Vodafone bietet seit kurzem mit ProfiAlarm ein System zur SMS-Alarmierung an. Das Unternehmen teilt dazu mit:
Der neue Service Vodafone ProfiAlarm ist vor allem für Unternehmen und Organisationen gedacht, bei denen im Einsatzfall eine größere Anzahl von Mitarbeitern schnell benachrichtigt werden muss. Eine Empfängergruppe kann bis zu 200 Teilnehmer umfassen, wobei sich bis zu 50 Gruppen in die Kommunikationslösung einbinden lassen. Die Alarmierungen erfolgen standardmäßig über Textmitteilungen. Der Dienst eignet sich damit insbesondere für freiwillige Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsorganisationen [...]. Ein wichtiger Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass für den Anwender der Aufbau eines zusätzlichen Alarmierungssystems entfällt und die Empfänger neben ihrem normalen Handy kein weiteres Endgerät mitführen müssen. [Pressemitteilung]
Weiterhin, so das Unternehmen, könne der Disponent den “Alarmierungsprozess bei ProfiAlarm über einen geschützten Kundenbereich im Web” nachvollziehen. Außerdem
besitzen die Empfänger die Möglichkeit, die empfangene Alarmmeldung per Antwort-SMS zu quittieren, so dass die Leitstelle schnell einen Überblick erhält, wie viele Kräfte für den aktuellen Einsatz verfügbar sind.
Problematisch wird es aus technischer Sicht: Der Versand der Mitteilungen erfolgt über das GSM-Netz. Ist das Netz (oder einzelne Mobilfunkzellen) überlastet, verzögert sich die Zustellung der Mitteilungen oder werden im schlimmsten Fall gar nicht übertragen. Eine Priorisierung der SMS erfolgt aber nicht. In der Mobilfunk-Community meint man dazu
Vodafone ist sich jedoch sicher, dass die technischen Voraussetzungen vorhanden seien – auch ohne eine Priorisierung der Alarmierungs-SMS. [Mobilfunk Community]
Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis die großen Mobilfunkunternehmen diesen SMS-Trend aufgreifen. Die Idee zu der SMS-Alarmierung stammt ja aus dem BOS-Bereich, sei es um die Bevölkerung im Katastrophenfall zu warnen (BBK) oder irgendein tüftelnder Feuerwehrmann eine SMS-Alarmierung für seine Wehr gebaut hat.
Ich sehe das System skeptisch, denn auch durch eine SMS-Alarmierung werden nicht mehr Feuerwehrleute zum Einsatz kommen können und wenn ich meinen Piepser nicht höre, dann höre ich in dem Moment das Handy auch nicht. Aber, anhand der Zustelluhrzeit kann man immerhin sehen, wann der Alarm war, worum es geht und ob es zeitlich (und beruflich) machbar ist, zur Feuerwache zu eilen.
Mit der Digitalisierung der Funkalarmierung ist das System mittelfristig überflüssig. Das Argument mit dem Funkloch zieht ebenso wenig, da gerade im ländlichen Bereich auch die Netzabdeckung bisweilen problematisch ist. Außerdem muss in der Leitstelle immer die aktuellste Handynummer im Computer sein. Aus Erfahrung weiß ich, dass Telefonlisten in der Feuerwehr selten aktuell gehalten werden.
Trotzdem als Ergänzung zu einem bestehen Alarmierungssystem oder in der Übergangsphase zu einer digitalen Alarmierung könnte man ProfiAlarm nutzen.



















Ich persönlich sehe dieses System ebenfalls skeptisch und lediglich als (Ersatz- bzw.) Zusatzsystem. Die BOS braucht ein unabhängiges Alarmierungssystem!
Durch die Digitalfunkumstellung wird dieses Problem erneut heiß diskutiert, weil – soweit mein Kenntnisstand – eine Funkalarmierung im Digitalfunk nicht vorgesehen ist. Viele Firmen haben die BOS als neue Zielgruppe für eine Alarmierung erkannt.
Ich bin mal gespannt, was in Zukunft noch alles kommt.
Geschrieben von Harald Laier am 11. Dezember 2006 um 18:48
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