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02.11.05
Vogelgrippe in Europa – Nur keine Panik!
Die Vogelgrippe hat Europa erreicht. Boulevardmedien skizzieren ein Horrorszenario wie in einem Science-Fiction-Film: In der hochzivilisierten westlichen Welt breitet sich eine tödliche Seuche aus und kostet Millionen Menschen das Leben. Trotz aller Besorgnis besteht kein Grund zur Panik, denn die Vogelgrippe ist keine Influenza!
Labortests haben das auch für Menschen gefährliche H5N1-Virus in den in Rumänien, der Türkei, Griechenland und Großbritannien verendeten Vögeln nachgewiesen. Die Behörden reagierten mit der umfangreichen Tötung von Geflügel in den betroffenen Regionen. So wurden in Rumänien bisher 12.000 Vögel getötet. An dem H5N1 Erreger starben in Asien 2003 60 Menschen
Vogelgrippe ist keine Influenza
Was bei der hysterisch anmutenden Medienberichterstattung außen vor bleibt, ist die Unterscheidung von Vogelgrippe und der Influenza. Der Vogelgrippe-Erreger H5N1 gilt als sehr aggressiv und in Asien starben bereits mehrere Menschen an der aviären Influenza, so der Fachausdruck für die Vogelgrippe, aber: Infizieren kann sich der Mensch mit dem H5N1-Erreger nur durch den Verzehr von erkranktem Geflügel.
Bloß keine Panik
Die Bundesregierung warnt vor Panikmache, und verweist auf das gut vorbereitete Krisenmanagement. Die Bundesländer haben auch mit den ersten Schutzmaßnahmen begonnen. So schloss Bayern alle Geflügelmärkte und Geflügel darf nicht mehr ohne weiteres eingeführt werden. Kritiker halten die bisher getroffenen Maßnahmen dennoch für unzureichend. So führten Kompetenzgerangel und Finanzierungsstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern zu einer mangelnden Vorsorge.
Der zentrale Krisenstab für die Tierseuchenbekämpfung sieht das Hauptrisiko der Einschleppung der Seuche im illegalen Transport von Vögeln oder sonstigem Risikomaterial beispielsweise Lebensmitteln oder auch unbehandelten Federn aus von der Tierseuche betroffenen Ländern. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte vor übertriebenen Ängsten. Sie sagte der “Neuen Presse”, dass die Gefahr gering sei, denn wer “in der Türkei oder Rumänien ist, soll Geflügelmärkte meiden, kein rohes Fleisch essen und Tiere vor allem nicht nach Deutschland einführen."
Hysterie führt zu Impfstoffknappheit
Die Hysterie fordert bereit den ersten Tribut: Der Grippe-Impfstoff Das Virostatikum „Tamiflu“ ist knapp. Bisher haben sich ungewöhnlich viele Menschen impfen lassen. Das Robert-Koch-Institut wies aber daraufhin, dass der Impfstoff wie auch andere antivirale Medikamente nichts gegen die Infektion mit aviärer Influenza ausrichten würden. Gefährlicher sei die normale Influenza für chronisch Kranke, die durch die Panikimpfungen nun nicht mehr rechtzeitig geimpft werden können.
Dennoch, wer sich gegen die normale Influenza impfen lässt, unterbindet damit die Möglichkeit, dass man sich mit beiden Erregern infiziert. Damit ist eine mögliche Verschmelzung eines menschlichen Grippevirus mit einem Vogelgrippe-Virus unterbunden. Sollte dies dennoch geschehen, so hat die Bundesregierung bereits Pandemie-Pläne ausgearbeitet. Bei aller Aufregung darf nicht vergessen werden, dass es sich um eine Tierseuche handelt, deren Ausbreitung nach Europa laut WHO aber besorgniserregend sei.
Keine Impfung gegen Vogelgrippe möglich
Es gibt weder gegen den Vogelgrippe-Erreger einen Impfstoff, noch gegen einen möglichen für den Menschen gefährlicheren auf dem H5N1-Virus basierenden Erreger. Das Nicht-Vorhandensein eines Impfstoffs rührt daher, dass Grippe-Impfstoffe Totimpfstoffe sind, das heißt der Impfstoff besteht aus Influenza-Viren, welche die Krankheit nicht mehr auslösen können. Dazu muss der Erreger aber erst einmal aufgetreten sein.
Ein Horrorszenario
Sollte der Erreger des Vogelgrippe-Virus mutieren, schätzen Experten die Infektionsrate auf 30% der Bevölkerung. Die UNO rechnet im Falle einer Pandemie weltweit mit 150 Millionen Toten. Allein in Deutschland wird mit 600.000 Kranken und 160.000 Toten gerechnet. Die USA rechnen mit schlimmsten Fall 1,5 Millionen Toten und 8,5 Millionen erkrankten nur in Nordamerika.
Spanische Grippe
Die Gefahr einer Pandemie scheint wahrscheinlicher, nachdem US-Wissenschaftler den Erreger der spanischen Grippe rekonstruieren konnten. Dabei zeigte sich, dass der Erreger offenbar von dem Vogelgrippevirus abstammt und in mutierter Form die Fähigkeit hat den Menschen zu befallen.
Die spanische Grippe tötete Schätzungen zufolge zwischen 1918 und 1920 weltweit bis zu 50 Millionen Menschen. Das besondere an ihr war, dass sie gerade die 15- bis 35jährigen befiel, die bei einer normalen Influenza nicht zur Risikogruppe gehören.
Maßnahmen und Vorsorge
Stefan Cimander
Geschrieben von Stefan C. um 02.11.05 21:49
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Kommentare
Tamiflu ist kein Impfstoff. Es ist ein Virostatikum, das die Ausbreitung der Viren in den ersten 48h der Erkrankung verhindern kann und so dafür sorgt, das der Verlauf der Krankheit milder ist.
Tamiflu ist kein Impfstoff. Es ist ein Virostatikum, das die Ausbreitung der Viren in den ersten 48h der Erkrankung verhindern kann und so dafür sorgt, das der Verlauf der Krankheit milder ist.
Geschrieben von: Christian um 02.11.05 22:25
@Christian: danke für den Hinweis. Dann ist meine Quelle leider auch falsch.
Geschrieben von: Stefan C um 02.11.05 22:35
