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Archiv des Monats Oktober, 2007

Feuer in Raffinerie

Geschrieben von Henning Wanke / 31. Oktober 2007

Heute mittag kam es in der Nähe von Stanford le Hope (UK, ca. 50 km östlich von London) zu einem Großbrand in einer Raffinerie der Schweizer Gesellschaft Petroplus.
Augenzeugen berichten von einer Explosion und 30 m hohen Flammen.

Gefunden bei der BBC

(maps: Croyton)

In Bondy bei Paris wurde gestern bei Straßenbauarbeiten eine Gasleitung perforiert, das austretende Gas entzündete sich. In der Folge setzte die mehr als zehn Meter hohe Stichflamme ein Wohnhaus in Brand und beschädigte weitere.

Bisherige Bilanz: eine tote Person, mindestens sechs Schwerverletzte, insgesamt mehr als vierzig Verletzte. 150 Feuerwehrleute bekämpften den Brand, der Plan Rouge (ManV) wurde aktiviert.

Links:

(maps: Bondy)

Porta Westfalica: Drohung vom Tisch

Geschrieben von Stefan Cimander / 31. Oktober 2007

Weil zwei Politiker öffentlich darüber nachdachten, wie bei der Feuerwehr in Porta Westfalica Geld gespart werden könne, kam es zu einer heftigen Diskussion, die darin mündete, dass die Feuerwehr den Rücktritt der betreffenden Politiker forderte. Sollte dies nicht geschehen, so der zweite Wehrführer Michael Schäfer, werde sich die Feuerwehr auflösen.

“So wird aus unserer Sicht ein Ratsmandat nicht zum Wohle der Bevölkerung genutzt”, sagte Schäfer und forderte im “Auftrage aller Kameradinnen und Kameraden” Orth und Prasuhn auf, Mandat und alle politischen Ämter aufzugeben. “Sollte dies nicht geschehen, wird es keine Zusammenarbeit zwischen Politik und Feuerwehr mehr geben.” [Mindener Tagblatt]

Die beiden CDU-Politiker, Ulrich Prasuhn und Klaus-Michael Orth, hatten behauptet, die Feuerwehr betreibe trotz Sparzwang Maximalforderungen und lebe im “Schlaraffenland”. Selbst andere Ratsmitglieder und Bürgermeister Stephan Böhme zeigten sich ob der Aussagen schockiert. Inzwischen ist das Ultimatum vom Tisch und die Feuerwehr hat ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen erklärt.

Artikel im Mindener Tagblatt:

  • “Ein Thema, das viele interessiert” (Link
  • Weniger ist mehr bei der Wehr (Link)
  • CDU nimmt Fahrzeugpark ins Visier (Link)
  • Feuer unter dem Dach des Rathauses (Link)
  • “Falsch und verletzend” (Link)
  • Ultimatum vom Tisch (Link)

Weitere Links:

  • Website der Feuerwehr Porta Westfalica (Link)
  • Diskussion im Feuerwehr-Forum (Link)

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Washington D.C.: Vier Feuerwehrleute mit Verbrennungen (mit Video)

Geschrieben von Irakli West / 31. Oktober 2007

Bei einem Innenangriff zogen sich in Washington D.C. vier Feuerwehrleute Verbrennungen zu, als sie kurzzeitig vom Feuer eingeschlossen wurden.

Hier ein Videobericht mit Analyse des Geschehens. Das Gebäude brannte auf zwei Etagen, der eingeschlossene Trupp war im zweiten Stock und wurde vom aufflammenden Feuer im ersten Stock überrascht. Vom Geschehen im Hinterhof gibt es ein Video. Wie üblich ist eine Ferndiagnose unmöglich, interessant ist es dennoch.

Von beiden Videos bekommt man eine halbwegs taugliche Übersicht vom Schaden, um das mal als Planspiel im Kopf durchzugehen.

Anscheinend ging das Feuer von einer Spontan- / Selbstentzündung von mit Leinsamenöl getränkten Lappen am Zaun im Hinerhof aus, und breitete sich dann Richtung Haus aus.

[firegeezer]

Unter CSA: Eindrücke

Geschrieben von Irakli West / 31. Oktober 2007

Heute eine klasse Übung gehabt, dabei seit bestimmt gut 20 Jahren wieder mal ein CSA (Chemieschutzanzug) angehabt. Angenommene Lage war ein Gasaustritt in einer Industrieanlage, zwei Personen (Erwachsener + verwandtes Kleinkind) vermisst. Halle wurde vernebelt.

Dabei folgende Eindrücke gesammelt: CSA ist totaler Blindflug. Man verbringt die meiste Zeit damit, die Maske und das Sichtfenster zu wischen, da Transpiration ohne Ende. Wer’s nicht glaubt:

Medium: de.sevenload.com
Link: de.sevenload.com

Empfehlenswert: 2m-funkgerät mit separatem Sprechteil, bspw. am Revers angeclipt. Optimalerweise natürlich im Helm eingebaute Sprechgarnitur, aber beides um Welten besser als ein reines Funkgerät, das irgendwo rumhängt.

Druck ablesen ist so richtig spannend, der Manometer muss ins Sichtfeld gebracht werden und es muss auch noch ausreichend Licht verfügbar sein. Wir hatten heute probehalber Langzeitgeräte an, was insbesondere beim Stau an der Dekonstelle ein ziemlicher Vorteil sein könnte.

Mit fortschreitender Einsatzzeit wird es im CSA so richtig schön feucht. Der Arm flutscht nur so ein und aus dem Ärmel – praktisch!

Der eine Trupp hat 11 Minuten, wir gut 19 gebraucht, um die jeweilige Person zu finden. Das ist im Ernstfall keine unrealistische, jedoch extrem lange Zeit, um jemanden zu retten. Ich denke da an den Unfall in Tübingen. Wieviel Zeit hat man als Sicherungstrupp wirklich, um jemanden realistisch zu retten?

Zu guter letzt noch eine Frage: gibt es ein Dogma, welches besagt, man muss zwingend im Gefahrenbereich eine Treppe rückwärts hinabsteigen? Gerade mit CSA, und wenn die Sicht es erlaubt, kann man zumindest seitlich absteigen, um wenigstens zu sehen, wohin man tritt. Wie ist es bei Euch unter CSA oder Atemschutz geregelt? Würde mich interessieren.

Satire: Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft

Geschrieben von Stefan Cimander / 30. Oktober 2007

„Dieses Gerät wird die Arbeit der Feuerwehr revolutionieren“, sagte Apple CEO Steve Jobs auf der diesjährigen Febit – der Feuerwehraustellung präsentiert von Bitburger -, als er das neue iFeuerwehr vorstellte. iFeuerwehr revolutioniert das Feuerwesen. Durch intuitive Benutzerführung auf einem Touchscreen soll den Feuerwehrmännern die Arbeit erleichtert werden. Auch andere Hersteller, wie Microsoft und Google drängen auf das Gebiet „Feuerwehr 2.0“.

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Gasexplosion in Frankfurt: Ursache geklärt

Geschrieben von Sebastian Stenzel / 29. Oktober 2007

Am vergangenen Freitag kam es im Frankfurter Stadtteil Sindlingen zu einer Gasexplosion in einem Wohnhaus, bei der zwei Personen verletzt wurden – einer davon schwebt noch in Lebensgefahr. Nun konnten Experten der Kriminalpolizei die Unglücksursache klären. Der 41-jährige Schwerverletzte manipulierte in der Wohnung seiner Freundin, die ihn wenige Stunden zuvor verlies, die Gasleitungen und legte an zwei Stellen vorsetzlich Feuer. Dadurch entzündete sich das Gas und es kam zu der folgenschweren Explosion, bei der ein Sachschaden von mehr als einer halben Million Euro entstand. Der mutmaßliche Täter liegt zur Zeit noch im künstlichen Koma in einer Klink – 90% seiner Haut sollen verbrannt sein.

(maps: Frankfurt, Einsatzstelle)

Links:

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Im Notfall “Ruf 115″

Geschrieben von Stefan Cimander / 29. Oktober 2007

Der so genannte “Behörden-Notruf” soll von Herbst 2008 an in einigen Modellregionen getestet werden. Dazu zählen Berlin, Hamburg, die Rhein-Main-Region und Teile Nordrhein-Westfalens. [Mehr dazu bei heise.de]

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FireCampOne: Produkttests

Geschrieben von Irakli West / 28. Oktober 2007

Ich freue mich, dass wir im FireCamp das Vergnügen haben werden, drei Produkte unterm Dachthema “Löschangriff” nach Lust und Laune testen zu können. In anderen Worten: ein offener Test seitens der Teilnehmer, wir wollen die Vor- und Nachteile, auch die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen des jeweiligen Produkts herausfinden und publik machen.

Es haben sich bereit erklärt, ihre Produkte zur Verfügung zu stellen, bzw. selbst vor Ort zu unterweisen:

Schlauchwickelkorb
Schutz + Technik Michael Kleinberg mit dem Schlauchwickelkorb. Während viele Feuerwehrler den Vorteil im einfachen Aufwickeln sehen, schiele ich aufs Auslegen: keine Kupplung verhakt sich, man ist flexibel, da Kupplungen greifbar. Nachteile: Preis, evtl. Stabilität (kann nur ein Langzeittest aufzeigen). Im FireCamp werden wir den SWK direkt mit dem STK vergleichen, hoffentlich auch innen (ohne Garantie).

Scott Personenortungsgerät
Scott Health und Safety stellt ein Personenortungsgerät vor. Ein Sender wird am AGT angebracht, der – je nach Taktik – SiTr kann das Signal anpeilen und sich so zum Verunglückten vorarbeiten. Hier wollen wir das System im Gebäude testen (Bedienungsfreundlichkeit, Grenzen des Systems, etc.) Wie schnell können wir zum Verletzten vordringen?

Pölz Checkbox
Schließlich Industrieelektronik Pölz mit dem Checkbox 5+1, ein elektronisches Atemschutzüberwachungsgerät. Es soll die AÜ bei Standardeinsätzen stark vereinfachen. Hier wollen wir das Konzept, aber auch die bedienfreundlichkeit antesten. Nach einem ersten Lauf am Stand war ich mir etwas unschlüssig, ob es denn so viel Technologie braucht, und ob das nicht die “normalen” Einsatzkräfte überfordert. Andererseits hat das System gerade bei Standardeinsätzen seine Vorteile. All dies wollen wir herausfinden und beurteilen.

Ich freue mich sehr, dass sich die drei o.g. Unternehmen bereit erklären, bei einer konstruktiv-kritischen und vor Allem “offenen” Veranstaltung wir das FireCamp teilzunehmen. Die Produkte passen thematisch gut zusammen, und ich verspreche mir viele Anregungen und auch eine angeregte Diskussion.

Zur Erinnerung: das FireCamp One als Pilot findet am 24.11. in Frankfurt am Main statt. Es ist eine offene Veranstaltung, in die jeder ein Thema vorbringen kann – wenn er mag. Auf jeden Fall soll es Spaß bereiten und viele Anregungen zum mit-nach-Hause generieren.

Teilnahme gegen geringe Schutzgebühr (€15.-), Anmeldung erfolgt über das Wiki hier. Bei Unklarheiten einfach melden.

Nochmal: es wird spaßig.

Weeze: Riesiges Übungsgelände entsteht

Geschrieben von Irakli West / 28. Oktober 2007

Aus viererlei Hinsicht hat sich für mich die Reise nach Weeze gelohnt. Unter Anderem konnte ich im “holländischen” Hangar viele interessante Kontakte in das Nachbarland knüpfen, und auch einen ersten Schwung an Informationen über das Feuerwehrwesen dort einholen.

Dabei konnte ich erfahren, dass aus dem ehemaligen Gelände der Royal Air Force Laarbruch, jetzt Flughafen Niederrhein / Weeze, das (meine ich)mit gut 300 Hektar europaweit größte Trainingszentrum für Feuerwehren, aber auch Rettungsdienst, Polizei etc., entstehen soll.

Karte BOTC Weeze
Das Trainingszentrum

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