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22.02.06

Anatomie einer Übung (1)

Zu einem guten Ausbildungmix gehört auch das, was wir Objektübung nennen und möglichst zwei Mal im Jahr durchführen. Wir versuchen, Einsatzlagen halbwegs realitätsnah darzustellen und diese mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften zu lösen. Erfahrungsgemäß sind diese Übungen sehr beliebt, denn sie bilden ein prima Gegengewicht zu der machmal unweigerlich trockenen "Basisarbeit". Diese wird verstärkt in den Wintermonaten betrieben: Erste Hilfe, Knoten und Stiche, Absturzsicherung, usw. Obwohl die letzte Objektübung knapp einen Monat zurückliegt (wir waren Gast bei einer anderen Abteilung), steht nächste Woche wieder eine an, und zwar an diesem Objekt:

0602 Uebung

Zu Einsatzlage und zur Anatomie des Objekts darf ich an dieser Stelle nicht viel verraten - Mannschaft liest mit - aber keine Überraschung dürfte sein, dass es um ein Brand geht und dass es sicher die eine oder andere verletzte oder vermisste Person geben wird. Zu meiner Freude hat es das Objekt faustdick in sich, aber dazu mehr wenn die Übung vorbei ist :) Letztendlich richtet sich die Einsatzlage nach dem Ausbildungsziel, welches wir heute Abend besprechen wollen.

Ich denke, die meisten Wehren werden wissen wie man an solche Objekte kommt. Gerade bei Wohnhäusern kommt lange vor dem Abriss eine Bau-Werbetafel hin ("459 Palais-Wohnungen in reizender Lage"), dort steht dann auch der Bauträger. Wen man diesen nicht eh schon kennt, einfach mal anrufen. In den meisten Fällen ist das recht problemlos.

Was erlaubt ist, variiert von Fall zu Fall. Meistens darf man an der Aussenfassade nichts kaputt machen (insb. Fenster), denn sonst gibt es Ärger mit dem Abbruchunternehmen. Innen ist es dann unterschiedlich, Gut ist, wenn man einheizen darf, zB mit einem Haufen Kohle. Nebelmaschine dazu, schon wird es ein wenig mehr realitätsnah.

Jetzt muss alles nur noch organisiert werden: Übungs-PA bestellen, Nebelmaschinen, Darsteller, Schwesterabteilung (s. Link oben) "gegeneinladen", und insbesondere die Anwohner durch einen Postwurf über die anstehenden Übung informieren und sich für den Lärm entschuldigen. Ich hoffe, wir können diesmal eine Kontaktperson für die Zuschauer abstellen. Die Vorwarnung generiert oft recht viel Mundpropaganda, und es finden sich viele Schaulustige ein.

Fortsetzung folgt!

Geschrieben von Irakli um 22.02.06 10:38

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Kommentare

@Irakli: Du schreibst "Ich hoffe, wir können diesmal eine Kontaktperson für die Zuschauer abstellen. Die Vorwarnung generiert oft recht viel Mundpropaganda, und es finden sich viele Schaulustige ein."

Das ist u.a. der Grund, warum ich ein Team mit 8 Leuten gebildet habe und auch in meinem Konzept, dass hier auch bereits vorgestellt wurde, geschrieben habe, dass vier Leute Minimum für ein Öfka/Presseteam ist.

Zum einem kann man sich gut bei großen Übungen abwechseln (mit Foto-Dokuarbeit, Öfka-Betreuung, etc.) und zum anderem "eckt" man mit den FA nicht an, da man als Einzelkämpfer gerne schnell als "Faul" abgestempelt wird, wenn man nur knipst und "nur" Bürger vor Ort informiert.

Das ganze Öfka-Thema muss sich in den Feuerwhren erst etablieren. Ich kann mich auch gut noch an die Einführung des Lüfters erinnern. Hier gab es von Führungsdientgraden oft die Aussage: "Jetzt verstehe ich gar nichs mehr. Jetzt blasen wir auch noch ins Feuer hinein!"

Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 22.02.06 14:32

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