkeiten bei Bergungseinsätzen Rettungseinsätzen. Insbesondere in Großstädten stehen die Feuerwehren immer häufiger vor dem Problem sehr beleibte Personen aus Häusern und Wohnungen bergen retten zu müssen.

Doch immer wieder stehen die Helfer vor besonderen Herausforderungen. Wie bekommt man einen 300 Kilogramm schweren Mann aus seiner Wohnung, auf eine Trage oder in den Rettungswagen? «Vor wenigen Jahren hatten wir so einen Fall einmal im Jahr», erzählt Peter Braun, Feuerwehrsprecher in Hamburg. «Mittlerweile rücken wir im Schnitt einmal im Monat zu solchen Einsätzen aus.» Und meist wissen die Sanitäter nicht, welche buchstäblich schwere Aufgabe sie zu bewältigen haben.

Bei der Durchsicht von Einsatzberichten auf verschiedenen Feuerwehr-Webseiten sticht mir diese Form von Einsatz immer häufiger ins Auge. Bspw. auf der Webseite der FF Waldshut-Tiengen, Abt. Tiengen:

Die ILS Waldshut verständigte das Kommando der Abt. Tiengen, dass in St. Blasien der GW-L benötigt wird. Eine schwergewichtige Person ca. 230 kg musste von der Feldbergklinik in die Klinik St. Blasien verlegt werden, [...].

Solange der Transport geklärt ist, bspw. GW-L, gibt es kein "Problem", sieht man von der ethischen Seite ab. Die BF Bremen hat zu diesem Zweck sogar einen speziellen Transportwagen, den GK-Rett beschafft. Problematisch wird es bei der Frage, wie die Person auf das Transportmittel befördert wird:

Schnell werden so aus den Minuten, die eine Rettungsaktion dauern sollte, Stunden. «Wir brauchen meist fünf Mal so lang», erklärt Braun. «Das Problem ist ja nicht nur das extreme Gewicht, sondern vor allem das große Volumen.» Die Tragen sind meist nur für 160 Kilogramm zugelassen, die Treppenhäuser sind zu schmal, die Rettungswagen zu klein. Bei solchen Einsätzen bleibt nur der Einsatz von schwerem Gerät. (DPA)

Was an Gerät notwendig ist, sprengt die Vorstellungskraft:

Im Fall der Fälle rücken in der Hansestadt ein schwerer Kran mit Stahlwanne, ein Großraumrettungswagen und Einsatzwagen mit einem Krankenhausbett aus. «Wir fahren die Konstruktion vor ein Fenster, und dann wird der Patient über die Fensterbank auf das Bett gehievt». Doch wenn der Kran nicht vor dem Haus parken kann, oder die Fenster zu klein sind, hilft nur noch Gewalt: «Auf einer Rettungsplane müssen wir den Patienten dann durch die Tür ziehen», sagt Braun. Für den Patienten eine äußerst schmerzhafte Erfahrung, für die Helfer Schwerstarbeit. (DPA)

Die Schwierikeiten hören hier jedoch noch nicht auf, das größte Hindernis, neben ethischen Bedenken, tritt in Form der Verwaltung auf:

Doch nicht nur die technischen Schwierigkeiten machen den Feuerwehrleuten Sorgen. «Das ist ein großes ethisches Problem», erzählt Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin. Auch hier beobachtet man mit Sorge die wachsende Zahl der Spezial-Einsätze. «Wir haben keine genaue Statistik, doch es scheint vor allem ein Problem in den großen Städten zu sein», sagt Darmstädter.[...]
Auch der Kostenaufwand ist enorm. Denn der Mehraufwand wird von den Krankenkassen nicht gezahlt. Und die Einsätze sind teuer, der Personalaufwand viel größer als im Normalfall. Beim Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) führt man allerdings keine Statistik über die steigenden Belastungen. Alle Einsätze werden pauschal abgerechnet. Die Rettungsdienstträger vor Ort schließen Verträge mit den Kassen, sagt ein Sprecher. Auf den Mehrkosten für Großeinsätze bleiben die Feuerwehren meist sitzen. (DPA)

Welche Erfahrungen habt ihr mit deratigen Einsätzen gehabt und wie habt ihr auftretende Probleme gelöst? Habt ihr spezielle Fahrzeuge oder Vorrichtungen für Fahrzeuge entwickelt?

Geschrieben von Stefan C. um 20.04.06 11:29

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Kommentare

bei meinem rot kreuz kurs kamen wir auch auf das thema zu sprechen gekommen..resultat, der rettungsdienst musste 3 neue tragen mit höherer tragkraft (also 300 kg) beschaffen mussten, da auch die stadt freiburg dort öfters nachfragen musste, ob die tragen gebraucht werden oder schnel mal geliehen werden könnten...nun ja

Geschrieben von: Simon D. um 20.04.06 14:48

erst am dienstag eine ca 160kg patientin 5 stockwerke in schmalem treppenhaus heruntergetragen (mittels schleifkorbtrage). danach waren meine arme 2cm länger ;)

generell sollte man bei patiententransporten die schleifkorbtrage favorisieren. man kann mit vielen leuten zupacken und der patient liegt stabil. allerdings sollte man die stabilität/gewichtsgrenzen der schleifkorbtragen beachten!

bei einsatz von drehleitern sollten die gewichtsgrenzen beachtet werden. eine krankentrage auf einem korb trägt meistens nicht mehr als 150kg! ebenso die haken zur befestigung einer schleifkorbtrage an einer drehleiter.

Tragetücher sind meistens eine schlechte idee. die übergewichtigen patienten haben meist sowieso schon probleme mit ihrem rücken. da man nun aber mehrere tragetücher bei ü.-gewichtigen benötigt, kommt es häufiger zu verrutschungen und ungünstiger lage.

wie immer sollte man erst denken, bevor man vorschnell handelt.

Geschrieben von: Stefan um 21.04.06 00:26

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