Wer von euch kennt sie (noch) oder benutzt sie, die Signalpfeife? Ich musste erst „Was ist was Band 114 Feuerwehr“ studieren, um herauszufinden, dass „jeder Feuerwehrmann führt im Einsatz eine doppeltönige Signalpfeife mit sich.“ Außerdem bedeutet ein langer, hoher, sich wiederholender Ton „Ich bin in Not“.

In meiner Truppmann-Ausbildung wurde die Signalpfeife nicht erwähnt. Zumindest erinnere ich mich nicht mehr daran. Bekommen habe ich sie aber, nämlich bei der Einkleidung.
Aber zurück zu „Was ist was“. Der Band ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und sogar für den ein oder anderen Feuerwehrmann geeignet. Ich war von der Komplexität überrascht, was aber auch daran lag, dass ich nicht wusste, für welche Altersklasse die Buchreihe gedacht ist.
Inhaltlich wird eigentlich fast alles abgedeckt und auch wichtige Fachbegriffe erklärt. Das fängt bei den einfachen Dingen an, wie „Was ist ein Löschzug“ und „Wie wird das Wasser entnommen“. Selbst sogar der Überflurhydrant (“Herr Ober …”) ist richtig wiedergegeben. Flash-Over, die verschiedenen Rohrgrößen und Strahlrohre werden ebenfalls erklärt. Etwas stutzig wurde ich nur, als es beim C-Rohr hieß, dieses müssten zwei Feuerwehrleute heben. In der Praxis wird das wohl selten so gehandhabt. Gänzlich unkritisch ist das Buch aber nicht. Löschwasserschäden werden genauso thematisiert, wie die Gefahren durch Brandrauch. Dass die Feuerwehr eigentlich mehr andere Dinge erledigt, als Feuer zu löschen, findet auch eingang in das Buch. Dabei werden die verschiedenen Methoden der technischen Hilfeleistung gezeigt.
Als ich das Buch gekauft habe, war gerade das Thema Waldbrandgefahr ein großes Thema in Deutschland. Auch das wird aufgegriffen, und um die internationale Perspektive erweitert. Smokejumper und Waldbrandflugzeuge sind ebenso selbstverständlich, wie die spezielle Waldbrandproblematik in Australien. Selbst sogar das “Fire Monitoring Center” in Freiburg wird erwähnt. Von dem in Deutschland entwickelten AWF-System habe ich bisher aber noch nie etwas gehört. AWFS bedeutet automatisiertes Waldbrand-Früherkennungs-System. Nach Angaben des Buches sei das die Zukunft der Waldüberwachung.
Fehlen darf er mittlerweile in keinem Feuerwehrbuch mehr, der Panther von Rosenbauer. Daneben werden auch andere Spezialfahrzeuge, z.B. für die Tunnelbrandbekämpfung oder Zwei-Wege-HLF vorgestellt.
Einen Blick ins Ausland wagt der Band ebenfalls. Hat von euch schon mal jemand etwas von der „Fire Prevention Weeek“ gehört? Ich bisher nicht. Dank “Was ist was” weiß ich aber nun, dass diese Brandschutzwoche jeden September in den USA stattfindet. Dass Tokio die größte Feuerwehr der Welt hat, wusste ich auch erst nach dem Lesen von „Was ist was“.
Trotz des geringen Umfangs bietet das Buch erstaunlich viel Inhalt und gibt eine breite Übersicht. Wenn man so will, komprimiert das Buch die TM-Ausbildung. Pflichtlektüre für angehende (Jung-)Feuerwehrmänner oder solche, die ihr Wissen testen wollen.
Rainer Crummenerl: Was ist Was. Band 114: Feuerwehr. Verlag: Tessloff Verlag; Auflage: 1. Aufl. (September 2002). Gebundene Ausgabe: 48 Seiten. ISBN-10: 378861501X; ISBN-13: 978-3788615017, Preis: 8,90 Euro.
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Meine TM-Ausbildung liegt schon über zehn Jahre zurück. Damals wurde die Signalpfeife genannt. Jedoch mit dem Hinweis, dass Feuerwehrleute keine mehr bei sich tragen. Ausbilder: “Für was haben wir denn Handfunkgeräte?”
Geschrieben von Uwe am 13. Juni 2007 um 12:50