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Oft wird davon geredet, dass unser Umfeld es unmöglich macht, Mitglied einer Feuerwehr zu sein. Man denke dabei an die Arbeitgeberthematik.

Mich stösst dabei jedoch auf, dass die Feuerwehren oft mindestens genauso wenig Flexibilität an den Tag legen, insbesondere diejenigen, die genauestens auf Erbringung von “Dienstleistung” achten.

Wir durchlaufen Lebensabschnitte, in denen wir mal mehr, mal weniger Zeit haben. Ein 14-Jähriger JFler wird womöglich eher die Pflichttermine wahrnehmen können als ein 40-Jähriger Veteran, der bei seiner Firma im Außendienst unterwegs ist. Warum dann beide mit gleichem Maß bewerten?

Warum den Kameraden vergraulen, der zwar nicht immer da ist, von dessen Erfahrung aber die anderen nur profitieren können? Warum kann letzterer nicht spontan den Pflichtstoff mit ein Paar anderen Kameraden nachholen?

Dann sollte man vielleicht auch den Zeitraum überdenken, in dem die 80% Dienstleistung (80% der Pflichttermine) erbracht werden muss. Warum muss es ein halbes, ein ganzes Jahr sein? Warum nicht fünf Jahre? Warum überhaupt?
Mit der Adresse an diejenigen Wehren, die alle Aktiven über den Kamm scheren (Ausbildung, Atemschutz, Dienstleistung): es muss nicht jeder alles können. Ein Rückenleiden macht nicht einen schlechten Funker oder Ausbilder aus uns. Oder hier in Bayern einen “Verkehrsleiter”.

Diese Beispiele könnte man beliebig fortführen. Im Prinzip geht es darum, sich zu überlegen, ob man auch selbst alles Mögliche tut um diejenigen Kameraden zu halten, die zwar wollen, aber nicht können.

Anders ausgedrückt: besonders heutzutage in unserem Wirtschaftsboom mit knapper werdendem Humankapital,  gehen die Unternehmen verstärkt auf Bedürfnisse des Einzelnen ein. Wem soll dann noch der ehrenamtliche Dienst in einer verstaubten und rigiden Organisation noch Spaß machen?

2 Antworten zu “Gedanken: Anpassungsfähigkeit”

Eine wichtige Sache hast Du vergessen, die mir auch erst in der letzten Zeit klar geworden ist: Das Klima in einer Abteilung gegenüber “Neuen”. Wenn man dort nur schwer reinkommt oder von vornherein nur “Ersatzmann” und “Depp vom Dienst” ist, dann brauchen sich die Verantwortlichen nicht wundern, wenn a) die Leute schneller wieder verschwunden sind, wie das Feuer aus ist, b) das Image der Feuerwehr eben wegen dieses Klimas abnimmt. Ergo: Nicht nur das Inidividuum und die Arbeitgeber sowie das gesellschaftliche Umfeld müssen etwas tun bzw. sich anpassen, sondern auch DIE Feuerwehr muss sich anpassen, sich öffnen und althergebrachtes überdenken. Gerade Seilschaften, die leider in der FW weit verbreitet sind, stellen hier das Problem dar.

Ich bin seit 1 1/2 Jahren erst bei der Feuerwehr und mit damals 39 Jahren mit gemischten Gefühlen dazu gegangen. Hauptargument war für mich mein BCE Führerschein und die damit verbundene Option Tagsüber als Fahrer einzuspringen, wenn Not am (Feuerwehr-)Mann ist.
Nach den zwei Abenden Schnupperprogramm und meiner Entscheidung am 3. Abend für die Feuerwehr war ich innerhalb von 5 Minuten auch schon komplett eingekleidet. Mir wurde ein erfahrener Feuerwehrmann und Maschinist zur Seite gestellt, der mir alle Fragen beantwortete und sich auch außerhalb der Reihe zu Intensiveinweisungen nicht zu schade war. Ich bereue seit dem keine Sekunde den Schritt zur Feuerwehr getan zu haben. Auch Nachts und 0323 Uhr nicht :-)
Es war von der ersten Minute an Akzeptanz vorhanden und es kam nie das Gefühl der Isolation auf. Ich gehörte einfach von Anfang an dazu.
So ist der idealtypische Ablauf und so sollte er auch sein um aus einem Neuling einen akzeptiertes, motiviertes Mitgleid einer eingeschworenen Gemeinschaft zu machen, das dann Bereit ist Leistung zu bringen, wenn sie abgerufen wird.

….an der Stelle: Danke Michael ;-)