Weiter geht’s mit Svens Erfahrungen als Ausbilder. (Danke, Sven!)
“Gestern Nachmittag war mal wieder Übung. Anfang der Woche haben Bastian und ich (Sven) uns mal wieder kurzgeschlossen, was man denn so machen könnte. In der langfristigen Planung hatten wir eine GSG-Übung vorgesehen. Zudem hatten wir uns vorgenommen, die Übungen regelmäßig „zweistufig“ durchzuführen. Kurzer Theorieteil vor Ort mit Flip Chart und dann dazu die praktische Übung.
Während der Vorbereitung stellten wir im Lauf der Woche fest, dass wir leider nicht in den Chemieraum einer Schule können und ein Übergabebahnhof schon auf dem benachbarten Stadtgebiet liegt. Also haben wir uns für ein Industriegebiet im Umbau entschieden.
Gestern (Samstag) haben wir uns eine Stunde vor Übungsbeginn (16:00 Uhr) getroffen, Übungspuppe und altes Ölfass aufgeladen und auf dem Industriegelände deponiert. Hinweiszettel dran, damit nicht schon vorher einer die Feuerwehr ruft.

Zurück auf der Wache mussten wir feststellen, dass in unserer Gruppe (2) leider nicht so viele wie erwartet zur Übung erschienen sind. Kurz entschlossen haben wir dann eine der beiden anderen Gruppen (3) gefragt, ob die nicht Lust haben bei uns mitzumachen und schon hatten wir genug Personal. Im Einsatz müssen wir ja ohnehin zusammen arbeiten.
Um die Übung anschließend wie einen Einsatz durchführen zu können, haben wir den Theorieteil auf der Wache durchgeführt und nicht vor Ort wie zunächst geplant.
Also ab in den Schulungsraum. Der kurze Theorieteil dauerte dann doch länger als geplant, nämlich knapp eine Stunde. Da ABC bei uns aber nicht an der Tagesordnung ist und die FwDV 500 noch lange nicht im Stammhirn verankert ist, war die Einführung in die FwDV sehr wichtig.
Ich habe ein bisschen über den allgemeinen Teil gesprochen, wie Inkorporation (Aufnahme von Stoffen in den Körper), Kontamination (Gefahrstoff auf einer Oberfläche z.B. Kleidung oder Haut), Schutzkleidung, und etwas genauer über die GAMS Regel. Bastian hat sich danach noch über die Dekontamination (=Reinigung der Mannschaft und des Geräts von Gefahrstoffen) und ihre verschiedenen Stufen ausgelassen.
Also ab auf die Fahrzeuge. Die gespielte Lage war die, dass jemand beim Spazierengehen ein nicht gekennzeichnetes Ölfass gefunden hat, aus dem eine Flüssigkeit ausläuft, während des Anrufes bricht der Anrufer zusammen. Das Fass sollte dort illegal entsorgt worden sein.
Nach kurzer Erkundungsphase durch Bastian und mich (es sollte keine Übung für Führungskräfte sein) haben wir uns aufgeteilt, er hat den Abschnitt Dekon gemacht und ich den Abschnitt Menschenrettung/Bergung. Damit wir zwei CSA Trupps einsetzen können, haben wir trotz Menschenrettung von Anfang an nur unter CSA vorgehen. Dabei konnten wir feststellen, dass der Umgang mit den Anzügen, wie nicht anders zu erwarten, zu selten erfolgt. Einen schnellen sicheren Umgang kann man da nicht erwarten, so dass wir bei einer der nächsten Übungen das noch mal als Stationsausbildung (=viele Miniübungen die an verschiedene Stationen absolviert werden müssen) üben wollen.

Das Vorgehen unter CSA selbst hat gut geklappt. Nach dem Einsatz müssen die Kräfte natürlich gereinigt werden (Dekontamination), damit sie die Gefahrstoffe nicht überall in den Fahrzeugen, auf der Wache oder gar zu hause verteilen. Dafür muss zunächst ein sog. Dekontaminationsplatz aufgebaut werden, aus einem Schwarzbereich in dem kontaminierte Personen und Material sein dürfen und einen Weißbereich in den nur gereinigte Einsatzkräfte dürfen. Zur Reinigung wurde ein Strahlrohr mit Wasser bereitgelegt und eine behelfsmäßige Wanne aus Leiterteilen aufgebaut.

Die Dekontamination war etwas schwierig. Zunächst werden die Einsatzkräfte im Schwarzbereich meist mit Wasser gereinigt. Leider fehlten uns Übungsanzüge für das Personal des Dekonplatzes, nur deshalb tragen die beiden Feuerwehrangehörigen auf dem Bild bei der Reinigung keine besondere Schutzkleidung!

Nach dieser Reinigung müssen die Einsatzkräfte vorsichtig entkleidet werden. Dabei steht ein Helfer im Schwarzbereich und darf den Schutzanzug nur von außen anfassen (im Bild rechts) und ein Helfer im weißen Bereich, der nur die auszuziehende Person selbst oder den Anzug von innen anfassen darf.

Der auszuziehende Feuerwehrangehörige unterstützt dabei, allerdings ist es nicht ganz einfach, dabei das Gleichgewicht zu behalten, denn von den Ausziehhelfern ist nur einer „weiß“ (=nicht kontaminiert) und kann zum Abstützen angefasst werden. Das verlangt viel Konzentration, Disziplin und nicht zuletzt: Übung. Auch das werden wir in der Stationsausbildung noch mal wiederholen.
Alles in Allem hat es aber den Teilnehmer und uns Spaß gemacht und trotz „Überziehens“ hat sich keiner beschwert. Die gruppenübergreifende Zusammenarbeit kam übrigens auch gut an.”



















Schöner Bericht.
Ein paar Anmerkungen nebenher: Bei uns ist es so, dass nur eine Einzige Person den Anzug Anfassen darf. Die Person im CSA selbst wird nicht berührt und auch nicht innen gegriffen. Der jenige der im CSA ist, hilft selber mit in dem er selber innen den CSA anfasst.
Geschrieben von Eric am 8. Oktober 2006 um 14:44