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05.02.05
Brandschutz auf der Neumayer-Station- unfreiwillige Feuerwehr im Ewigen Eis
Als Feuerwehrmann habe ich mir oft überlegt, wie man an besonderen Orten mit der Feuergefahr umgeht. Ein solch besonderer Ort ist die Station Neumayer in der Antarktis. Gibt es dort ein Problem, ist dieses ungleich ernsthafter als bei uns in der "zivilisierten" Welt. Je nach Jahreszeit kann es Tage dauern bis Hilfe kommt, oder sie kann überhaupt nicht kommen.
Ich schrieb die Station an und fragte, ob man das Thema "Brandschutz" darstellen könnte. Stationsleiterin Anna Müller verfaßte einen richtig guten Text, der einen eindrucksvollem Einblick auf die "unfreiwillige Feuerwehr im ewigen Eis" ermöglicht.
An dieser Stelle möchte ich mich dafür herzlich bedanken! Nachfolgend der Artikel:
Die Antarktis gilt als trockenste Kontinent der Erde, trockener als die Wüste Gobi Und es gibt Menschen, die behaupten, in der Antarktis seien mehr Menschen verbrannt als erfroren. Nicht nur deswegen, sondern auch, weil die deutsche Forschungsstation in der Antarktis, benannt nach dem deutschen Polarforscher Georg von Neumayer, über sieben Monate im Jahr von der Außenwelt komplett abgeschlossen ist, spielt Brandschutz hier eine besondere Rolle.
Aufgrund der Temperaturen ist die ganzjährig besetzte Station in den Monaten zwischen April und Oktober weder per Schiff noch per Flugzeug zu erreichen. Da darf nichts passieren. Für die Sicherheit der Überwinterer sorgen reichlich Brandschutztüren, die die Station in kleine Brandabschnitte unterteilt. Rauch und Feuermelder finden sich in allen Räumen. Außerdem ist die Station mit verschiedenen zahlreichen Feuerlöschern bestückt. Vor Küche und EDV-Räumen finden sich CO2-Feuerlöscher, im übrigen wird mit Pulver gelöscht. Hinter den Dieselgeneratoren, der Küche und dem Funkraum befinden sich außerdem Halon- Löschanlagen. Wasser steht zum löschen nicht in ausreichender Form zur Verfügung. Schnee müsste erst beschafft und geschmolzen werden und ist deshalb ungeeignet.
Neben der technischen Ausrüstung spielt natürlich die Schulung des Personals eine große rolle. In der Vorbereitungszeit auf eine Überwinterung, nehmen alle Überwinterer an einem Brandschutzkurs teil. Hier wird nach der theoretischen Ausbildung löschen auf einem alten Schiffswrack geübt. Der Kurs ist sehr eindrücklich und schafft bei allen Teilnehmern eine besondere Aufmerksamkeit für Brandgefahren und deren Vermeidung. So ist Rauchen und offenes Feuer in den Kammern verboten, woran sich alle halten. Dennoch könnte es trotzdem einmal brennen. Für diesen Fall regelt eine Feuerrolle die genaue Aufgabenverteilung.
Einmal im Monat wird eine Brandschutzübung durchgeführt. Dabei wird das Anlegen der Atemschutzmasken und Atemgeräte genauso geübt wie der Einsatzablauf. Hinterher wird die Übung besprochen und immer wieder ergeben sich Fragen, die zum Teil dann von den Fachleuten in Bremerhaven beantwortet werden. Verantwortlich ist der Stationsleiter. Er ist auch der Einsatzleiter dieser unfreiwilligen Feuerwehr. Außerdem ist er gleichzeitig der Gerätewart der Atemschutzgeräte, ausgebildet bei der Firma Dräger in Lübeck.
Bisher sind wir von Bränden verschont geblieben und hoffen auch, dass es so bleibt. Dennoch stellen die Übungen eine gewisse Sicherheit her, wenn wir auch wissen, dass im Ernstfall alles ganz anders wäre.
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von Anna Müller / Station Neumeyer
Mehr über Neumeyer in Wikipedia.
Geschrieben von Irakli um 05.02.05 21:06
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