Im Jahr 1998 bekam die Freiwillige Feuerwehr Schulzendorf ein neue Gerätehaus. 2,3 Millionen Deutsche Mark kostete das in einem Wohngebiet gelegene Gebäude damals; und ich kann durchaus nachempfinden, wie sich die Brandenburger Kameraden damals darüber gefreut haben. Leider währte diese Freude nicht lange: Ein Nachbar hielt die vom Landkreis Dahme-Spreewald erteilte Baugenehmigung für rechtswidrig und klagte vor dem Verwaltungsgericht Cottbus. Im Juli 2004 erging das Urteil – zugunsten des Nachbarn. Nun soll die FF Schulzendorf zu Jahresbeginn umziehen: in ein Zelt.

Der Stein des Anstoßes: Gerätehaus der FF Schulzendorf
Nach dem Urteil des VG Cottbus verstößt die Baugenehmigung zum einen gegen das Rücksichtnahmegebot, zum anderen seien die von dem Gerätehaus ausgehenden Lärmemissionen zu hoch für ein allgemeines Wohngebiet.
Die Feuerwehr Schulzendorf versuchte, mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog die Lärmemissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Leiterübungen am Gerätehaus wurden eingestellt, Schläuche wurden grundsätzlich nur noch in der Halle gerollt, die Abgas-Absauganlage wurde zusätzlich schallgedämmt, und nach 20 Uhr fanden überhaupt keine Tätigkeiten mehr im Freien statt. Eine Ampel vor der Ausfahrt sollte dafür sorgen, dass möglichst nicht mit eingeschaltetem Martinshorn ausgerückt werden musste. Doch all das half nicht: Der Kläger forderte die Einstellung des Dienstbetriebs in der Feuerwache.
Die Gemeinde hat noch immer die Hoffnung, sich auf finanzieller Ebene mit dem Nachbarn einigen zu können. Trotzdem bleibt ihr nun zunächst nichts anderes übrig, als die Feuerwehr auszuquartieren. Die Märkische Allgemeine berichtet heute, wie das geschehen soll: Ein 600 m² großes, beheiztes Zelt soll der Feuerwehr ab Jahresbeginnn als Übergangsunterkunft dienen. 82.000 Euro hat der Gemeinderat dafür bewilligt. Nach der angestrebten Einigung mit dem Kläger soll eine neue Baugenehmigung beantragt werden; anschließend, so der Wunsch, soll die Feuerwehr wieder in das Gerätehaus einziehen.
Ich bin gespannt, wie sich die Sache weiterentwickelt. Möglicherweise bekommt die Abkürzung ZF in Feuerwehrkreisen noch eine weitere Bedeutung. Zeltfeuerwehr.



















Finde ich eine Sauerei ehrlich gesagt. Was sich die Leute manchmal einbilden und was da manchmal für ein Unverständnis für die Feuerwehr herscht, um ehrlich zu sein, ich hasse sowas. Bei solchen Sachen könnte mir der Kragen platzen. Desweiteren hat der gute Herr vorerst mal 82.000 € Steuergelder Verprasst und wenn die Baugenehmigung nicht neu erteilt wird, gleich mal 2,3 Mio, + die anderen 82.000 €. Unfassbar.
Geschrieben von Eric am 15. Dezember 2006 um 13:32