
Einen etwas ungewöhnlichen Zufallsfund haben wir beim Aufräumen unseres Gerätehauses in einer alten Gitterbox mit Gerümpel gemacht. Aus reiner Neugierde öffneten wir da ein Holzkästchen und fanden im Inneren so etwas wie eine Brandfluchthaube. Erst die beiliegende Bedienungsanleitung gab uns genauen Aufschluss über unseren Fund. Es handelte sich um ein „Gasjäckchen für Kleinkinder“. Als wir den Hinweis: „Herausgegeben vom Reichsluftfahrtsministerium“ erblickten, konnten wir uns auch annähernd das Alter unseres Fundes ausmalen.
Als (jung-) Techniker kam man um die anschließende Analyse der Kleinkinder-Schutzeinrichtung selbstverständlich nicht herum. Aus Sicht der Bauform war das gute Stück eigentlich mit einer heutigen Brandfluchthaube zu vergleichen. Sack mit Sichtfenster, Atemanschluss und Gummibund zum Abdichten. Nur zwei Sachen waren etwas anders: Damit das Kind genügend Luft bekam, musste Mammi permanent mit einem Blasebalg Luft in den „Schutzsack“ pumpen (der Filter saß auf dem Blasebalg). Auch das Material war alles andere als vertrauenswürdig. Heute würde mit Sicherheit jede Plastiktüte aus dem Einzelhandel weit aus höhere Dichtigkeitswerte erreichen als diese Kombination aus Kunstleder und Lack (?). Auch wenn wir unseren Fund aufgrund seines Zustandes leider entsorgt haben, war der Blick auf den möglichen Vorläufer unserer Brandfluchthauben sehr interessant.



















Hmmm, da kommt mir oft der Gedanke, inwieweit der heutige Markt für Kleinstkinder brauchbare Fluchtfilter bereithält. Meine private Panorama Nova paßt meinen Kindern natürlich definitiv nicht, und wie es mit S-CAP & Co bei Säuglingen ausschaut habe ich keine Ahnung. Neu wird es diese Sachen sicher z.B. in Israel geben, wo man seit allen Golfkriegen wieder gewohnt ist, die Gasmasken bereitzulegen.
Geschrieben von Matthias Mansfeld am 29. November 2006 um 12:03