Mein Beitrag zum KBU Journal rief durchaus Resonanz hervor, sodass ich mich dem Thema Feuerwehr-Zeitschriften etwas ausführlicher widmen will. Ulrich Cimolino (BF Düsseldorf) war außerdem so freundlich mir eine Übersicht über die deutschsprachigen Fachzeitschriften zu schicken.

Die für den normalen Feuerwehrmann gängigsten Fachzeitschriften (und in größeren Zeitschriftenläden erhältlich) sind das Feuerwehr-Magazin („Feuerwehr Bravo“), Feuerwehr (ehemals „UB“), Feuerwehr-Fachzeitschrift (ehemals „112“), 112 Magazin, Feuerwehr Fachjournal (ehemals „KBU Journal“). Ferner schaue ich auch mal in die Brandhilfe (BW), die BrandSchutz und das Magazin für Bevölkerungsschutz hinein. Nachfolgend meine persönlichen Einschätzungen.
Feuerwehr Magazin
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Die größte bundesdeutsche Feuerwehrzeitschrift ist nach Auflage (rund 83.000 Exemplare) das „Feuerwehr Magazin“. Das Magazin deckt inhaltlich die Bereiche Einsatznachrichten, Reportagen, Jugendfeuerwehr und Feuerwehr allgemein ab. Dazu kommen noch Medien- und Buchvorstellungen, Einsatztaktik, Produktvorstellungen/-vergleiche/-tests und Kreuzworträtsel/Gewinnspiele. Insgesamt ist Feuerwehr Magazin doch eher unterhaltend. Der Inhalt ist locker aufbereitet, die Texte einfach geschrieben und mit sehr vielen, auch ganzseitigen Fotos, unterlegt. Das mag aber auch an der heterogenen Zielgruppe liegen. Das Magazin versteht sich ja als Zeitschrift für alle Feuerwehrleute: Von einfachen Angehörigen über Führungspositionen bis hin zu Entscheidern, mit Schwerpunkt bei den normalen Feuerwehrleuten. Wer hier nach kritischen Auseinandersetzungen mit Feuerwehren, Fahrzeugen und Techniken sucht, der wird enttäuscht. Dennoch ist das „Feuerwehr Magazin“ aufgrund der Reichweite und der Kontakte im Bereich BOS nicht zu vernachlässigen. Der Erfolg (gemessen an der Auflage) spricht wohl für das Magazin und seinen Stil.
Das Feuerwehr-Magazin im Netz: www.feuerwehr-magazin.de
Feuerwehr

Die zweitgrößte Zeitschrift im Bereich Feuerwehr ist die „Feuerwehr“ mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren. Auch sie erscheint bundesweit, ist aber im Norden und Osten etwas weiter verbreitet. Inhaltlich lehnt sich das Heft an das Feuerwehr Magazin an, wobei in der „Feuerwehr“ etwas mehr zu Technik und neuen Produkten zu finden ist. Auch hier sucht man nach wirklich kritischen Auseinandersetzungen vergebens. Ich bin mir auch über die Trennung von Inhalt und Produkt(-werbung) nicht so ganz schlüssig.
Die Feuerwehr im Netz: www.ub-feuerwehr.de
Feuerwehr Fachzeitschrift

Bisher eher von Fachleuten gelesen wurde die „Feuerwehr Fachzeitschrift“. Die inhaltliche Entwicklung verlief dieses Jahr etwas durchwachsen. Offenbar scheint der Verlag einige Probleme zu haben, was dazu führte, dass namhafte Fachautoren absprangen. Diese Qualitätslücke wird gegenwärtig durch Berichte weniger namhafter Autoren und eigener Redaktionsbeiträge geschlossen. Früher einmal empfehlenswert und durchaus auch kritisch, jetzt aber eher mit Vorsicht zu konsumieren. Auch in der FFZ war meiner Meinung nach das Problem, dass Führungspositionen über die Konzepte und Geschehnisse in ihrer eigenen Wehr berichtet haben.
112 Magazin
Das neueste Heft ist das 112 Magazin, das mit einer Startauflage von 10.000 Exemplaren im Januar 2006 startete. Eines vorweg: Der Ansatz des Magazins überzeugt mich. Der Schwerpunkt liegt auf Feuerwehr und Katastrophenschutz in Europa. Durch die Reportagen über europäische Feuerwehren ergibt sich ein vergleichender Blick zu Deutschland. Eben durch den Vergleich wird auch Kritik an deutschen (Ausbildungs-)Standards geäußert. Zum Beispiel erinnere ich mich an eine Reportage zur Flugzeugbrandbekämpfung, die sich kritisch mit den deutschen Ausbildungsstandards auseinandersetzte. Was mich auch anspricht sind die vielen aussagekräftigen und professionellen Fotos sowie ein gut lesbarer Text. Was nicht so recht passt, ist die Wiedergabe von Pressemitteilungen des DFV oder anderen Organisationen. Diese finden sich zu Hauff in anderen Publikationen bzw. sind leicht im Internet abrufbar. Statt diese auch zu veröffentlichen, könnte man den Platz für weitere Reportagen nutzen. Da die Zeitschrift noch sehr jung ist, hat sie noch Entwicklungspotenzial, die hoffentlich auch in Richtung der kritischen Auseinandersetzung mit einigen anderen Themen fortgeführt wird.
112 Magazin im Netz: www.112magazin.info
BrandSchutz-Zeitschrift

Die „BrandSchutz“ ist mit einer Auflage von 13.000 Exemplaren im Mittelfeld und von allen Zeitschriften am meisten eine Fachzeitschrift. Vorrangig werden hier Einsatzberichte/-abläufe, Taktiken oder BOS-Konzepte aus dem Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr vorgestellt. Ebenso gibt es Vorstellungen von Neufahrzeugen bei der Feuerwehr. Die Zeitschrift hat meist ein Schwerpunktthema. Die Autoren sind weniger Journalisten – wie bei den anderen Zeitschriften -, sondern sind in der Hauptsache Feuerwehrleute in Führungspositionen. Und genau da liegt das Problem. Ein Wehrführer, der über die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeuges der eigenen Wehr schreibt, ein Einsatzleiter, der über einen spektakulären Einsatz berichtet oder der Kommandant, der ein Ausbildungskonzept vorstellt. Wirklich kritische Auseinandersetzung findet nicht statt! Ich lese die Zeitschrift echt gerne, zumal hier weniger stark auf das heterogene Zielpublikum wie bei Feuerwehr-Magazin und UB-Feuerwehr geachtet werden muss, aber die Kritiklosigkeit nervt manchmal schon ein wenig.
Die Brandschutz im Netz: www.brandschutz-zeitschrift.de
Bevölkerungsschutz
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katstrophenhilfe gibt die Zeitschrift „Bevölkerungsschutz“ heraus. Der Schwerpunkt liegt, wie der Name andeutet, im Bereich Katastrophenschutz. Vorrangig geht es hier um administrative Konzepte, aber auch Erfahrungen der Organisationen mit bestimmten Problemstellungen. Ich lese zwar nur sporadisch darin (und das, wo doch der der PDF-Download kostenlos ist!), aber die fehlende Zeit verhindert meist, dass ich mich mehr mit den Artikeln auseinandersetze. Wer an übergeordneten KatS-Konzepten sowie den anderen Organisationen der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr interessiert ist, sollte mal einen Blick hier rein werfen.
Bevölkerungsschutz im Netz: www.bbk.bund.de
Brandhilfe
Auch in die „Brandhilfe“ schaue ich nur selten rein, da mir der Verbandscharakter des Magazins zu ausgeprägt ist. Was mir aber in den letzten Ausgaben besonders gut gefallen hat, waren die Auseinandersetzungen mir einigen rechtlichen Aspekten, wie beispielsweise das Recht der Kameradschaftskassen oder über die Unfallversicherung von Feuerwehrleuten.
Brandhilfe im Netz: www.brandhilfe.info
Zusammenfasssend stört mich, und auch andere, zwei Dinge: Kritik ist in kaum einer Feuerwehrzeitschrift zu finden und wenn, dann nur in einer eins-zu-eins übernommenen Pressemitteilung. Das ist auch der zweite Punkt. Die redaktionellen Inhalte nehmen ab. Oft werden Pressemitteilungen oder Artikel aus der Feder eines Unternehmens oder einer Feuerwehr veröffentlicht. Beide Punkte bedingen sich. Setzt man mehr auf Feuerwehren und Unternehmen als Quellen für Content, sinkt die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber jeder mit gesundem Menschenverstand muss sich doch mal fragen, warum zwischen der Zeitschriften-Öffentlichkeit und der Foren-Öffentlichkeit (die wirklich kritisch ist) so eine Lücke klafft. Kritik gehört zu gutem Journalismus und einige aktuelle Entwicklungen im deutschen Feuerwehrwesen haben leider ein bisschen Kritik nötig!
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Aktualität. Bei Printpublikationen ist das schwierig, denn Satz, Druck und Auslieferung dauert seine Zeit. Hier liegt der große Vorteil eines Online-Portals, über das keine der Zeitschriften verfügt.
Ein weitere Kritikpunkt ist, das alle über das gleiche schreiben. Ich erinnere mich, dass vor kurzem Feuerwehr-Magazin, 112Magazin, UB-Feuerwehr und die FFZ fast zeitgleich über den Abschlussbericht der Brandkatastrophe von Flims (CH) berichteten. Auch auf solche Weise geht publizistische Vielfalt verloren.
Ulrich Cimolino war so nett dem Feuerwehr Weblog ein Excel-Dokument mit einer Übersicht über die für die Feuerwehr relevanten Zeitschriften zur Verfügung zu stellen: Zeitschriften-Übersichte. In dem Dokumente finden sich die Anschrift des Verlages, Telefonnummern, Email- und Webadressen.
Welche Eindrücke habt ihr von welcher Zeitschrift? Was nervt euch am meisten? Was findet ihr gut? Schreibt mir eure Einschätzungen als Kommentar.



















War drei Jahre zufriedener Abonennt des Feuerwehr-Magazins, bin vor einem halben Jahr allerdings auf die Brandschutz umgesattelt und bereue diesen Wechsel nicht. Die mangelnde Kritiklosigkeit kann ich mit dir nicht teilen, insbesondere in den Scherpunktthemen wird im Vergleich zu den anderen Zeitschriften Analyse betrieben!
Die FFZ habe ich einmal betrachtet, ist meines Erachtens die schlechteste Aller!
Geschrieben von Hanning am 5. Dezember 2006 um 12:30
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