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    Die FF Staufen stellt den weltweit ersten Teleskopgelenkmast ALP325 in Dienst.

    TKM 23/12 Porträt

     

    100 Jahre liegen zwischen dem ersten bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Staufen im Breisgau in Dienst gestellten Hubrettungsgerät und dem neuen. Treffender als „Von der Holzleiter zum Hubsteiger“ konnte daher die Feier zur Indienststellung des Teleskopgelenkmastes ALP325 (Aerial Ladder Plattform mit 32 Metern) nicht bezeichnet werden. Doch bis es dazu kam, mussten ganz andere Hindernisse überwunden werden und „baden-württembergische Feuerwehrgeschichte geschrieben“ (Gundolf Fleischer) werden.

    Es ist ungewöhnlich, dass eine Freiwillige Feuerwehr, noch dazu die einer Kleinstadt wie Staufen, einen Teleskopgelenkmast (TKM 23/12) beschafft. Außer Staufen verfügen nur Walldorf und Lahr in Baden-Württemberg über einen TKM.

     

    Stichwort Staufen
    Staufen im Breisgau (Baden-Württemberg) hat etwa 7700 Einwohner in 3 Stadtteilen und liegt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die Gemeinde erstreckt sich auf einer Fläche von 23,26 Quadratkilometern. Zusammen mit der Stadt Bad Krozingen bildet Staufen ein Mittelzentrum südlich von Freiburg. Staufen liegt am Fuß des Schwarzwalds am Ausgang des Münstertals. Die Stadt kann auf eine über 1200-Jährige Geschichte zurückblicken.

    Notwendig war die Investition aus zwei Gründen: Die in der Alarm- und Ausrückeordnung verankerten Drehleitern aus Bad Krozingen (DLK 23-12) und Heitersheim (DLK 18-12) konnten nicht innerhalb der vorgeschriebenen Hilfsfrist vor Ort sein. Eigens durchgeführte Probefahrten bestätigten das. „Nach zehn Minuten sollte ein Hubrettungsgerät vor Ort sein, wenn die Gemeinde die entsprechende Bebauung hat, und das schafft die Drehleiter aus Bad Krozingen oder Heitersheim in der Regel nicht“, führt Staufens Gesamtkommandant Wolfgang Schuhmann aus.

    Der zweite Grund ist die historische Altstadt. Schuhmann sagt, dass „man mit einer Drehleiter keinen Einsatzerfolg erzielen“ kann – wie am 22. März 1992. Damals zerstörte ein Brand eine ganze Häuserzeile. Enge Gassen und die dichte Bauweise der Häuser machen es unmöglich eine Drehleiter aufzustellen.

    Viele Häuser in der Altstadt stehen in zweiter oder dritter Reihe und können mit einer DLK nicht erreicht werden. „Brandabschnitte gibt es da überhaupt keine,“ erklärt Schuhmann. Durch den Knick im Mast ist ein Erreichen nun möglich.

    Bauliche Veränderungen an den Gebäuden verschärften die Problematik noch, da dort „wo früher nur Speicher und Lagerraum war, jetzt Kinderzimmer und Schlafzimmer sind“. Staufen hat außerdem zwei Hochhäuser, die keinen zweiten Rettungsweg besitzen, eine Seniorenwohnanlage und die Kurklinik.

    Trotz Notwendigkeit schwierige Beschaffung

    Trotz der objektiven Notwendigkeit eines Hubrettungsgerätes, konnte es nicht beschafft werden: Die alte Feuerwache in der Altstadt bot einfach zu wenig Platz. Das änderte sich mit dem Neubau der Feuerwache 1996.

    Ein wichtiger Schritt war der „mittelfristige Entwicklungsplan“ für die Stadt Staufen. Dieses von der Feuerwehr erstellte Gutachten analysiert wie sich die Stadt zukünftig entwickelt und was das für die Feuerwehren und ihren Bedarf bedeutet. Der Gemeinderat zeigt sich beeindruckt und setzte den Plan ab dem Jahr 2000 um. Kommandant Schuhmann zieht positive Schlüsse aus der Eigeninitiative. Wenig später wurden solche Gutachten von oben angeordnet.

    Umstritten war die Entscheidung für den Teleskopgelenkmast über Staufen hinaus. Letztlich zeigte eine Vergleichstest vor Ort, die Vorteile eines TKMs. Die Feuerwehr Staufen lud schließlich die Firmen Iveco Magirus, Bronto Skylift, Metz / Wumag, Schlingmann / VEMA und Schmitz / Marte mit ihren Vorführungsfahrzeugen ein.

    Gänzlich unproblematisch lief die Beschaffung nicht. Staufens Bürgermeister Michael Benitz sprach am Tag der Indienststellung von einem „steinigen Weg“. Zwar erlaubt die DIN EN 1777 die Beschaffung eines TKMs, das Land Baden-Württemberg bezuschusst aber nur Drehleitern nach der alten DIN 14701. Das Land bestand auf Einhaltung der alten Norm. Der Grund dafür liegt in der Landesbauordnung, die für Hubrettungsgeräte ein maximales Gewicht von 16 Tonnen vorschreibt – der Mast wiegt aber 18 Tonnen.

    TKM 23/12

    TKM 23/12 der FF Staufen.

    Trotz Fürsprache aller untergeordneten Instanzen, wollte das Innenministerium den Antrag nicht bewilligen. „Wir konnten nicht nachvollziehen warum man in Europa und in der ganzen Welt Teleskopgelenkmastfahrzeuge einsetzt, nur in Baden-Württemberg nicht“, sagt Bürgermeister Benitz. Stadt und Feuerwehr gingen durch alle politischen Instanzen und man bat die Entscheidungsträger auch zur Demonstration in die Altstadt von Staufen.

    Durch Zugeständnisse bei der Beladung – 18 Tonnen Gesamtlast ist das unterste konstruktionsbedingt realisierbare Gewicht – und politischen Druck, erteilte das Ministerium schließlich eine Ausnahmegenehmigung. Erst jetzt gab es den Zuschuss, „keinen Zuschuss den man normalerweise für eine Drehleiter bekommt, sondern einen reduzierten“, erklärt Schuhmann.

    Alufelgen

    Der TKM hat Alufelgen: Das spart etwa 80 Kilogramm Gewicht.

    TKM 23/12 Porträt

    Iveco Magirus gab das günstigste Angebot ab und erhielt den Zuschlag.

    Iveco Magirus überzeugte beim Test und gab auch das wirtschaftlichste Angebot ab. Die Entscheidung gegen eine Drehleiter mit Gelenkarm (DLK GL), war letztlich eine Frage des Preises. Mit rund 540.000 Euro ist der Mast etwa 100.000 Euro günstiger als eine DLK GL.

    Die nächste Herausforderung war die TÜV-Abnahme. Als weltweit bisher einzige Auslieferung, unterzog der TÜV den ALP325 einer intensiven Überprüfung. So musste u.a. ein Kipptest durchgeführt werden, der nach Aussage von Schuhmann „mit dem Mast eigentlich gar nichts zu tun“ hat. Der TKM musste nach der alten Drehleiternorm und der neuen EN geprüft werden. „Das widerspricht sich zum Teil“, sagt Schuhmann.

    Rettung einer Person mit Hilfe des TKM 23/12

    Ein Maschinist fährt parallel zur Hauswand.

    Ausbildung der Wehr am Fahrzeug

    Zehn Leute meldeten sich für die Ausbildung, die zum Teil vom Hersteller durchgeführt wurde. Von der Feuerwehr Walldorf übernahm die FF Staufen die Dienstvorschriften und den Ausbildungsplan. Inhaltlich orientierte sich die Ausbildung der Maschinisten an drei Blöcken: Zunächst musste den Maschinisten das technische Verständnis, die Physik des Fahrzeuges und die reine Bedienung beigebracht werden. Dann galt es die Besonderheiten und Gefahren gegenüber einer Drehleiter zu vermitteln. Insbesondere der Knick erfordert hohe Aufmerksamkeit, da man z.B. vom Leiterpark aus den Korb nicht immer sieht. Die praktische Anwendung der HAUS-Regel rundete die Ausbildung ab.

    Beinahe wäre es bei der Ausbildung zu Verzögerungen gekommen, da sich die Auslieferung aufgrund der TÜV-Prüfung verschob. Der Hersteller stellte für drei Wochen ein Vorführfahrzeug zur Verfügung. Inzwischen ist die Maschinistenausbildung abgeschlossen und man steckt in der Schulung der Atemschutzgeräteträger. Schuhmann ergänzt: „Das Lustige ist jetzt, dass ich das Fahrzeug betreiben darf, ohne Maschinistenlehrgang, weil die Landesfeuerwehrschule den Maschinistenlehrgang für diese Gerät nicht anbietet.“

    Korb von hinten

    Ein TKM hat gegenüber einer DLK Vorteile, u.a. ist die Standfestigkeit höher.

    Aus vielen Aussagen spricht Stolz und Begeisterung über das neue Hubrettungsgerät. „Ich bin Späteinsteiger bei der Feuerwehr und war schon sehr stolz, dass ich überhaupt mitfahren durfte, aber dass ich es noch so weit bringen würde, so ein gigantisches Fahrzeug fahren zu dürfen, das hätte ich nicht geträumt. Da ist der Jugendtraum weit überstiegen worden“, erzählt ein Feuerwehrmann.

    Was das Fahrzeug leistet

    Der Drehkranz schwenkt nicht wie bei einer Drehleiter über Fahrzeukonturen hinaus und der Einstieg in den Korb ist schon in der Transportstellung möglich. Außerdem ist die Abstützung des Mastes innerhalb der Außenspiegelbreite.

    Mit 400 Kilogramm Korbalst können bis zu vier Personen aufgenommen werden. Zusätzlich kann eine Arbeitsplattform heruntergeklappt werden, die das Übersteigen erleichtert. Der Korb lässt sich ferner um 45 Grad neigen und der Korb kann fast immer parallel zum Fenster gefahren werden.

    Teleskopgelenkmast TKM 23/12 der FF Staufen

    Beleuchtung am Korb und Korbboden sowie abgeklappte Arbeitsplattform.

    Korb des TKM 23/12 von hinten

    Der Korb kann auch einen Rollstuhl aufnehmen.

    Die Abmessungen erlauben das Einschieben eines Rollstuhls. Eine Krankentrage kann sowohl auf dem Korb befestigt, als auch eingeschoben werden – ohne das Platz für Maschinist und Notarzt verloren geht. Ausgestattet ist der Korb weiterhin mit einer Kamera, zwei 1000 Watt-Strahler und zwei Xenon-Scheinwerfer, D-Schnellangriffsschlauch mit Hohlstralrohr und einem fest installiertem Werfer (3600 l/min). Der Unterboden verfügt über zwei Selbstschutzdüsen.

    Korb des TKM 23/12 in der Luft

    Der Korb kann um 45 Grad seitlich zum Mast geneigt werden.

    Selbstschutzdüse am Korb des TKM

    Selbstschutzdüse am Korbunterboden.

    Das Fahrzeug ist mit ABS, ASR, Schleuderketten, beheizbarem Rückspiegel, Rückfahrkamera, Rückfahrscheinwerfer an den Außenspiegeln, pneumatisch absenk- und hebbarem Fahrwerk und Windmesser am Korb ausgestattet. Gerade die Rückfahrkamera war gewöhnungsbedürftig, wie ein Maschinist erzählt: „Was mich am Anfang etwas gestört hat, war die Rückfahrkamera, die macht auf dem Bildschirm das echte Bild und vom Rückwärtsfahren ist man gewohnt das Spiegelbild zu sehen. Das hat mich am Anfang total durcheinander gebracht.“

    Der ALP bietet weiterhin einen automatisch aufklappenden Handlauf der Leiter am Gelenkarm, 20 Meter Schnellangriffsleitung, zwei Atemschutzgeräte in der Fahrerkabine, Rollgliss, Druckbelüfter, 6,6kV A-Stromerzeuger, Laser-Entfernungsmesser, Fernotrage, Elektro-Motorsäge, Absperrmaterial, Scheinwerfer und Kleinwerkzeug.

    Hochleistungsmonitor

    Monitor mit einer Leistung von 3.600 l/min.

    D-Schnellangrifseinrichtung am Korb

    Schnellangriffseinrichtung

    Der ehrwürdige Vorläufer

    Neu ist den Verantwortlichen der 1861 gegründeten Feuerwehr das Gefahrenpotenzial nicht. Schon 1903 schaffte die Freiwillige Feuerwehr eine Holzleiter an, um den schwierigen Gegebenheiten gerecht zu werden. Im Landkreis war es damals die erste Leiter. Andere Feuerwehren ließen sich die Technik vorführen und übernahmen Philosophie und Ausbildung. „Die waren damals schon richtig fit. Die haben eigentlich die Problematik damals schon erkannt“, erzählt Schuhmann.

    Alte Staufener Holzleiter

    Historische Holzleiter

    Die Holzleiter war bis 1970 im Einsatz. Ein ehemaliger Gerätewart erinnert sich daran, die Holzleiter zwischen 1968 und 1970 zweimal im Einsatz gesehen zu haben, auch wenn das „auf eigene Verantwortung“ erfolgte. TÜV hatte das Gerät bis in die 1980er Jahre. Eine Restaurierung erfolgte in Teilschritten in den 1990er Jahren. Aber, so erzählt Wolfgang Schuhmann, „die alte Holzleiter ist für uns eigentlich immer noch im Einsatz. Jedes Jahr zur Fasnachtseröffnung wird das Rathaus mit der Leiter gestürmt. Deshalb ist sie auch noch funktionsfähig und gut in Schuss.“

    Rückfahrtkamera am TKM 23/12

    Rückfahrkamera am Heck des TKMs.

    Heckseitig angebrachter Display des Abstützbedienstandes

    Display des Abstützbedienstandes am Heck.

    Display für die Rückfahrkamera

    Display der Rückfahrkamera im Führerhaus.

    Atemschutzflaschen im Führerhaus

    Pressluftatmer im Führerhaus.

    Hauptbedienstand im Korb

    Steuerungseinrichtung im Korb

    Technische Daten

     

     

    Fahrgestell:Mercedes-Benz Econic 1833
    Motor: 6-Zylinder-Diesel, 330 PS
    Getriebe: Allison 5-Gang-Automatik
    Höchstgeschw.: 100 km/h
    Abmessungen: 9850 / 2500 / 3300 mm
    Radstand: 4800 mm
    Zul. Ges.-gewicht: 18.000 Kilogramm
    Besatzung: 3 Mann
    Aufbauhersteller: Iveco Magirus
    Baujahr: 2006

    Eine zufriedene Wehr

    Auch die übrige Ausstattung der Feuerwehr kann sich sehen lassen. Die 100 Aktiven in den drei Abteilungen können auf zehn Fahrzeuge zurückgreifen. Außer über den TKM 23/12 verfügt die Feuerwehr in Staufen über einen ELW, ein TLF 16/25, ein LF 16/12, einen SW 2000 (Bund) sowie verschiedene Anhänger. Der MTW ging vor kurzem kaputt und wird durch ein Gebrauchtfahrzeug ersetzt. Am Standort im Ortsteil Grunern steht ein TSF und ein MTW, im Ortsteil Wettelbrunn außerdem ein TLF 16/25 und ein MTW. Die MTWs wurden aus der Kameradschaftskasse finanziert.

    ELW der FF Staufen

    Der Einsatzleitwagen (ELW) 1 (Bj. 2002) hat u.a. ein IFEX Impulslöschgerät und Wärembildkamera geladen.

    LF 16/12 der FF Staufen

    Löschgruppenfahrzeug (LF) 16/12 (Bj. 2001)

    TLF 16/25 der FF Staufen

    Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 (Bj. 1996)

    SW 2000 der FF Staufen

    Schlauchwagen (SW) 2000 (Bj. 1995)

    Gabelstapler und Schlauchanhänger

    Schlauchanhänger und Gabelstapler

    Porträt ausgefahrener Mast

    Die feierliche Indienstellung des TKM beging man mit einem Tag der offenen Tür.

     

    Berühmter Einwohner
    Faust, genauer Johann Georg Faust, jener sagenumwobene Alchimist und Magier, ist der berühmteste Einwohner der Stadt Staufen. Er starb hier vor etwa 500 Jahren. Dokotor Faust gilt als Inbegriff des nach letzter Erkenntnis strebenden Menschen. Christopher Marlowe und Johann Wolfgang Goethe nahmen Faust als historisches Vorbild für ihre Dramen.

     

    Im Jahresmittel kommt die Wehr auf etwa 100 Einsätze. Alarmiert wird die FF Staufen über die Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Freiburg. Pressesprecher Rainer Brinkmann geht aber davon aus, dass „man durch den Rettungsdienst stärker eingebunden wird“, da der TKM zur Personenrettung aus hohen Stockwerken geeignet ist.

    Übrigens, den ersten Einsatz hat der ALP 325 schon hinter sich: Bei einem Sturm am 3. Oktober setzte man ihn zum „Bäume schneiden“ ein, die so genannte „Baumtaufe“, wie der Kommandant sagt.

    • Bei Flickr gibt es eine Bilderstrecke, mit ausgewählten Bildern vom Besuch bei der FF Staufen (79 Bilder).
    • Ein leicht geändertes PDF-Dokument dieses Berichtes gibt es hier.
    • Die FF Staufen ist auch im Internet vertreten.

    TKM, TGM, TM, DLA, Teleskopmast, Teleskopgelenkmast, Feuerwehr, Staufen, Neubeschaffung

    Blick vom TKM 23/12 nach unten

    Abklappbare Arbietsplattform am Korb

    TKM 23/12 mit ausgefahrenem Mast und Korb

    Zweite Möglichkeit die Trage am Korb zu befestigen

    TKM 23/12 von hinten

    Leiterpark des TKM 23/12

    TKM 23/12

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    55 Antworten zu “Aufbruch in eine andere Dimension”

    ja weltweit sorry wenn ich so was höre es gab schon andere feuerwehren die einen vor euch hatten nicht böse gemeint! denn wir waren die erste freiwillige feuerwehr in niedersachsen die einen hatten!

    ja weltweit sorry wenn ich so was höre es gab schon andere feuerwehren die einen vor euch hatten nicht böse gemeint! denn wir waren die erste freiwillige feuerwehr in niedersachsen die einen hatten!

    Gääähn! Das wird jetzt hier schon mal zum x-ten Mal geschrieben. Wenn die Leute alle richtig lesen könnten, dann steht da ALP 325 und nicht ALP 375 ;-) (Steht außerdem irgendwo in den Kommentaren, suche ich jetzt aber nicht raus). Letzterer ist in der Tat etwas älter. Der ALP 325 wurde selbst vom Hersteller (Magirus) als Neukonzeption verkauft. Wenn ihr auf eurer verlinkten Webseite einen Fahrzeugbereich hättet, wäre ich sicherlich schlauer. ;-)))

    @Cimolino and @ all,
    ich persönlich kann die Entscheidung der Kameraden aus
    Stauffen absolut nachvollziehen,DIN-Vorgaben hin oder her. Welcher Einsatz läuft nach einer DIN ab??? Wichtig sind doch immernoch die Gegebenheiten vor Ort.
    Die schlauen Leute, welche für die Erstellung der DIN oder viel schlimmer noch EN zuständig sind, sollten sich langsam mal von Ihren Gedanken trennen, was neu ist und nicht in unsere bestehende Norm passt, müsse um jeden Preis verhindert werden. Ihr werdet von Steuergeldern bezahlt (und das sehr gut)! Ich gehe mal davon aus, dass die Kameraden in Stauffen, wie auch zig tausend andere Kameraden in Deutschland, Ihren Dienst FREIWILLIG tun. Für diese Kameraden ist eine Anschaffung eines solchen Fahrzeuges nicht einfach nur eine Anschaffung, weil es dafür ein Gesetz gibt. Sie sehen die Notwendigkeit vor Ort und stehen voll hinter Ihrer Entscheidung – aus Überzeugung! Das wird Herr Cimolino vielleicht nicht verstehen, weil es für ihn nicht jeden Tag heißt Nachwuchs in der Freiwilligen Feuerwehr zu begeistern, das kann man nicht mehr mit Fahrzeugen „vom Band“. Ich will damit sagen, dass Entscheidungen wie in Stauffen der allgemeinen Situation der Feuerwehren geschuldet ist. Jede Gemeinde versucht die für sich beste Lösung zu finden. Unterstützung findet man fast nie; im Gegenteil.
    Wir haben in unserer Wehr auch ein Fahrzeug mit CAFS- Anlage angeschafft. Gegenmeinungen gab und gibt es viele. Fazit ist, wir sind sehr zu frieden und STEHEN VOLL DAHINTER, wir identifizieren uns mit diesem Fahrzeug, wie jetzt die Kameraden in Stauffen.

    Übrigens, die Worte „Haftung“ und „zur Verantwortung ziehen“ sind leider Alltag geworden, auch bei den Feuerwehren. Wer nur noch so denkt, sollte kein Feuerwehrmann sein, sondern Rechtsanwalt.
    Wir als Feuerwehr haben in der Regel nicht die Situation herbeigeführt, die unseren Einsatz begründet. Wir helfen einfach nur. Weil das unser Gebot ist – aus Ehre dem Nächsten gegenüber. Im Übrigen befassen auch wir uns ernsthaft mit dem Gedanken, einen TLK zu beschaffen. Weil er eben besser ist für uns und unsere Nächsten.

    Sehr interessant die Berichte zu lesen.

    Da hauen offenbar hoch motivierte Feuerwehrler (eine Ehre mit einem solchen Fahrzeug fahren zu dürfen…) auf den Putz, keine Superlative ist gut genug…erste, beste, tollste…, sogar auf einen Fahrzeug-Typ wird verwiesen um diese Prädikate zu verteidigen. Und wenn dann Kritik ansetzt, dann wird man ruppig, dann geht es nicht mehr um die Sache, sondern um Personen…ist ja wichtig wer das ist, der sich erlaubt zu kritisieren.

    Hut ab vor der Kunst von Feuerwehrverantwortlichen den Stadtvätern (Stadt bei etwas über 7000 Einwohnern) ein solches „Ding verkaufen zu können“. Ob sie den Kameraden, vor dem Hintergrund einer nicht einfachen Personalentwicklung, einen Gefallen getan haben, muss sich noch erweisen, also reden wir in 10 Jahren nochmal drüber. Eine solche Beschaffung hat einen Zeithorizont von 20 bis 25 Jahren, mal nebenbei bemerkt.

    100 Feuerwehraktive, verteilt auf mehrere Ortsteile, was bleibt da noch für den Kernort, wenn man mal die üblichen Nichterreichbaren in Höhe eines Drittels (während normaler Zeiten)abzieht ? Und was ist tagsüber, wenn nach allgemeinen Erfahrungen zwischen 15 und 25 % des Personals zur Verfügung steht ?

    Wenn man sich die Landkarte ansieht und den Routenplaner bemüht stellt man fest, dass die Wache von Bad Krozingen direkt an der nach Staufen führenden Landstraße liegt. Von der Wache Bad Krozingen bis zum Rathaus Staufen, offensichtlich in der Altstadt, beträgt die Fahrtzeit 7 Minuten. Da fällt es schwer der Argumentation von der nicht zu erreichenden Hilfeleistungsfrist zu folgen (oder haben die Kameraden aus Bad Krozingen Probleme schnell aus rücken zu können?)

    Wenn ich so durch „Deutschland gehe“ dann gibt es Dutzende von unverantwortlichen Feuerwehrverantwortlichen und Gemeinde- bzw. Stadtvätern, wenn man sich die Argumentation von Staufen zugrunde legt. Ich würde mich hüten diesen Personen auf der Grundlage eben dieser Argumentation vorzuwerfen dass sie unverwantwortlich handeln.

    Feuerwehren und Gemeinden im Erzgebirge, im Thüringer Wald, im Schwarzwald, im Taunus, in der Rhöhn, im Sauerland, in der Eifel und ähnlichen topografischen Gegenden schaffen es seit Jahrzehnten Entfernungen wie die zwischen Bad Krozingen und Staufen zu überbrücken, allerdings eben nicht auf der flachen gut ausgebauten Landstraße, die im Gegensatz zu den Bergregionen kaum mal mit Schnee bedeckt sein dürfte.

    Allerdings haben diese Gegenden sehr oft Orte mit sogenannten Beherbergungsbetrieben und zwar in Größenordnungen, die in Staufen im Breisgau nach Auskunft der Im Internet vorhandenen einschlägigen Gästeführer im Vergleich äusserst spärlich vorhanden sind. Und wenn ich mir die Bilder dieser Betriebe auf der Homepage ansehe, dann finde ich bis zu drei Vollgeschossen. Mein Gott lebt ihr in einer brandschutztechnisch heilen (fast langweiligen) Welt.

    Deshalb: Gratulation dazu dass man dieses „geile Ziel“ erreicht hat. Aber stellt keine Behauptungen auf, die den Schluß zu lassen, dass andere Feuerwehren und Gemeinden, die anders handeln, falsch liegen (sehr zurückhaltend ausgedrückt).

    Wenn einem die eigene Kirchturmspitze nicht die Sicht verstellt kann man ganz interessante und sachliche Gesichtspunkte finden die einen nachdenklich werden lassen. Ein bischen Nachdenklichkeit wünsche ich allen die den Anschein erwecken sie hätten die Weisheit für sich alleine gepachtet.

    Hallo Firefighter-Chief,

    eigentlich hab ich mir vorgenommen, hier nicht mehr weiter zu diskutieren, da mir die Zeit zu schade ist. Da ich aber doch sehr erschrocken bin, dass sich jemand durch die Berichterstattung und Diskussion so angegriffen fühlt, will ich’s halt nochmal versuchen. Schließlich halte ich Kritik und Diskussionen für richtig und gut, wenn sie sachlich geführt werden. Zum Glück leben wir in einem Land in dem das auch möglich ist.

    Immer wenn etwas gemacht wird, gibt es Befürworter und Kritiker. Wenn die sich zusammensetzen und vernünftig drüber reden, kann das für die „Sache“ nur gut sein.

    Ich gehe einfach mal der Reihenfolge nach auf Deine Argumente ein.

    Dass wir hoch motiviert sind und auch stolz auf das Fahrzeug stimmt soweit. Dass bei einer solchen Anschaffung entsprechende Berichte erscheinen ist denke ich auch normal. Die verwendeten Formulierungen sind geschmacksache.
    Aber wann bitte war ich nicht bereit zu diskutieren? Das einzigste was mich stört (das ist nun mal meine persönliche Meinung, von der ich auch jetzt nicht abgehe) ist dass manche Leute nicht den Mut haben, ihre Meinung auch zu unterschreiben. Wo bitte ist dabei das Problem, dass man seinen Namen druntersetzt und somit jeder weiß, wo etwas her kommt? Ich habe leider schon sehr schlechte Erfahrungen mit solchen „anonymen Schreibern“ gemacht und bin daher auch sehr voreingenommen, was das betrifft.
    Dass ich in meinem letzten Kommentar mit dem letzten Absatz „ruppig“ geworden bin, liegt einfach daran, dass seit der Indienststellung des Fahrzeuges immer die selben Vorwürfe kommen, die man sich sparen könnte, wenn man sich vorher besser informieren würde. Und das nervt auf Dauer.

    Wir haben das Ding unseren Stadtvätern nicht verkaufen müssen. Der Bedarf für ein Hubrettungsfahrzeug besteht schon lange und die Stadtväter waren sich ihrer Verantwortung bewußt. Wir haben lediglich die zwei Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen aufgezeigt. Damit haben wir nicht nur die Stadtväter, sondern auch Landratsamt, Regierungspräsidium und Innenministerium überzeugt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern haben die sich die Mühe gemacht und sind her gekommen, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. Und die Tatsache mit den niedrigeren Beschaffungs- und Unterhaltskosten, hat das nötige dazu beigetragen. Wenn wir eine DLK bekommen hätten wäre das für uns Feuerwehrleute auch OK gewesen. Schließlich ist das Auto nicht für uns als Spielzeug gedacht, sondern für den örtlichen (Staufen spezifischen) Brandschutz. Und für den ist ein Mast nunmal besser. Hätte es kein Fahrzeug gegeben: auch OK. Hätten wir uns viel Arbeit und Zeit gespart. Dann wäre allerdings auch die Motivation nicht so hoch, wie sie derzeit ist. Aber wie gesagt. Die Verantwortlichen (Stadtväter) wollten ein Hubrettungsfahrzeug, da es notwendig ist und haben es beschafft.

    Den Kameraden hat man mit dieser Beschaffung einen Gefallen getan. Die Motivation wurde drastisch gesteigert, auch traten einige neue Mitglieder bei.

    Zum Thema Personal sind wir in der glücklichen Lage, dass wir momentan steigende Mitgliederzahlen haben. Auch die Tagbereitschaft macht keine Sorgen. Auf Grund von benachbarten Firmen, die zahlreich FF-Angehörige beschäftigen, haben wir sehr schnell, ausreichend Kräfte zur Verfügung. Dazu trägt auch bei, dass die Kameraden aus den Abteilungen, die tagsüber im Kernort tätig sind, hier die Einsätze mit fahren. Ich kenne Wehren, da will man „die von der Abteilung“ am besten gar nicht an der Einsatzstelle sehen. Das sind zum Glück aber nur Ausnahmen (hoffe ich doch).

    Dass Du sogar den Routenplaner bemüht hast, hat mich beeindruckt! Das wäre mir persönlich zu doof und zeitaufwändig gewesen. Wie aber im Artikel zu lesen ist, haben wir im Vorfeld Anfahrtsproben gemacht. Mit Sondersignal, ohne Berufsverkehr, ohne Alarmierungszeit, konnten von beiden DLKs die Hilfsfristen nicht eingehalten werden. Klingt komisch, is aber so.

    Wie kommst Du drauf, dass wir irgendjemandem vorwerfen, dass er seine Arbeit nicht richtig macht? Ich persönlich denke, dass jeder FF-Verantwortliche seinen Job richtig macht und für seine Verhältnisse die richtigen Entscheidungen trifft. Und außerdem weiß ich, wie nervig das ist, wenn sich Leute einmischen, die nicht wissen, wie’s vor Ort aussieht. Das wäre wie ein Kommandant, der von zu Hause aus einen Einsatz leiten will.

    Dass andere Wehren das schaffen ist doch toll! Unsere Nachbarwehren haben das Fahrzeug übrigens bei bestimmten Objekten in ihre Alarmpläne aufgenommen, da sie mit ihren DLKs da an Grenzen stoßen.

    Sind Beherbergungsbetriebe alles, was brandschutztechnisch ausschlaggebend ist? Hier mal ein paar Stichworte, die in Staufen Probleme machen: mehrere Hochhäuser mit nur einem Treppenhaus, eine Klinik, ein Altenheim, zwei Seniorenwohnanlagen, ein Schulzentrum mit über 1.200 Schülern, Industrieanlagen (Labortechnik, Folienherstellung, Schnapsbrennerei) und eine sehr verwinkelte Altstadt, in der jegliche Brandschutzeinrichtungen in den Gebäuden vergeblich gesucht werden (u.a. durchgehende Dachstühle über mehrere mittelalterliche Gebäude, keine zweite Rettungswege, eigenmächtig ausgebaute Dachstühle zu Wohnräumen etc.) Das sind die Dinge, mit denen wir zurecht kommen müssen.

    Wo und wann habe ich eine Behauptung aufgestellt, dass andere falsch handeln?

    Zu Deinem letzten Statement kann ich Dir nur das anbieten, was ich auch anderen schon angeboten habe: komm bei Gelegenheit vorbei und schau Dir hier alles an! Ich freue mich dann auf Deine Kritik und Deine Verbesserungsvorschläge. Denn wenn Du hier bist, steht Dir Deine Kirchturmspitze nicht mehr im Sichtfeld. Den letzten Satz kann ich dementsprechen so wie er da steht an Dich zurück geben.