Dubai ist eine Stadt der Superlative. In der arabischen Wüsten-Metropole, in der über 1,3 Millionen Menschen leben, ist alles riesig: Vom Luxuriösesten Hotel der Welt und dem weltweit größten Hotelkomplex, über die größten Ölbohrinseln im Hafen, zahlreiche riesige Shopping-Malls bis hin zum höchsten Hochhaus der Welt.
Für die Sicherheit in der Traumstadt, die jedes Jahr Millionen Touristen lockt, sorgt eine schlagkräftige Feuerwehr.
Der offizielle Name der Feuerwehr der Millionenstadt ist „Dubai Civil Defence“ kurz „DCD“.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) setzen sich aus mehreren Emiraten zusammen. Die Emirate sind mit Bundesländern vergleichbar. Abu Dhabi ist beispielsweise ein Flächenstaat mit gleichnamiger Landeshauptstadt, diese ist gleichzeitig die Hauptstadt der VAE.
Dubai ist hingegen eher mit einem Stadtstaat zu vergleichen, nur wenig Umland gehört zu dem Emirat. Zusätzlich gehört noch die kleine Oasenstadt Hatta im Hinterland zum Emirat Dubai.
Jedes Emirat sorgt durch eine eigene Polizei für die öffentliche Sicherheit. Des Weiteren bestehen in allen Emiraten den Innenministerien unterstellte Einheiten der Civil Defence, sprich „Zivilschutz“ oder wörtlich übersetzt „Zivile Verteidigung“, die die aufgaben der Feuerwehr übernehmen. Ähnlich wie in Deutschland sind die Aufgabengebiete und die Ausstattung der Civil Defence größtenteils Ländersache, also unterscheiden sie sich von Emirat zu Emirat leicht.
DCD ist für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz in Dubai zuständig. Außerdem besteht eine Einheit für Gefahrguteinsätze.
Die Wasserrettung und die Rettung bei Verkehrsunfällen ist jedoch Aufgabe der Polizei, die Hierfür besondere Einheiten vorhält. Zu Verkehrsunfällen kommt DCD lediglich um den Brandschutz sicherzustellen.

Al Qusais Civil Defence Station. Hier befindet sich auch das Hauptquartier von DCD.
DCD unterhält derzeit sechs Feuerwachen im Stadtgebiet und eine in der Oasenstadt Hatta.
Alle Feuerwachen sind nach dem selben Muster gebaut und liegen, verkehrstechnisch optimal, immer an großen Kreuzungen oder Kreisverkehren. Durch eine Ampelschaltung kann bei Alarm der verkehr angehalten werden, damit die ausrückenden Einsatzfahrzeuge freie Bahn haben.
Jedoch stecken die großen Feuerwehrfahrzeuge oft schon Sekunden danach trotzdem im Stau fest. Außer den Bussen, die fast nur von Gastarbeitern benutzt werden, und Taxis existieren in Dubai keine öffentlichen Verkehrsmittel. Jeder ist mit einem eigenen Auto unterwegs und so sind selbst die, bisweilen siebenspurigen, Autobahnen oft total überlastet.
Da die Stadt ständig wächst werden noch weitere Feuerwachen gebaut, um auch in den neu bebauten Gebieten das geforderte Schutzziel zu erreichen.
Vor allem die Aufschüttung der Palmen-Inseln und der Nachbildung der Weltvor der Küste Dubais, sowie die Erweiterung des Stadtgebiets richtung Wüste in Dubai Land, wo auch ein riesiger neuer Flughafen entstehen soll, vergrößern das Einsatzgebiet von DCD enorm.

Palm Jumeirah: Die im Modell gezeigte Landaufschüttung in Form einer Palme ist bereits nahezu komplett bebaut. Zwei weitere noch größere, solche Inseln befinden sich im Bau.
Der Brandschutz wird in Dubai durch Berufsfeuerwehrleute sichergestellt, die meisten von ihnen Stammen aus dem arabischsprachigen Ausland.
Ehrenamtliche Kräfte werden bei DCD nur für Katastrophenschutz-Aufgaben ausgebildet.
Während die Mannschaften im eigenen Trainingszentrum in Dubai ausgebildet werden, absolvieren die Offiziere von DCD in Zukunft eine Ausbildung beim Washington Hall Feuerwehr-Trainingszentrum in England.

Der Löschzug Parkt in der Fahrzeughalle hintereinander
Auf jeder Feuerwache ist ein kompletter Löschzug sowie Sonderfahrzeuge stationiert.
Ein Löschzug von DCD besteht aus einem Einsatzleitwagen, einem Vorauslöschfahrzeug und zwei Tanklöschfahrzeugen. Dieser Löschzug parkt in der riesigen Fahrzeughalle hintereinander! Daneben reihen sich die Sonderfahrzeuge auf. Je nach Einsatzstichwort wird der Löschzug beispielsweise noch durch eine Drehleiter oder eine Hubarbeitsbühne ergänzt. Hubrettungsfahrzeuge sind nicht auf jeder Feuerwache stationiert.
Bei größeren Bränden bringen Sattelzüge mit riesigen Tankanhängern Löschwasser zur Einsatzstelle.
Die Wasserversorgung in Dubai beruht auf entsalztem Meerwasser. Auf dieses, zwar sonst überall recht verschwenderisch eingesetzte, kostbare Gut will sich DCD nicht verlassen. „Wir bringen immer unsere Eigenes Wasser mit“ ist die Devise bei Brandeinsätzen in der Wüste. Genügend Löschwasserreserve ist vorhanden, unter jeder Feuerwache befindet sich ein großer Wassertank.
Außerdem verfügt jede Feuerwache über eine Atemschutzwerkstatt und einen Arbeitsplatz zur Schlauchpflege.
Von weitem kann man die Feuerwachen schon an ihren großen Übungstürmen erkennen, nasse Schläuche werden aber zum trocknen nicht darin aufgehängt, diese werden im Hof auf Regalen ausgelegt.
Ansonsten bietet die Feuerwache nur Ruheräume und Aufenthaltsräume. Wenn es nicht brennt und keine Fahrzeuge nach Einsätzen Wieder Bestückt werden müssen warten die Feuerwehrmänner auf den nächsten Einsatz.
Ja richtig, „Feuerwehrmänner“ – Frauen gibt es keine im Einsatzdienst.

Sattelzug mit Tankwagen zum Transport von Löschwasser

Dieser Tankwagen fasst 9000 Gallonen Löschwasser

Mit einer Tragkraftspritze (Rosenbauer Fox) am Heck des Tankwagens kann das Löschwasser zu anderen Einsatzfahrzeugen gefördert werden. Weitere feuerwehrtechnische Ausstattung haben die Tankwagen nicht.

Alternativ kann die Sattelzugmaschine diesen Einsatzleitwagen aufnehmen.

Noch auf der Produktionslinie bei Magirus in Ulm: Eine DLA (K) 23/12.
Eine Hubarbeitsbühnen vom Typ ALP 540, mit einer Arbeitshöhe von 54 Metern wurde von Magirus erst kürzlich ausgeliefert.
Neben den Fahrzeugen von DCD stehen auf der Feuerwache in einer Box der Fahrzeughalle noch mehrere Rettungswagen des Unified Ambulance Service hintereinander aufgereiht. Der Rettungsdienst gehört organisatorisch nicht zur Feuerwehr, er ist der Polizei unterstellt. Fährt der Löschzug zu einem Einsatz, so wird er aber grundsätzlich durch einen Rettungswagen begleitet.

Ein Rettungswagen des Unified Ambulance Service
Was in Deutschland als Hauptfeuerwache bezeichnet wird unterscheidet sich in Dubai in keiner Weise von den anderen Feuerwachen. Hinter der Al Qusais Civil Defence Station befindet sich das Hauptquartier von DCD. Ein eigenes Gebäude trägt den Namen „Central Operations Room“, die Leitstelle. Dort gehen die Notrufe unter der Telefonnummer 997 ein.
Betritt man das Hauptquartier von DCD, ein großes Verwaltungsgebäude, so steht man zunächst ein einem repräsentativen Empfangsbereich.
An einem Informationsschalter werden den Architekten und Bauherren, die hier ihre Pläne bezüglich des Brandschutzes begutachten lassen wollen, in verschiedene Büros oder zunächst in den Wartebereich zugewiesen. Immer wieder huschen Kellner, in typischem Outfit, vorbei, die Tabletts mit Tee und Keksen in die Büros bringen.
In den klimatisierten Büros des Hauptquartiers arbeiten Verwaltungsangestellte, teils in arabischer Tracht, teils in modernen Anzügen. Hier sind auch Frauen, traditionell mit schwarzem Schleier, in der Verwaltung tätig.
Aber auch die Offiziere von DCD haben hier ihre Büros. Sie tragen goldverzierte, olivgrüne Uniformen mit rotem Gürtel, roten Schulterklappen, rotem Barett und roten Schuhen!
Die Mannschaften hingegen tragen hellgraue Uniformen, jeglicher Zierrat, der bei den Offizieren in Rot und Gold gehalten ist, ist bei den Mannschaften schwarz, selbst das Wappen und die Schulterkordeln.
Im Einsatz tragen die Feuerwehrmänner gelbe Schutzkleidung über der grauen Uniform. Bisher waren schwarze Feuerwehrhelme in amerikanischem Design im Einsatz, diese werden neuerdings durch gelbe Heros-Helme von Rosenbauer ersetzt.

Einsatzleitwagen des Löschzugs

Ausgestattet mit Rettungsgeräten und Hochdrucklöschanlage: Ein Vorauslöschfahrzeug auf Chevrolet

Neu bei DCD: Ein Hummer als Vorauslöschfahrzeug bei der Übergabe (Foto GM)

Tanklöschfahrzeug mit Staffelbesatzung vom Italienischen Hersteller BAI.
Sitze im Mannschaftsraum in Fahrtrichtung mit Halterung für Atemschutzgeräte, 3200l Wassertank, 800l Schaummittel

Zweites Tanklöschfahrzeug im Löschzug mit Truppbesatzung. Ebenfalls von BAI, mit einem 15000l Löschwasserbehälter.

Kommandowagen für Offiziere. Ausserhalb des Einsatzdienstes stehen den Offizieren dunkelrote Vans und Geländewagen zur verfügung.
Die Feuerwehrleute kennen sich mit ihren Gerätschaften gut aus: „Rosenbauer from Austria“, „BAI from Italy“ und „Ziegler from Germany!“ Aber am wichtigsten ist den Feuerwehrleuten, dass die Fahrgestelle der Tanklöschfahrzeuge „Mercedes from Germany“ sind.
In den Geräteräumen der Tanklöschfahrzeuge befinden sich Schläuche, Verteiler und, Strahlrohre in verschiedenen Größen. Mehr jedoch nicht, lediglich das Vorauslöschfahrzeug ist mit Geräten wie Trennschleifer, Kettensäge, Stromerzeuger und Lichtmast ausgestattet.
Das Konzept des Löschzugs sieht vor, dass das kompaktere Vorauslöschfahrzeug zuerst an einer Einsatzstelle eintrifft. Zur Menschenrettung und Brandbekämpfung verschafft sich die Besatzung des Fahrzeugs Zugang, die Besatzung der Tanklöschfahrzeuge geht dann zum Löschen vor.
Große Industrieanlagen, der Hafen sowie der Flughafen verfügen über eigene ebenfalls bestens ausgestattete Werkfeuerwehren.
In Dubai orientiert man sich beim baulichen Brandschutz an den Regelungen in den USA, die den Deutschen Landesbauordnungen sehr ähnlich sind.
Während es in den Kernstadtgebieten, wo viele Gastarbeiter leben, so scheint es als würden die baulichen Sicherheitsvorschriften kaum beachtet werden, begutachtet DCD alle neuen Bauvorhaben. Vor allem bei den neune Hochhausbauten und Hotels wird penibel auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften geachtet.

Bald das höchste Hochhaus der Welt: Auf dem Foto ist die Baustelle des Burj Dubai schon/erst ca. 500m hoch!
Der Burj Dubai, das mit über 700 Metern bald höchste Hochhaus der Welt, ist bis in den höchstgelegenen Aufenthaltsraum mit einer Sprinkleranlage ausgestattet. Das Gebäude verfügt über zahlreiche Treppenräume und Fahrstühle. Eine Fahrt nach ganz oben wird, dank der Hochgeschwindigkeitsaufzüge, angeblich weniger as drei Minuten dauern. Allerdings muss man einmal umsteigen. Es gibt keinen Fahrstuhl der vom Erdgeschoss bis ganz nach oben durch geht. Im Brandfall würde das bedeuten, dass auch die vorgehenden Feuerwehrleute unter umständen den Fahrstuhl auf einem Geschoß wechseln müssen.

Bell-Hubschrauber von DCD (Foto Elvis Payne)
Für die Brandbekämpfung und Menschenrettung in Hochhäusern hat DCD eine Spezialeinheit gegründet, die auch von Hubschraubern aus arbeitet. Jedoch kann mit einem Hubschrauber keine direkte Brandbekämpfung bei Hochhäusern durchgeführt werden. Die Sondereinheit hat die Möglichkeit, sich vom Hubschrauber auf das Dach eines Gebäudes abzuseilen, dann muss sie innerhalb des Gebäudes eigenständig arbeiten.
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Danke für den netten Bericht. Interessant, dass es noch eine reine Feuerwehr gibt.
Geschrieben von Florian am 29. August 2007 um 16:56