Im Jahr 2006 wurde von einer Expertenkommission die so genannte „Magdeburger Erklärung“ zur Situation des Deutschen Feuerwehrwesens verfasst. In dieser Erklärung wurden zwölf Thesen aufgestellt, die die derzeitige Situation, vor allem die Kompetenzen der Feuerwehr darstellen und Zielsetzungen für die Zukunft festlegen. Der Präsidialrat des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) hat eine Adhoc-Gruppe gebildet, die die Aufgabe hatte, diese Thesen unter den Gesichtspunkten des Ehrenamtes zu überprüfen. Die Adhoc-Gruppe, bestehend aus Fachleuten aus den verschiedenen Landesfeuerwehrverbänden sowie Funktionsträgern des DFV, traf sich hierfür mehrfach in den Räumlichkeiten des DVF in Berlin.
Zusätzlich wurden Punkte berücksichtigt die der Arbeitskreis „Grundsatzfragen“ der AGBF erarbeitet hatte. Die AGBF ist die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Feuerwehr ist Deutschlands größte und personalstärkste Hilfsorganisation. Allerdings stützt sich die Feuerwehr grundsätzlich auf ehrenamtliche Kräfte. Jede Kommune in Deutschland hält eine Feuerwehr vor, nur einhundert dieser Feuerwehren sind Berufsfeuerwehren. Somit war es notwendig eine Stellungnahme zu erarbeiten, inwiefern die Forderungen und Zielsetzungen für die Feuerwehr in Deutschland auch durch die Freiwilligen Feuerwehren getragen werden können.
Grundsätzlich stellt der DFV fest, dass um den Erhalt des Ehrenamtes geworben werden muss. Allerdings steht im Mittelpunkt der Thesen nicht die Frage nach Ehrenamtlichkeit oder Hauptamtlichkeit sondern nach der Professionalität der Feuerwehr.
Das Ergebnis der Adhoc-Gruppe ist alles in allem sehr positiv ausgefallen. Zu jeder der zwölf Thesen wurde ein Kommentar verfasst. Die Thesen fanden stets Zustimmung, mehrfach wurde konkretisiert inwiefern unter Berücksichtigung der Ehrenamts die Thesen aus sicht des DFV unterstützt werden können.
Interessant ist, dass in den Magdeburger Thesen oft der Begriff „nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr“ fällt. Diese Formulierung umfasst alle Aufgabenbereiche und Kompetenzen der Feuerwehr. Die Adhoc-Gruppe des DFV hat diese Formulierung nicht aufgegriffen. Der Begriff „Feuerwehr“ soll auch in Zukunft ein Synonym für die schnelle, allumfassende Hilfe aus einer Hand sein.
Jedoch fehlt in den Thesen, nach Meinung des Verfassers, bisher eine Aussage über die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Es gibt Kernkompetenzen, in denen die Feuerwehr flächendeckend das „Monopol“ hat. In andere Kompetenzen tritt die Feuerwehr teilweise ergänzend mit anderen Hilfsorganisationen auf, teilweise aber auch konkurrieren zu solchen. Hier wäre eine Aussage über zukünftige Orientierung in den Aufgabenfeldern, in Zusammenhang mit den in den Thesen angesprochenen Strukturveränderungen, sinnvoll.
Von der Adhoc-Gruppe wurde noch eine dreizehnte These ergänzt:
Der Vorbeugende Brandschutz soll aus Sicht des DFV verstärkt werden. Dabei sollen die Kompetenzen der Feuerwehr genutzt und berücksichtigt werden.
In einem öffentlichen Forum soll, nach Veröffentlichung der Stellungnahme zur Magdeburger Erklärung, jedem die Möglichkeit gegeben werden Kommentare sowie Veränderungsvorschläge abzugeben.
Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt wird Feuerwehr-Weblog selbstverständlich berichten.
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Hallo,
>Allerdings steht im Mittelpunkt der Thesen nicht die Frage nach Ehrenamtlichkeit oder Hauptamtlichkeit sondern nach der Professionalität der Feuerwehr.
sehr gut!
>Interessant ist, dass in den Magdeburger Thesen oft der Begriff „nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr“ fällt. Diese Formulierung umfasst alle Aufgabenbereiche und Kompetenzen der Feuerwehr. Die Adhoc-Gruppe des DFV hat diese Formulierung nicht aufgegriffen. Der Begriff „Feuerwehr“ soll auch in Zukunft ein Synonym für die schnelle, allumfassende Hilfe aus einer Hand sein.
Sehr schlecht!
Damit grenzt man diverse Themenfelder wieder faktisch aus!
Geschrieben von Cimolino am 18. April 2007 um 10:10