Wer sich an der Grundsatzdebatte bzgl. des Digitalfunks einbringen möchte, hier entlang. Dass etwas digitales eingeführt werden sollte, ist aus meiner Sicht über alle Zweifel erhaben. Ein Paar Kommentare hierzu erlaube ich mir loszuwerden; basierend auf das Wissen, welches mir zur Verfügung steht (nicht viel).

Trägertechnologie: ich verstehe nach wie vor nicht, warum man eine eigene, flächendeckende Infrastruktur dafür neu aufbauen soll. Geht’s um die Sicherheit? dann soll man an der Übertragung ansetzen (Verschlüsselung usw.) und nicht am Träger.
Hätte man sich nicht auf UMTS festgelegt, könnten die Carrier bereits jetzt flächendeckend und kostengünstig WiMAX einführen. In Dänemark (gesicherte Quelle vorhanden, Christian :) weiss ich von erfolgreichen Versuchen auf See, mit Übertragungsweiten von über 60km. Auf Land dürfte es logischerweise weniger sein, aber immer noch ausreichend um mit relativ wenig aufwand ein vollständiges System aufzuziehen.
Aber auch in Dänemark muss erst mal ein Return on Investment bei UMTS stattfinden, also ist landgestütztes WiMAX in der Breite ein no-no.
Also nochmal die Frage: warum eine eigene Infrastruktur, die zudem ausschliesslich von BOS genutzt wird? Warum nicht auf ein kommerzielles aufsetzen, wenn es sicher ist und Priorität für BOS garantiert? Dies hat man ja bei GSM leider verpennt.
Übertragungsrate. Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber meines Wissens reden wir über recht miese Übertragungsraten, so ein paar 100 kb/s. Wozu soll das gut sein? Nicht, dass digitale Verbindungen – schon mal UMTS probiert? – besonders stabil wären, aber was genau für Daten sollen übertragen werden? Wenn schon ein neues System, dann wenigstens ein zukunfstischeres. Mag sein, dass die Anwendungen heute noch gar nicht existieren, kommen allerdings sicherlich – insofern man sie lässt.
Usability. Die Paar Muster von Handfunkgeräten, die ich gesehen habe, erinnern an ein Flugzeugcockpit. Angeblich ist damit alles möglich: Anwahl von einzelnen Geräten bundesweit (Florentine München an Steilshoop! Wie ist das Wetter?), Anlegen von Nutzergruppen inklusive Rechten, bei eBay-Versteigerungen mitmachen.
Nicht falsch verstehen: schön, wenn man damit viel kann. Nur an den DAU, also ich , Du, er, denkt keiner. Die Knöpfe unserer Florentinen sind heute bereits mit seltsamen Symbolen versehen, die das Herz eines jeden Ägyptologen höher schlagen lässt.

Oder so. Bitte?
Bedienen können besteht aus Ein- und Ausschalten, Funken, Kanal wechseln (mit Vorbehalt). Dazu Batterie prüfen und wechseln. Keine Unterstellung, aber sogar diese Funktionen können leicht zu Überforderung führen, sei es der Stress im Einsatz, eher aber der Mangel an strukturierter Aus- und Weiterbildung.
Deshalb: kauft nur soviele “ich-kann-alles”-Geräte wie ihr braucht. Selbsteverständlich aus Eurer Funkstrategie abgeleitet. Habt ihr doch? Für den Rest sowas wie das hier:

Von oben nach unten:
Roter Balken (LED): Kanalbelegung
3 Knöpfe mit LED für einzelne Kanäle (“Umschalten auf grünen Kanal!”)
Links: Sprechtaste
Lautstärk: leiser, lauter
Ausser dem Ein- und Ausknopf sowie Ladestandsanzeige fällt mir nicht mehr ein, was man benötigen würde. Mit so einem Gerät, das zumal wesentlich weniger kosten dürfte als ein voll ausgestattetes, wäre schon viel gewonnen.
So, und jetzt kann er kommen, der Digitalfunk!
PS: Sollte ich Kuddelmuddel zwischen alt-4m- und 2m-eingebracht haben: trotzdem an den DAU denken :)
Technorati Tags: digitalfunk, behördenfunk, bos



















Technisch sollte das kein Problem sein, z.B. Festlegen von Nutzergruppen und/oder Kanälen nur durch einen Administrator über eine Dockingstation, o.ä….
“Nur 6 Knöpfe? Wer soll das denn kaufen? Wie können wir denn an SO was verdienen?” Viel Spaß wenn die ersten Stützpunkte wegen astronomischer Klingeltonrechnungen geschlossen werden…
Geschrieben von Josef am 19. Februar 2007 um 17:19
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