Vor 650 Jahren, am 18. Oktober 1356, ereignete sich eine Folge von Erdstößen, die als Basler Erdbeben in die Geschichte einging. Aber auch heute noch zählt Basel zu den zehn erdbebengefährdetsten Städten der Welt.
Am Nachmittag des 18. Oktober 1356 begannen die Erdstöße und setzten sich bis in die Nacht fort. Viele Gebäude stürzten ein. Die Stadt fing Feuer. Was das Beben nicht in Trümmer gelegt hatte, wurde nun ein Raub der Flammen. Historischen Aufzeichnungen zufolge habe das Feuer acht Tage lang gewütet – bis es keine Nahrung mehr fand. Fast alle Kirchen wurden beschädigt und 48 Burgen im Umkreis wurden unbewohnbar.
Trotz der enormen Ausmaße kamen nur wenige Menschen in der 7000-Einwohner-Stadt ums Leben. Das lag daran, dass die Bewohner auf die Felder außerhalb der Stadtmauer flohen. Schätzungen zufolge kamen bei dem Beben mit 100 Toten weniger Menschen um, als beim Ausbruch der Pest in Basel. Schon ein Jahr später war Basel deshalb wieder aufgebaut.
Das Beben hatte vermutlich einen Wert von 6,5 auf der Richterskala. Es gilt als das stärkste Beben nördlich der Alpen. Der Ursprung des Bebens lag vermutlich in einer seismisch aktiven Bruchzone, die sich auf ca. acht Kilometern vom Blauen entlang dem Birstal via Reinach von Süden her der Stadt Basel nähert. Man nimmt an dass die Erdbeben mit der andauernden Überschiebung des Schweizer Juras auf den südlichen Oberrheingraben in Verbindung stehen. Der Oberrheingraben, in dem auch Straßburg und Karlsruhe liegen, ist ein Gebiet erhöhter Seismizität und es kommt häufig zu Erdbeben, die aber meist von geringer Magnitude sind.
Die Gefahr eines starken Bebens und großer Zerstörungen sind auch in der Gegenwart nicht gebannt. Die Wahrscheinlichkeit wird zwar als gering eingestuft, man geht davon aus, dass ein so schweres Beben alle 800 Jahre auftritt. Nach dem Risikopotenzial beurteilt, zählen Experten Basel zu den weltweit zehn Städten mit dem höchsten Risiko.
Die Fachleute sind sich deshalb einig, dass ein Beben wie 1356 für die Region Basel zu einer wirtschaftlichen und ökologischen Katastrophe führen würde. Rund um Basel befinden sich Lagerhäuser und Chemiewerke, der Rheinhafen mit immensen Benzin-, Oel- und Flugpetroltanks und Atomkraftwerke sowie das explosionsgefährdete städtische Gasnetz. Am stärksten gefährdet bleibt dabei die Basler City, die alles andere als erdbebensicher ist. Die Schäden würden 50 Milliarden Franken übersteigen, schätzt die Schweizer Rück.



















Wird irgendwas zur Vorbeugung getan. Wenn ich mir im Vergleich die Vorkehrungen im erdbebengefährdeten Japan anschaue, sehe ich für Basel scharz.
Christian
Geschrieben von Christian L. am 18. Oktober 2006 um 10:52