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14.07.05

IN und nicht ICE

Aus gegebenem Anlass: Warum IN ("Im Notfall") und nicht "ICE" ("In Case of Emergency")?

Martin Röll stellt diese Frage, ebenso ein Kommentierer bei uns und bei Minga.

Die Antwort:
Es ist nicht so, dass das innerhalb der "Erstwisser" bei den Feuerwehren, darunter auch Rettungspersonal, nicht diskutiert wurde. Es ist auch höchst wahrscheinlich, dass die meisten Blog-Leser wie Blogger ticken: sie sind international, sie sprechen Englisch.

Hier geht es jedoch darum, pragmatisch etwas auf die Beine zu stellen, welches den Anforderungen des hiesigen Rettungspersonals aber auch der hiesigen Opfer entspricht. Wir bekommen eine "deutsche" Lösung wesentlich einfacher hin als eine internationale. IN oder "Im Notfall" ist für jedermann verständlich. ICE ("wird das EIS geschrieben?") ist nicht für 100% der in Frage kommenden Bevölkerung verständlich.

Lieber also eine nationale Lösung als gar keine.

Hinzu kommt, dass die Sonderfälle - ich kippe im Ausland um oder ein Ausländer kippt hier um - im Vergleich zu den "normalen" Fällen verschwindend gering sind. Leider werden diese (aber naturgemäß) unräpresentativ gewichtet.

Zuletzt noch das Argument, dass es sich hierbei nicht um eine Notfallnummer im Sinne von 112 handelt, sondern um einen persönlichen Kontakt, gedacht für die Rettungsdienste. Auch wenn ich "ICE" führen würde ist es unwahrscheinlich, dass - sagen wir mal - ein griechischer Notarzt diese nummer wählt und problemlos mit der Kontaktperson kommuniziert. Sowas passiert dann eher über die Konsulate.

Im Endeffekt geht's wirklich nur darum, etwas pragmatisches und dafür realistisches auf die Beine zu stellen.

Ich möchte mir die Diskussionen - insbesondere bei den Rettungsdiensten - gar nicht ausmalen, hätte ich für ICE plädiert.

Man könnte natürlich - vorausgesetzt die Sensibilisierung für das Thema wäre vorhanden - bei Auslandsreisen ein "ICE" dazutun.

Geschrieben von Irakli um 14.07.05 13:39

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Weblogs, die auf diesen Artikel verweisen IN und nicht ICE:

» Hilfe! ICE oder IN? von BiboBlog
IN oder ICE?Im Taschenkalendern findet man auf den ersten Seiten, dort wo man seine persnlichen Daten eintrgt, hufig auch den Punkt "Im Notfall zu benachrichtigende Person". Ansich eine prima Sache. Doch die meisten Menschen tragen keinen Taschenkalend [Mehr gibt's hier]

Track gesetzt am 15.07.05 12:24

Kommentare

Die Lösung ist einfach: Sag "Ih-Tsee-Eeh" anstatt "Eis". Und dann kann man Dir auch helfen, wenn Du in Frankreich oder Indien umkippst.

Die Quelle für die Aussage "Hinzu kommt, dass die Sonderfälle - ich kippe im Ausland um oder ein Ausländer kippt hier um - im Vergleich zu den "normalen" Fällen verschwindend gering sind." würde mich interessieren. Deutschland hat einen Ausländeranteil von 9% [1]. Kippen Ausländer im Vergleich mit Deutschen signifikant weniger um oder woher kommt die "verschwindend geringe" Anzahl der Unglücksfälle?

[1] http://www.zuwanderung.de/1_statistik.html

Geschrieben von: Martin Röll um 14.07.05 14:08

Ich weiß ja nicht, aber hat der Seemann und der Flugkapitän da nicht die geeignete Lösung.

Und das ist nun wirklich international und Sprach unabhängig.

Auch ist es dem nicht Englischsprechenden vermutlich schnurz ob er IN oder ICE tippelt. Ich assoziierte bei IN alles nur nicht "im Notfall" Übrigens auch ICE reicht nicht bis zum "In case of Emergency" sondern allenfalls bis zum "Intercity Express" und ich könnte mir vorstellen, dass darunter u.U. dann auch die Bahnauskunft zu finden ist. HaHaHa.

Mein Vorschlag wäre SOS oder wie wäre eine Ableitung von 110 zB 11ix. Alles was kurz ist und entsprechend publiziert wird ist hierfür geeignet.

Geschrieben von: Silke Schümann um 14.07.05 14:53

Martin, Dein Notfallkontakt spricht also Franzoesisch sowie welche Sprache auch immer der Helfer in Indien spricht (vielleicht sogar Englisch mit einem starken Indischen Akzent)?

Das Thema geht hier im UK (ja, auch die Schotten und Waliser und Nordiren duerfen mitmachen, nicht nur die Englaender ;-)) schon seit einiger Zeit durch die Blogs. Da habe ich mir auch ueberlegt ob ich das anlegen soll und vor allem wessen Nummer ich da angeben koennte.

Ich bin single, meine Eltern und Schwester leben in Deutschland. Das Englisch meiner Eltern ist, na ja, duerftig. Meine Schwester kann's schon etwas besser. Einen Feuerwehrmann oder Notarzt mit einem fiesen Midlands oder vielleicht auch Geordie Akzent werden die kaum verstehen. Von einem schottischen wenn ich da im Urlaub den Berg runterfalle mal ganz zu schweigen.

Das ist der Punkt den Itakli (?, sorry, bin das erste Mal hier) am Ende macht und der in meinen Augen nicht unterschaetzt werden sollte.

Was auch einer der Hauptgruende ist warum ich bis jetzt kein ICE in meinem Mobile eingegeben habe.

Geschrieben von: Armin um 14.07.05 15:05

Armin: Meiner ja. :) Aber im Ernst: Natürlich wird es bei einem internationalen Kontakt schwierig. Aber das ist besser als wenn es gar nicht möglich ist. Nur aus dem Argument, dass es sein könnte, dass die Verständigung nicht klappt, eine so nützliche Idee ganz abzulehnen, halte ich für fahrlässig. (Und wenn man, wie es die ICE-FAQ auch empfiehlt, seinen ICE-Kontakt einweiht, dass man ihn als solchen im Handy führt, wird er vermutlich auch ein aufgeregtes Reden eines fremdsprachigen Menschen oft richtig deuten können und sich dann z.B. an ein Konsulat oder eine andere geeignete Stelle wenden können.)

Geschrieben von: Martin Röll um 14.07.05 15:43

IN? ICE? Letzteres ist doch wohl schon besetzt, fällt also aus. Hätte bei "IN" nicht "Im Notfall" daneben gestanden, ich wäre noch immer am rätseln. Grundsätzlich finde ich die Aktion natürlich gut und werde mir auch gleich mal jemanden rauspicken. Aber in meinem Handy steht dann nicht IN, sondern SOS. Das versteht jeder. Und zwar weltweit.

Geschrieben von: ramses101 um 14.07.05 18:01

ramses: unter SOS würde ich eine Notrufnummer vermuten, keinen im Notfall zu verständigen Angehörigen...

Geschrieben von: cs um 14.07.05 20:26

Egal, was unter SOS steht: Ruf *da* an! Können die Verwandten sein, kann aber auch ein Arzt sein. Wenn im Eintrag dann 911, 112 o.ä. steht, kannst Du ja noch immer davon Abstand nehmen.
SOS ist nicht nur sinnreich, sondern auch bekannter und unzweideutig für Notfälle reserviert. In jedem Land der Welt. Ich denke, bei Notfällen hört der Spaß mit nationalen Alleingängen auf.

Geschrieben von: JayBee um 15.07.05 15:59

@cs: das gleiche Argument schlägt aber auch IN und ICE – wenn man denn verstanden hat, wofür die Abkürzung stehen könnte.

Geschrieben von: ramses101 um 15.07.05 18:53

Moinsen,

ich bin gegen die Verwendung von ICE.
Da sich viele Retter mit diesem Kürzel sicherlich auch den Schnellzug der DB meinen, könnte eine solche Nummer auch als Hotline für Bahnverbindungen verwechselt werden.

Deshalb lieber IN sein und diese IN-formation IN Deutschland (und Österreich, Schweiz, Luxemburg?) verbreiten.

INnige Grüße
Jan Ole

P.S. www.drehleiter.info ist offizieller Unterstützer dieser IN-itiative!

Geschrieben von: Jan Ole um 15.07.05 22:20

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