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07.11.05
Feuerwehren und ihre Webseiten
Ich kann mich des Eindruckes nicht verwehren, dass die Qualität einer Feuerwehrseite umgekehrt proportional zu der Größe der Wehr ist.
Gerade eben habe ich mich mal wieder durch meine Feuerwehr-Bookmarks geklickt und bin doch bei der ein oder anderen Seite etwas „neidisch“ geworden. Nein, nicht was die Ausstattung, sondern was die Gestaltung der Seite betrifft. ;-)
Klicke ich dann auf Technik/Fahrzeuge, verbirgt sich oftmals eine "TSF-Wehr/KLAF-Wehr" o.ä. dahinter. Ein Paradebeispiel unter vielen ist die Seite der Feuerwehr Brielow.
Habe nur ich diesen Eindruck, oder geht es euch auch so? Wenn dem so ist, woran könnte das liegen? Ist das Engagement in kleineren Wehren vielleicht größer? Oder haben kleinere Wehren ein, nennen wir es mal "größeres Geltungsbedürfnis"? Oder hat man hier die Notwendigkeit einer Webpräsenz erkannt?
Suche ich oder schaue ich mir umgekehrt die Seiten von größeren Feuerwehren, bspw. BFs, so werde ich oft enttäuscht, sowohl was das Ergebnis der Suche angeht, als auch was die Gestaltung und den Content der Seite betrifft. Dies liegt hier vermutlich weniger an fehlendem Engagement, sondern an rechtlichen Vorbehalten der Verwaltung.
Die meisten Seiten sind denn auch mehr oder weniger als "privat" gekennzeichnet, um den verwaltungstechnischen Hürden eines offiziellen Internetauftrittes zu umgehen.
Ob die Site auch von der eigenen Abteilung akzeptiert wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Ich kenne dieses "Problem" aus meiner gegenwärtigen Abteilung. Neue Wege mit dem Bürger, dem Interessierten, anderen Feuerwehrkameraden oder auch zukünftigen FAs in Kontakt zu treten sind nicht allerorts akzeptiert. Wer, wie bspw. ich, mit Nachdruck eine Site aufbaut, erntet in der Abteilung sehr oft nur Unverständnis und Kopfschütteln. Auch das kann ein Grund sein, weshalb viele Wehren ihre Site nur halbherzig pflegen oder erst gar keine aufbauen.
Nun denn, neue Formen der Kommunikation müssen sich auch erst in den Köpfen einiger Kameraden durchsetzen.
Geschrieben von Stefan C um 07.11.05 13:51
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Kommentare
Ich glaube nicht, dass es unmittelbar mit der Größe einer Wehr zusammenhängt, sondern denke, dass dort einfach die Notwendigkeit und auch die Möglichkeiten eines professionellen Internetauftritts erkannt wurden. Vielleicht ist es auch so, dass sich junge Kameraden, die mit dem Internet vertraut sind, sich in manchen Wehren besser einbringen können als in anderen.
Ich kenne einige mittlere bis größere Feuerwehren mit einem durchaus vorzeigbaren Internetauftritt.
Frank
Ich glaube nicht, dass es unmittelbar mit der Größe einer Wehr zusammenhängt, sondern denke, dass dort einfach die Notwendigkeit und auch die Möglichkeiten eines professionellen Internetauftritts erkannt wurden. Vielleicht ist es auch so, dass sich junge Kameraden, die mit dem Internet vertraut sind, sich in manchen Wehren besser einbringen können als in anderen.
Ich kenne einige mittlere bis größere Feuerwehren mit einem durchaus vorzeigbaren Internetauftritt.
Frank
Geschrieben von: Frank Recktenwald um 07.11.05 14:20
Ich glaube persönlich, die Qualität einer Website zum besseren oder schlechteren zieht sich querbeet durch jede Grössenklasse von Feuerwehren.
Es gibt einige ganz entscheidende Faktoren: engagierte Personen mit dem richtigen Know-How sowie Unterstützung durch die gesamte Wehr, also nicht nur durch die Führung.
Umgekehrt gesehen gibt es sicherlich auch einige Wehren, wo man ums Verrecken eine Site haben will, aber die Fähigkeiten dazu einfach fehlen. Das Resultat ist dann entsprechend.
Geschrieben von: Irakli um 07.11.05 14:28
Denke auch dass es einfach auf die Personen ankommt. Hat die Wehr einen hohen Altersdurchschnitt, so findet sich wohl eher weniger jemand der sich um die Seiten kümmert. Mit der Größe der Wehr hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.
Geschrieben von: Christoph um 07.11.05 16:22
Ich glaube das es gerade bei kleinen Wehren im ländlichen Bereich vorkommt das einer einen kennt der kennt einer aus dem Dorf der schon lange nur vor seinem rechner sitzt und programmiert.
Der ist dann auch schnell gefragt ob er eine seite erstellen kann.
Dann liegt das auch bestimmt daran das in einer kleinen Wehr die Leute schneller überredet sind da mitzuarbeiten und was in sachen Webseite zu lernen.
Geschrieben von: Caspers Andreas um 07.11.05 19:15
Bei großen Feuerwehr sind natürlich auch viel längere Entscheidungswege zu beachten.
Das führt schnell dazu, dass die Seiten nicht mehr aktuell gehalten werden, bzw. deren Erstellung schwierig ist.
Ansonsten für die Optik ist meist in der Tat die Fähigkeit eines Einzelnen entscheidend. Ansonsten läuft es nach der Grundregel: Unter den blinden ist der Einäugige der König.
Wer dann ein bißchen HTML kann, bekommt den Auftrag, darf ja auch alles nix kosten (so sieht es dann auch aus!).
Geschrieben von: Tönnemann um 07.11.05 23:48
Ich muss hier Frank und Christoph Recht geben. Ich denke ganz einfach, dass gute Qualität oft schlicht und einfach daran seinen Ursprung hat, dass entweder ein Mitglied oder ein Bekanter Webdesinger ist und sich hier (wie auch in meinen Fall es so war) FREI (d.h. ohne große Vorgaben und Einschränkungen durch Preisgestaltung) entfalten kann und alle (für Kunden kostspielige) Aplik. mit einbinden kann. DANN erst kommt (aber dann kommt er...): Der Faktor Altersdurchschnitt. Spielt natürlich auch eine große Rolle.
Nicht vergessen darf man den Faktor Notwendigkeit. In einer Stadt oder einem Ort mit sehr vielen Einwohnern wird (sieht man auch bei komunalen Seiten) die Wichtigkeit einer Internetpräsenz noch unterschätzt.
Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 08.11.05 14:27
Danke für die vielen Kommentare!
Jetzt soll Irakli doch doch mal was sagen, dass die Leute die Kommentarfunktion nicht nutzen würden. ;-)
Geschrieben von: Stefan Cimander um 08.11.05 14:30
@Caspers: Genau da kommt mein Konzept (vor kurzem hier vorgestellt) ins Spiel: Um eine gute Öfka zu betreiben ist es wichtig, mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet zu werden. Dass heißt, dass gewisse Dinge (wie Internet-Berichte, Presse-Berichte, etc.) OHNE Genehmigungen online bzw. an die Presse gehen dürfen.
Dafür ist natürlich Vertrauen unabdingbar. Aber wer bekommt schon den Posten Ökfa, wenn kein Vertrauen da ist?
Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 08.11.05 14:30
@Ekkehard: Du triffst den Nagel auf den Kopf. Wenn ich jeden Bericht zuerst zur Verwaltung schicken muss, dann Anweisungen zum Ändern bekomme, nochmal absegen lasse und erst dann veröffentlichen kann, kann ich es gleich sein lassen. Und das betrifft nicht nur den Internetauftritt: Eine Pressemeldung zur Veröffentlichung in den regionalen Tageszeitungen muss aktuell sein, wenn ich da drei Tage hintendran hänge muss ich mich nicht wundern, wenn nicht's veröffentlicht wird.
Geschrieben von: Frank Recktenwald um 08.11.05 14:39
@Frank: Ja. In der Tat. Hast Du Dir schon mal mein Konzept angesehen? Ich habe das Glück, dass ich ein gutes Verhältnis zur Führung habe und sie mir in allen belangen Vertrauen schenken. Nur so funktioniert die Ökfa-Arbeit auch! Ich weiß aber, wie schwierig es (besonders bei uns in Bayern) vor allem in kleineren Wehren ist. Meist in den (bei uns sog. Bauern-Feuerwehren - den Begriff bitte nicht falsch verstehen) kleinen Wehren ist es oft unmöglich eine prof. Öfka zu betreiben.
Da ist der Kommandant noch oft Bürgermeister, Kommandant und Gemeindearbeiter in Personalunion. Der lässt sich folglich auch meist in keiner Weise dreinreden. Was aber jetzt wiederum auch nicht heißen soll, dass "alles andere" in diesen Wehren nicht funktionieren würde.
Es ist aber - und das ist meiner Meinung nach in unserem Bereich der springende, ja ich möchte sogar behaupten der schier explodierende - Punkt -, dass im ländlichen Bereich die Wirkung, die Möglichkeiten und die Notwendigkeit einer guten Ökfa unterschätzt bis teilweise sogar ignoriert werden. Ignoriert aber oft NUR deshalb, weil man sich mit diesem Thema gar nicht beschäftigen will, kann und sich oft (hier wieder das Bild des Bauern verwendet) überansprucht fühlt, obwohl das gar nicht sein müsste.
Ich merke und beobachte das deshalb immer wieder, weil ich auf Ispektionsebene immer wieder versuche, mich für Ausbildungen in diesem Bereich anzubieten, was aber bislang immer freundlich abgelehnt wird...
Geschrieben von: Ekkehard Giesecke um 08.11.05 14:50
@Ekkehard: Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, mir das Konzept von Dir anzusehen, hab das PDF aber schon runtergeladen.
Ich weiss nicht, ob Du Dir unsere Website schon angesehen hast. Ich hab das gleiche Glück wie Du: Ein sehr gutes Verhältnis zur gesamten Führung und Verwaltung. Das macht einiges möglich, woran vor wenigen Jahren noch gar nicht zu denken war. Ich werde in alle Führungsgremien mit einbezogen und habe die Befugnis, Berichte ohne verherige Freigabe durch die Verwaltung zu veröffentlichen.
Ich bin überzeugt, dass zumindest in unserer Wehr so langsam die Notwendigkeit einer guten Öffentlichkeitsarbeit bewusst wird. Ich hab in den letzten zwei Jahren schon sehr viel erreicht, aber es liegt noch eine Menge Arbeit vor mir...
Geschrieben von: Frank Recktenwald um 08.11.05 14:56
Ich muss mich auch mal melden, ich betreue auch unsere Internetseite und glaube, dass ich mittlerweile eine anständige Menge an Infos bereitstelle, des weiteren werden Einsätze möglichst zeitnah (meist wenige Minuten nach Einsatzende) online gestellt.
Ich hab dabei auch seit einigen Jahren quasi freie Hand was den Inhalt betrifft, was sehr hilfreich ist.
Seit Mitte des Jahres bin ich einem Kollegen behilflich bei der Seite für den KFV des Landkreises und da macht die Führung ein Drama, dass ich die Sache schon längst an den Nagel gehängt hätte.
Gruß Stefan
Geschrieben von: Stefan um 08.11.05 17:50
