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21.09.05

[Reportage] Aus Freiburg

ReportageSpannend: Weblog-Leser Stefan Cimander, derzeit beruflich in München, war vorletztes Wochenende in seiner Heimat (Freiburg-Tiengen) um am Tag der offenen Tür der BF und am Feuerwehrfest der eigenen Wehr (Fotos) teilzunehmen. Hier sein Bericht.

Übrigens beantwortet Stefan gerne etwaige Fragen über die Kommentarfunktion.

Tag der offenen Tür der BF Freiburg

Ich bin u.a. mit dem festen Vorsatz in meine Heimat Freiburg gefahren, um mir am Samstag den Tag der offenen Tür der BF Freiburg anzuschauen. Wie das aber mit den Vorsätzen so ist, wurde aus der projektierten Fotodokumentation lediglich eine kurze Stippvisite mit einigen Schnappschüssen. Mein Hauptinteresse galt den beiden neuen LF 16/12 der BF und den drei ausgestellten Oldtimern.

Die BF Freiburg feierte mit dem Tag der offenen Tür gleichzeitig ihr 60-Jähriges bestehen. Gegründet wurde die Berufsfeuerwehr 1945 durch die französische Militärregierung, die der damals bestehenden Freiwilligen Feuerwehr aus politischen Gründen kein Vertrauen schenkte, diese sogar auflöste. Als Einsatzfahrzeuge standen den damals 50 Berufsfeuerwehrleuten nur sechs Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern, drei Meldemotorräder, zwei Kommandofahrzeuge, ein Rüst- und ein Mannschaftswagen zur Verfügung.

Zurück in die Gegenwart: Die beiden neuen Löschgruppenfahrzeuge (vom Typ Daimler Atego mit Ziegler-Aufbau) konnte ich nicht fotografieren, da diese im Alarmzug standen (und die Zeit drängte), die Oldtimer hingegen konnten mir nicht wegfahren.

Hier ist eines der ersten motorisierten Fahrzeuge der Feuerwehe Freiburg zu ziehen. Hierbei handelt es sich um eine „Benzinelektrische Autospritze“. Das Fahrzeug (Name: „Fahrzeug II“) wurde 1913 gebaut. Der benzingetriebene Motor hat 4 Zylinder und erzeugte 72 PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 50 km/h.

Fhzii

Hier ist eine DL 22 zu sehen.

Dl22

Das Fahrzeug war von 1951 bis 1984 (!) im Alarmdienst. Der Aufbau stammt von der Firma Carl Metz. Bei dem Fahrgestell handelt es sich um LF 3500 / 42 von Daimler-Benz. Das Baujahr konnte ich auf die schnelle leider nicht ermitteln. Der 6-Zylinder Reihenmotor hat 4840 cm³ Hubraum und 90 PS. Der Leiterpark ist 4-teilig und hat eine Steighöhe von 22 Metern. Die Leiter wurde Mitte 90er Jahre restauriert und ich konnte mich von ihrer Fahrtüchtigkeit selbst überzeugen.

Die DL 22 gab es eine zeitlang als limitiertes Modell von Brekina im Maßstab 1:87 - und ich darf mich als stolzer Besitzer eines dieser Modelle outen.

Ebenfalls restauriert und fahrbar ist das TLF 15 „Typ Niedersachsen“, das 1954 gebaut wurde. Das TLF hat einen 2300 Liter Wassertank. Die Pumpe förderte für damalige Verhältnisse stolze 1500 l/min. Dem TLF voraus fuhr damals ein Tankwagen, der mehrere tausend Liter Wasser bevorratete. Vor dem TLF 15 ist ein Feuerwehrmann mit Original-Jacke und Helm aus den 1950er Jahren der BF Freiburg zu sehen.

Tlf15

Da die Zeit drängte, konnte ich leider den „historischen“ Löschangriff der DL 22 und des TLF 15 nicht beiwohnen.

Den beiden Fahrzeugen wurden die heutigen Pedants gegenübergestellt. Kostete das TLF 15 damals ca. 22.000 Euro (ohne die Inflation zu berücksichtigen), schlug eines der vorgestellten neueren LF 16/12 (MAN mit Magirus-Aufbau) mit rund 250.000 Euro zu Buche. Das LF 16/12 konnte ich zwar fotografieren, nur musste einer der Zuschauer in diesem Moment seinen Kopf drehen, sodass mein Foto zunichte gemacht wurde.

Spannend wurde es, als es plötzlich einen Einsatzarlarm gab, bei dem viele Schaulustige dachten, es handle sich um eine „Show“. Der einzigste Freiburger Alarmzug, bestehend aus 2 LF 16/12 und DLK 23/12, rückten zu einem Feuer auf dem Münsterplatz in Freiburg aus. Eine kritische Situation gab es schon vor dem Ausrücken. Obwohl die Rutschstangen und der schwarz-weiß-Bereich abgesperrt waren, verhinderten spielende Kinder das Herunterrutschen an der Stange bzw. Schaulustige das Durchlaufen der Einsatzkräfte.

Auf den Fotos sieht man den Alarmzug beim Ausrücken.

Alarm01

Alarm02

Auf dem dritten Foto gut zu erkennen der Kameramann, der die Fahrzeuge unbedingt beim Ausrücken filmen musste, und dadurch die Abfahrt etwas behinderte.

Alarm03

Wenn es interessiert, hier noch ein paar Daten zur Feuerwehr Freiburg. Die Berufsfeuerwehr hat eine Wache, die im Drei-Schicht-Betrieb von den knapp 110 Berufsfeuerwehrleuten besetzt wird. Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus 18 Einheiten mit knapp 420 Kameraden (darunter die einzige Feuerwehrfrau in ganz Freiburg!). Der Fuhrpark umfasst ca. 80 PKW und LKW. Das Gesamteinsatzaufkommen lag 2004 bei 2427 Einsätzen, davon entfallen 489 Einsätze auf die Abteilungen der FF. Freiburg hat rund 220.000 Einwohner.

Feuerwehrfest und Schauübung der FF Tiengen

Der eigentliche Grund, weshalb ich einen kleinen Abstecher in meine Heimat gemacht habe, war das „Zwiebelkuchenfest“ meiner Abteilung. Natürlich musste ich am Samstag und Sonntag mithelfen. Erst vor kurzem wurde im Feuerwehr-Forum über „Alkohol in den Wehren“ diskutiert. Da bot es sich doch an, auf den Alkoholkonsum der Männer in blau zu achten - und die Reaktionen des Publikums. Es gab keine Ausfälle. Das einzige was – wie wohl bei jedem Fest – auffiel, war die Abnahme der Arbeitsmotivation mit später werdender Stunde.

Das Highlight sollte eigentlich unsere Schauübung „Verkehrsunfall“ sein. Trotz vorheriger Ankündigung war unser Fest am Sonntagmittag nur spärlich besucht. Statt die Show abzublasen, entschloss sich der Vorstand die Übung direkt vor dem Festzelt durchzuführen, um nicht vor gänzlich leerer Kulisse auf dem Übungsplatz zu proben. Zum wiederholten Male zeigte sich dabei, dass alle Schauübungen die länger als 10 min dauern, die Leute langweilen, noch dazu, wenn kurz zuvor das Mikrofon ausgefallen war. Deshalb irritierte die Zuschauer das Vorgehen beim „patientengerechten Retten“ ohne Erklärung.

Die anwesenden Kinder bedauerten, dass wir das Auto nur auseinander genommen haben und nicht anzuündeten. Da ich bei dem simulierten Verkehrsunfall die Aufgabe der Sicherstellung des Brandschutzes hatte, war ich natürlich Ansprechpartner Nr. 1 für die Frage „... und wann zündet ihr das Auto an?“ Klar, ein Feuer bietet schon mehr Action, aber „Feuer“ macht nun mal nicht mehr das Gros unseres Einsatzaufkommens aus, das lässt sich einem Kind nur schwer vermitteln.

Meine Eindrücke vom Fest reduzierten sich leider auch nur auf die Perspektive, die ich an den zwei Tagen von der Kasse aus inne hatte. Unser „Zwiebelkuchenfest“ ist eigentlich kein reines „Feuerwehrfest“, gerade dieser Umstand führt gerade bei Kindern zu Irritationen, da bis auf die Rundfahrten mit unserem LF 8-Oldtimer und die Schauüübung am Sonntag nichts an „Feuerwehr“ erinnert (sieht man von unseren blauen Poloshirts ab ;-) )

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Geschrieben von Irakli um 21.09.05 14:40

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Kommentare

Hallo,

klasse Reprotage und schöne Bilder von den historischen Fahrzeugen.

Geschrieben von: Jan Ole um 22.09.05 09:40

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